Hacker greifen niederländischen Chipausrüster ASML an

Bei einem Hackerangriff auf den niederländischen Chiphersteller ASML konnten Datendiebe die Sicherheitsvorkehrungen umgehen. Noch vor wenigen Tagen deckten die europäischen Behörden für IT-Sicherheit ein großes Bot-Netzwerk auf. Dennoch können die Polizeibehörden Cyberkriminalität nicht entscheidend eindämmen.

Der niederländische Hersteller von Anlagen zur Halbleiterproduktion, ASML, ist nach eigenen Angaben Opfer eines Hackerangriffs geworden. „ASML hat kürzlich einen unerlaubten Zugang zu einem begrenzten Teil seines IT-Systems entdeckt“, erklärte das Unternehmen am Sonntag. Derzeit gehe man davon aus, dass den Angreifern nur ein limitierter Zugriff auf Daten gelungen sei. Es gebe keine Indizien dafür, dass wichtige Daten in fremde Hände gelangt seien, weder eigene noch die von Kunden oder Zulieferern.

ASML ist einer der größten Hersteller von Anlagen zur Produktion von schnellen und leistungsstarken Mikroprozessoren, die in Computern, Smartphones und Servern zur Anwendung kommen. Zu den Kunden des Unternehmens gehören die großen Chiphersteller wie Intel und Samsung.

Dabei haben europäische Polizeibehörden und Softwarefirmen wie Microsoft erst vergangene Woche ein weltweites Netz mit mehr als drei Millionen virenverseuchten Computern zerschlagen. Die Hacker hatten ein sogenanntes Botnet eingerichtet, um Passwörter und Bankdaten zu erbeuten. Die Aktion wurde von der europäischen Polizeibehörde Europol in Den Haag geleitet. Einsatzleiter Paul Gillen sagte, die Kontrollserver der Hacker in mehreren europäischen Staaten seien ausgeschaltet worden. „Die Täter haben die Kontrolle über die Infrastruktur verloren.“

An der Aktion beteiligten sich Ermittler aus Deutschland, Italien, den Niederlanden und Großbritannien. Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, lobte die internationale Kooperation der Behörden. Wichtig sei aber auch die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, erklärte er. Nur so könnten die Bürger vor Cyberkriminellen geschützt werden.

Neben Microsoft halfen bei dem Einsatz auch das US-Unternehmen Symantec, das Anti-Viren-Software herstellt, und die portugiesische Firma AnubisNetworks, die die Bedrohungslage im Internet für Kunden auswertet.

Europol-Experte Gillen sagte, die Hacker hätten seit 2012 Computer angegriffen. Die Schadsoftware dafür kam von Links in Spam-Mails oder von infizierten Webseiten. Von dem Botnet namens „Ramnit“ waren Rechner weltweit betroffen, vor allem aber in Großbritannien. Zu möglichen Festnahmen äußerte sich Gillen nicht. Die Ermittlungen dauern an.

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  1. Felix Klinkenberg sagt:

    Wie immer heist der Hacker: NSA