Schweizer Bauwirtschaft schwächt sich zu Beginn des Jahres ab

Die Aufträge in der Bauwirtschaft sind rückläufig. Die Zweitwohnungsinitiative verringert die Wohnbautätigkeit. Für das laufende Jahr erwartet die Branche negative Effekte durch die starke Aufwertung des Frankens, was den Bau von neuen Bürogebäuden betreffen kann.

Der lange Wachstumszyklus der Bauwirtschaft hat den Zenit überschritten. Vermehrt macht sich eine Abkühlung bemerkbar.  Die Auftragsbestände der Baufirmen sind insbesondere im Wohnungsbau rückläufig. Das Niveau ist jedoch immer noch recht hoch, geht aus dem Bauindex der Credit Suisse und des Schweizerischen Baumeisterverbands hervor.

Der Bauindex sinkt auf den Stand von 132 Punkten. Im ersten Quartal 2015 kommt es zu einen Umsatzrückgang im Bauhauptgewerbe von 3.2 Prozent zum Vorquartal. Der Tiefbau hat mit 3,9 Prozent am stärksten eingebüßt.

Für 2015 erwartet der Baumeisterverband einen leichten Rückgang der Bautätigkeit in der Schweiz. Ein eigentlicher Einbruch ist aber nicht zu befürchten. Anders präsentiert sich die Lage in den Tourismusgebieten: Hier werden die Auswirkungen der Zweitwohnungsinitiative massiv zu spüren sein. Der Anteil von Zweitwohnungen am Gesamtbestand der Wohneinheiten und der für Wohnzwecke genutzten Bruttogeschossfläche einer Gemeinde darf 20 Prozent nicht beschränken. Die Wohnbautätigkeit werde empfindlich zurückgehen, teilt der Baumeisterverband mit.

Positive Impulse für die Bauwirtschaft erwartet der Schweizerische Baumeisterverband von der erneuten Senkung der Leitzinsen: „Investitionen in risikoarme Anlagen erzeugen kaum mehr eine Rendite und das Halten von flüssigen Mitteln kann gar mit Negativzinsen bestraft werden“, teilt der Verband mit. In einem solchen Umfeld gewännen Immobilien als Anlageklasse nochmals an Attraktivität.

Die starke Aufwertung des Frankens nach Aufgabe der Wechselkursuntergrenze  habe vorerst kaum Auswirkungen auf die Bautätigkeit: Mittelfristig werde sich die Bauwirtschaft den negativen Auswirkungen aber kaum entziehen können. Erstes Opfer könne der zuletzt starke Bürobau sein, da bereits heute die Leerstände mancherorts hoch sind.

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