Schweizer Privatbank soll bei Steuerhinterziehung geholfen haben

Die Schweizer Bank Coutts gerät ins Visier der deutschen Steuerfahnder. Sie ermitteln gegen die Tochter der Royal Bank of Scottland wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Bereits vor einer Woche wurde die HSBC in der Schweiz in einen Skandal um Geldwäsche und Steuerhinterziehung verwickelt.

Nach der Niederlassung der Großbank HSBC ist in der Schweiz ein weiterer Vermögensverwalter mit britischen Wurzeln ins Visier der Steuerfahnder geraten. Die Royal Bank of Scottland (RBS) teilte am Donnerstag mit, dass deutsche Behörden gegen ihre Schweizer Tochter Coutts & Co wegen des Verdachts auf Beihilfe zu Steuerhinterziehung ermitteln. Die Untersuchungen richteten sich gegen die Bank sowie gegen frühere und jetzige Mitarbeiter.

RBS stellte den von der Schweiz aus geführten nicht-britischen Teil von Coutts & Co im August zum Verkauf. Insidern zufolge haben auch die eidgenössischen Institute Credit Suisse, Bank Julius Bär und Safra Sarasin Interesse an einer Übernahme gezeigt. In Großbritannien soll Coutts weiterbestehen. Auch Queen Elizabeth hat Geld bei der im 18. Jahrhundert gegründeten Bank angelegt. Coutts International, die Kundengelder von etwa 36 Milliarden Dollar verwahrt, wird von Zürich aus geführt und ist in Hongkong, Singpaur, Abu Dhabi und Dubai präsent.

Vor gut einer Woche gab es eine Razzia der Genfer Staatsanwaltschaft bei der Schweizer HSBC-Tochter. Zugleich leitete die Behörde ein Verfahren wegen des Verdachts auf schwere Geldwäsche ein. Davor hatten zahlreiche Medien über eine Steueraffäre bei der Bank berichtet. HSBC entschuldigte sich seitdem wiederholt für Verfehlungen bei ihrer Schweizer Tochter. Zugleich betonte sie, in der Zwischenzeit sei das Geschäft in der Schweiz radikal umgebaut worden.

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma rollt die Steueraffäre der britischen Großbank HSBC wohl nicht nochmal auf. „Ich schließe nicht a priori aus, das nicht irgendwo noch etwas auftaucht, dass die Finma dazu führen könnte, das nochmals anzuschauen“, erklärte der Bereichsleiter David Wyss am Dienstag auf einer Pressekonferenz. „Aber ich gehe nicht davon aus.“ HSBC wollte sich nicht dazu äußern. Firmenchef Stuart Gulliver hatte den Fall erst am Montag als Schande für die Bank bezeichnet.

Zahlreiche Medien hatten zuletzt berichtet, die Schweizer Tochter der HSBC habe Wohlhabenden bei Steuerhinterziehung und Geldwäsche geholfen. Darunter seien neben Industriellen auch Schauspieler, Sportler, Musiker sowie Waffenhändler und Diktatoren gewesen.

Die Finma bestätigte in der vergangenen Woche, dass sie bei HSBC Verfahren wegen Geldwäsche durchgeführt habe. Dabei stellte die Behörde für die Zeit vor 2007 Verstöße gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen fest und ordnete Korrekturmaßnahmen an. Inzwischen habe sich das Geschäftsgebaren von HSBC aber verändert.

„HSBC hat eine große Transformation hinter sich“, erklärte Wyss bei der Vorstellung eines Berichts zu Gesetzesverletzungen von Finanzfirmen in der Schweiz. Die Vorfälle bei der britischen Bank lägen „Lichtjahre“ zurück. „Wir konzentrieren uns auf die Fälle, wo aktuell noch Probleme da sind.“ Die Aufsichtsbehörde habe zu einem Kulturwandel bei den Banken beigetragen. „Aber ich könnte nicht sagen, ich gebe meine Hand dafür, dass nichts mehr passiert“, sagte Wyss.

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  1. Kane sagt:

    **Schweizer Privatbank soll bei Steuerhinterziehung geholfen haben**

    Ach was!