Elektro-Autos: Zulieferer beklagt herbe Verluste

Der baden-württembergische Zulieferer ElringKlinger beklagte Millionen-Verluste. Elektroautos würden noch immer auf zu geringes Interesse stoßen. Die Autos seien zu teuer. Doch die geringe Nachfrage lasse die Preise weiter wachsen.

Die flaue Nachfrage nach Elektroautos und Einmaleffekte haben den Zulieferer ElringKlinger 2014 ausgebremst. „Die Leute kaufen einfach keine Elektroautos“, sagte Vorstandschef Stefan Wolf am Montag. „Sie sind zu teuer.“ Außerdem sorge der niedrige Ölpreis dafür, dass Autofahrer mit batteriebetriebenen Fahrzeugen im Vergleich zu herkömmlichen kein Geld sparten. Auch die Zahl der Hybridautos sei niedriger als erwartet. „Die Elektromobilität ist überhaupt kein Erfolg“, sagte Wolf. Das Problem werde auch in den nächsten Jahren nicht gelöst. Der Konzern habe auf diesem Feld insgesamt bereits 15 bis 20 Millionen Euro verloren, 2014 waren es gut acht Millionen.

Der baden-württembergische Zulieferer stellt neben Dichtungen, Hitzeschilden und Kunststoffteilen auch Bauteile für die in strombetriebenen Autos eingesetzten Batterien her. BMW vergab etwa einen Großauftrag für den elektrischen Kleinwagen i3 an ElringKlinger. Die Schwaben wollten ursprünglich in ihrer noch kleinen Sparte E-Mobility 2014 schwarze Zahlen schreiben, rückten aber im Jahresverlauf davon ab. Auch der Zulieferer Continental aus Hannover hatte im Herbst seine Erwartungen an die Elektromobilität eingedampft.

Weil bei ElringKlinger noch weitere Sonderkosten anfielen, etwa für eine Werksverlagerung in Korea, für einen Gewährleistungsfall sowie für eine Änderung in der Vorstandsvergütung, und Kaufpreiseffekte verbucht werden mussten, blieb ElringKlinger 2014 beim Gewinnwachstum hinter den Erwartungen zurück. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um gut acht Prozent auf 162 Millionen Euro. Die Rendite lag bei 12,2 Prozent. Analysten hatten hier etwas mehr erwartet. An der Börse lag die Aktie des MDax-Konzerns am Nachmittag fast vier Prozent im Minus.

Auch die Prognose für 2015 erschien einigen Experten zu zaghaft. Der Zulieferer kündigte für das laufende Jahr ein bereinigtes Ebit zwischen 170 und 180 Millionen Euro an. Der Umsatz soll 2015 organisch um fünf bis sieben Prozent zulegen, bekräftigte der Konzern. 2014 kletterte er um gut 15 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro. Vor allem Produkte, die zur Senkung des CO2-Ausstoßes beitragen, waren den Angaben zufolge gefragt.

Vorstandschef Wolf sagte, in der Sparte Elektromobilität werde der Konzern die Preise „ziemlich stark“ anheben. Die Konkurrenz gehe ähnlich vor. Niedrige Verkaufszahlen bei den Fahrzeugen bedeuten für Autohersteller und Zulieferer hohe Kosten, weil sich – anders als in der Massenproduktion – keine Mengenvorteile nutzen lassen. Wolf führte aus, ElringKlinger habe bei seinen Abnehmern bereits dreimal so hohe Preise beantragt wie bisher. Mit zwei Kunden seien bereits höhere Preise vereinbart, mit dem dritten, dem größten, werde noch verhandelt. Man überlege sogar, den Vertrag zu beenden. Allerdings könne der Autobauer, mit dem ElringKlinger auch außerhalb der Elektromobilität gute Geschäfte macht, seine Strom-Fahrzeuge dann nicht mehr produzieren. „Das kann man in unserer Industrie nicht machen.“

 

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. karl sagt:

    Die Chinesen sehen das anders, sie beliefern alle Welt in jeder Stückzahlkategorie
    >Von den Chinesen erhält man jeden Lithiumakku, den man sich wünscht, das ist in EUropa unbekannt, daher wird EU weiter abgeschlagen.

    In Mitteleuropa muss sich einer sein Fahrzeug selber bauen!