Mit Füller und Tinte: Roboter lernt Schreibschrift

Handschriftliche Texte können künftig von einem Schreib-Roboter verfasst werden. Die Maschine benutzt einen Füllfederhalter und schreibt damit in vorprogrammierten Schriften Karten oder Briefe. Ein Faksimile der eignen Handschrift kann ebenfalls programmiert werden - damit wären auch Unterschriften möglich.

Ein neuer Schreib-Roboter kann „handschriftliche“ Texte verfassen. Die Maschine benutzt einen Stift oder Füllfederhalter nach Wahl und schreibt damit in einer der vorprogrammierten Handschriften Karten, Briefe oder Unterschriften. Ein Faksimile der eignen Handschrift kann auf Wunsch ebenfalls programmiert werden. Gesteuert wird der Schreibroboter namens „Bond“ via Smartphone App, berichtet das Technologie-Magazin Wired.

Die Idee dahinter ist ein besonderes Design: Obwohl es einfach wäre, die Handschriften konventionell sofort mit Pixeln oder Drucker-Tinte wiederzugeben, besteht das Startup Bond darauf, dass die Roboter Briefe so schreiben, wie ein Mensch es tun würde, anstatt sich auf einfachere Algorithmen zu verlassen. Zum Beispiel ist es theoretisch leicht möglich, eine kleines „t“ mit nur zwei Linienzügen zu ziehen, aber Menschen sind meist weniger effizient, und schaffen ein t durch eine auf und ab Bewegung mit einem Kreuz. Diese Details lassen die maschinengeschriebenen Zeilen menschlich wirken.

Durch den nostalgischen Ansatz steht das Unternehmen der Entwicklung im Rest der Welt entgegen: Die Bond-Roboter könnten eine Tradition bewahren, die möglicherweise in wenigen Generationen ausstirbt: Finnland beispielsweise hat bereits angekündigt, die Schreibschrift in Grundschulen abzuschaffen und dafür Kindern früher das Tippen beizubringen.

Ab Herbst 2016 ist Unterrichtung der Schreibschrift in Finnland nicht mehr im Lehrplan festgelegt, stattdessen wird das Schreiben auf Tastaturen forciert. Es soll Kindern auch vermehrt gezeigt werden, wie man schneller eine SMS versendet. „Fließendes Tippen ist eine wichtige Fähigkeit der Bürger, die man sich für alle wünschen kann“, zitiert die finnische Savon Sanomat Minna Harmanen vom National Board of Education. Das werde ein großer kultureller Wandel sein, aber das Tippen sei heute einfach im täglichen Leben wichtiger. Und wenn eine Schule es will, könne sie ja immer noch Schreibschrift anbieten.

Es gibt zwar ein paar Bedenken, dass Kinder aus weniger gut situierten Verhältnissen oder nicht so gut ausgestattete Schulen durch die Änderung benachteiligt werden könnten. Nach und nach werden aber in Finnland immer mehr Tablets etc. für die Schulen angeschafft. Und wenn es Kinder gibt, die aufgrund ihrer ärmeren Eltern Nachteile haben, dann sei es Aufgabe der Schule, hier zu helfen, so die Schulleiterin Marja Rytivaara.

In den Niederlanden hat man das Ganze noch stärker forciert. Hier gibt mittlerweile so genannte Steve Jobs Schools. Hier werden Kinder nahezu ausschließlich mit iPads unterrichtet. Steve Jobs habe „Produkte und Dienstleistungen entwickelt, die die Zukunft der Gesellschaft verändert haben“, heißt es auf der Seite der Schule. „Unsere Mission ist es, unseren Schülern die bestmögliche Vorbereitung für Ihre Zukunft zu bieten (…)“.

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