EU will Einführung von Mobilfunkstandard 5G nicht verschlafen

Günther Oettinger, zuständig für die digitale Entwicklung in der EU, will Kooperationen mit China, Japan, den USA und Südkorea eingehen. Damit soll sichergestellt werden, dass die EU die Einführung des neuen Mobilfunknetzes (5G) nicht verpasst. Die 4G-Technik kam in Europa erst spät an.

Die Europäische Union will aus den Versäumnissen bei der Einführung des Mobilfunkstandards 4G lernen und zum Vorreiter bei der Nachfolger-Technik werden. „Mit 5G hat Europa die herausragende Möglichkeit, seine Telekommunikationsbranche neu zu erfinden“, sagte der für die digitale Wirtschaft zuständige EU-Kommissar Günther Oettinger am Dienstag auf der Branchenmesse Mobile World Congress in Barcelona. Um bei der Entwicklung der nächsten Mobilfunkgeneration eine Rolle zu spielen, habe die EU bereits mit Südkorea eine Kooperationsvereinbarung getroffen, um technische Standards zu setzen und Radiofrequenzen für die Unterstützung des Netzes zu blockieren. „Es ist unser Ziel, ähnliche Vereinbarungen mit anderen wichtigen Regionen zu treffen, vor allem Japan, China und den USA“, ergänzte Oettinger. Insidern zufolge sollen die Gespräche mit der Volksrepublik bald aufgenommen werden.

Während Europa bei der Entwicklung der GSM-Technologie in den 90er Jahren den Takt vorgab, ist die 4G-Einführung eher verschlafen worden. Die hiesigen Telekomkonzerne wie Vodafone und Telefonica hinken ihren Konkurrenten aus Japan, Südkorea und den USA hinterher. 4G ist in den Ländern Europas weniger stark verbreitet als in anderen Industriestaaten.

5G soll die Geschwindigkeit beim Herunterladen von datenintensiven Videos erhöhen, die Netzabdeckung verbessern und die Vernetzung verschiedenster Elektronikprodukte miteinander erleichtern. Industrieexperten rechnen damit, dass die Technologie erstmals bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020 eine kommerzielle Rolle spielt.

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