Industrie: Österreich fehlt qualifizierter Nachwuchs

Fast jeder achte Hochqualifizierte wandert aus Österreich aus. Um die Anmeldung neuer Patente und die Gründung neuer Firmen aufrecht zu erhalten, will die Regierung gegensteuern. Ein Aktionsplan soll Forschung und Wirtschaft näher zusammenbringen.

Aus Sicht der Industrie muss der hochqualifizierte Nachwuchs für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort langfristig sichergestellt werden „Österreich verliert zu viele Hochqualifizierte ans Ausland: In Summe wandert fast jeder achte Hochqualifizierte aus Österreich ab“, sagt der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Christoph Neumayer.

Dazu brauche es sowohl Nachwuchssicherung von „innen“ als auch von „außen“, durch die Anziehung von internationalen Talenten. Zum einen gelte es daher, Karrieremöglichkeiten in Wissenschaft und Forschung zu verbessern. Die Fakten sprechen für sich und der Handlungsbedarf sei akut, so Neumayer. Im Innovation Union Scoreboard 2014 liege Österreich in der Gruppe der ‚Innovation Follower‘ auf dem zehnten Platz. „Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir aber zum Innovation Leader aufsteigen“, so Neumayer.

Die Wirtschaftskammer will den Nachwuchs fördern, indem sie Forschung und Unternehmen besser zusammenbringt. Sie erwartet eine Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Betrieben, um Innovationsleistung zu stärken. Ein entsprechender Aktionsplan „soll auch die Verfügbarkeit von Forschungspersonal verbessern „, so die Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich, Martha Schultz.

Trozt der hohen Abwanderung der Fachkräfte sind die österreichischen Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt EPA) 2014 das fünfte Jahr in Folge auf 2.501 Einreichungen gestiegen. Mit einem Zuwachs von 4,5 Prozent gegenüber dem Jahr 2013 (2.393 Patenteinreichungen) zählt Österreich zu den Staaten mit den größten Zuwächsen in Europa und hat sich im EPA-Ranking aller Länder um drei Plätze auf Rang 13 verbessert. Gemessen an der Einwohnerzahl belegt Österreich 2014 mit 239 Anmeldungen pro Million Einwohner Rang sieben und liegt deutlich über dem Durchschnitt der 28 EU-Länder (131).

Kommentare

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  1. hugin sagt:

    FACHKRÄFTE BLA BLA
    In den 30er Jahren hatte Österreich etwa 15.000 Studenten – heute über 300.000,
    trotzdem herrscht angeblich ein „Akademikermangel“ ! Viele studieren sich in die Arbeitslosigkeit, wie Medienwisenschaft, Philosophie, Theaterwissenschaft, Publizistik,Psychologie und andere Fächer, wo kaum Bedarf beteht. Wer einen Bleistift halten kann, will studieren.
    Andererseits finden die Firmen kaum Lehrlinge, welche ordentlich Lesen, Schreiben und Rechnen können. Schulabbrecher sind nicht vermittelbar. Ein Maurerlehrling verdient im ersten Lehrjahr etwa 500.- € ! Schon unsere Vorfahren wußten: Handwerk hat einen goldenen Boden !

  2. Volker K. sagt:

    „Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir aber zum Innovation Leader aufsteigen”

    Mein Rat: Den Deutsch-Unterricht wieder stärker fördern und sparsamer mit
    Phrasen und Gemeinplätzen umgehen.

  3. karl sagt:

    Da wo es früher emsige Gewerbetätigkeit gab in den kleinen Meisterbetrieben, selbst in Kellerlokalen wurde unter Patronanz eines Handwerksmeisters gewerkt, herrscht heute nur noch Balkanmusik und Kebabstand. Es wird kein Taschenhenkel und keine Ledersohle mehr repariert. Die Abfallkübel quellen dafür über und die Müllgebühren werden jährlich erhöht. Kein Sauerkrautschneider verkauft mehr das duftende Produkt aus dem Fass, sondern es kann nur mehr als Fertigpack im Supermarkt aus dem 1000km entfernten Holland bezogen werden. Industriell hergestellt selbstverständlich.
    Einer der noicht von seinen Vorfahren her noch die Herstellung von solchen Produkten kennt, muss sich auf Google verlassen und auf ein par kleine Abbildungen.
    Woher sollen dann die benötigten Facharbeiter kommen?