Keine Hoffnung für Sparer: SNB bleibt bei Negativzinsen

Sparer müssen damit rechnen, dass Banken die Negativzinsen der SNB bis 2016 an ihre Kunden weitergeben. Einer Umfrage zufolge werde die SNB die Zinsen in diesem Jahr nicht mehr anheben. Eine weitere Absenkung der Zinsen gilt auch als unwahrscheinlich.

Die Schweizer Notenbank (SNB) dürfte wegen der sich abzeichnenden Konjunkturabkühlung bis in das kommende Jahr hinein an einem Zins unter null Prozent festhalten. 28 von 30 Volkswirte erwarten bei der nächsten geldpolitischen Lagebeurteilung der SNB am 19. März keine Änderung des Libor-Zielbandes, das derzeit von minus 1,25 bis minus 0,25 Prozent reicht, wie eine am Donnerstag veröffentliche Reuters-Umfrage ergab.

Die SNB will damit erreichen, dass die Banken das Geld in die Wirtschaft pumpen. Doch damit ist auch klar: Viele Banken werden die Negativzinsen an ihre Kunden weitergeben. Sparer haben das Nachsehen.

Die Wachstumsprognose für das laufende Jahr dürfte die SNB im Einklang mit den Prognosen von Banken und Forschungsinstituten auf 0,5 Prozent senken. Im Dezember war die Notenbank noch von einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von rund zwei Prozent ausgegangen.

Die Abschaffung der mehr als drei Jahre geltenden Euro-Kursuntergrenze von 1,20 Franken führte zu einer starken Aufwertung der Schweizer Währung. Der Euro fiel vorübergehend unter einen Franken. Auch wenn sich die Lage inzwischen etwas entspannt hat – aktuell werden für die Gemeinschaftswährung 1,0755 Franken bezahlt – stellt sich die exportabhängige Schweizer Industrie auf härtere Zeiten ein. Eine ganze Reihe von Firmen hat die Arbeitszeiten verlängert und sucht Möglichkeiten für weitere Kostensenkungen. Ökonomen rechnen mit einer kurzen Rezession. Vorausweisende Indikatoren wie der Einkaufsmanagerindex zeigen, dass sich die Stimmung markant verschlechtert hat. Bei der Teuerung dürfte die SNB nach Ansicht der Ökonomen dieses Jahr im Mittel minus 0,8 Prozent veranschlagen und für das kommende Jahr von stabilen Preisen ausgehen.

Nach den Schockwellen der Mindestkurs-Abschaffung dürfte die SNB erhöhten Erklärungsbedarf sehen. Anders als sonst will sich die Notenbank nicht wie im ersten Quartal üblich auf die schriftliche Bekanntgabe der geldpolitischen Beschlüsse beschränken. SNB-Präsident Thomas Jordan will die Entscheidungen zusammen mit seinen beiden Direktoriums-Kollegen vor Medien erläutern. Der SNB-Chef hat gesagt, die Notenbank habe bei den zur Attraktivitätsminderung des Frankens eingeführten Negativzinsen noch Spielraum nach unten.

Die Banken müssen nach Einschätzung der Experten keinen höheren Strafzins auf ihre Einlagen bei der SNB fürchten. Lediglich fünf Befragte erwarten, dass die Geldhäuser im Laufe dieses Jahres für Einlagen bei der SNB mit mehr als den derzeit geltenden 0,75 Prozent Abschlag belegt werden.

Schweizer Banken haben in der vergangenen Woche etwas weniger Geld bei der Schweizer Notenbank geparkt als in der Woche davor. Die sogenannten Giroguthaben sanken auf rund 383 Milliarden von rund 385 Milliarden Franken in der Vorwoche, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Montag mitteilte. Das deutete nach Ansicht von Experten darauf hin, dass die Währungshüter in der vergangenen Woche keine Devisenkäufe vornahmen. Der Anstieg des Euro auf Kurse über 1,07 Franken dürfte demnach eine Folge von Marktbewegungen sein.

Die Entwicklung der Giroguthaben gilt als starkes Indiz dafür, ob die SNB im Devisenmarkt interveniert. In den zwei Wochen nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses von 1,20 am 15. Januar hatten die Guthaben um mehr als 40 Milliarden Franken zugenommen. Damals war der Euro vorübergehend unter einen Franken abgesackt. Grundsätzlich ist die SNB auch nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses weiterhin zu Devisenkäufen bereit. Die SNB werde im Devisenmarkt aktiv bleiben, wenn es sich als notwendig erweisen sollte, um die monetären Rahmenbedingungen in der Schweiz zu beeinflussen, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan in der vergangenen Woche in einem Vortrag in Brüssel.

Kommentare

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  1. Kein Dummbeutel sagt:

    Ein perfektes Rezept dagegen:
    Sofort Konten leerräumen und weg mit dem Zaster unter die Matratze.