Standort Österreich fällt weltweit auf Platz 21 zurück

Österreich verliert als Standort für Unternehmen an Boden. Ökonomen bemängeln die hohen Abgaben, den Reformstau und den Mangel an Investitionen. Wichtiger als eine Steuerreform sei die Modernisierung der Bildung, um Fachkräfte auszubilden und aus dem Ausland anzulocken.

Die Standortfaktoren in Österreich haben sich verschlechtert. Einer Studie zufolge sinkt der Standort-Index von 3,14 im Vorjahr auf 3,00 von fünf Punkten gesunken. Hintergrund ist das mangelnde Vertrauen der Wirtschaftseliten in die Qualitäten des Standorts. Dieses ist auf die vielen ungelösten Probleme zurückzuführen. Während Österreich 2011 noch in allen relevanten Standort-Rankings unter den Top 20 rangierte, ist dies 2014 nur bei zwei der fünf Indizes der Fall.

Unternehmen leiden unter der hohen Zahl der Bestimmungen. Die Überregulierung sei zu einem Unternehmensrisiko geworden, sagt Geschäftsführer von Deloitte Österreich, Bernhard Gröhs dem Wirtschaftsblatt. Insgesamt belegt Österreich bei der Wettbewerbsfähigkeit den 21. Rang. Zum Vergleich: Die Schweiz ist auf Platz 1 und Deutschland auf Platz 5.

Dazu belegt die Studie der Unternehmensberatung Deloitte einen ausgeprägten Fachkräftemangel, eine steigenden Jugendarbeitslosigkeit und eine nicht ausreichenden Beteiligung von Frauen und älteren Erwerbstätigen. Problematisch werden auch die Staatsverschuldung, die hohe Abgabenquote, der Reformstau und die Zurückhaltung bei zukunftsweisenden Investitionen. Wenn der derzeitige Trend anhält, ist somit auch im politischen und makroökonomischen Umfeld sowie bei der Lebensqualität mit einer negativen Entwicklung zu rechnen.

Positiv schneidet Österreich derzeit noch in den Bereichen Innovation, Forschung und Technologie, Unternehmensinfrastruktur und Umfeld sowie Lebensqualität ab.

„Wir fordern seit Jahren einen wirtschaftspolitischen Masterplan für unser Land. Der Staat muss effizienter werden und deutlich mehr in die Zukunft investieren. Damit meinen wir nicht nur verbesserte Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, sondern auch die Förderung eines Mindsets, das durch Eigeninitiative und unternehmerisches Denken gekennzeichnet ist – mehr Leadership im öffentlichen Bereich“, so Bernhard Gröhs.

Während es andere Länder verstanden haben, mit den durch Globalisierung und Digitalisierung geänderten Bedingungen umzugehen, habe Österreichs Standortpolitik unübersehbaren Nachholbedarf, heißt es in einer Mitteilung von Deloitte. Dieser Bedarf gehe weit über eine Steuerreform und die dringend nötige Senkung der Abgabenquote hinaus. Viele große Reformthemen – von der Bildung bis zur Verwaltung – würden nicht angegangen, weil sich die Verantwortlichen in ideologischen Positionen einzementiert haben.

Österreich brauche Reformen im Bildungssystem, die auf lebenslanges Lernen ausgelegt seien. Ältere und jüngere Arbeitskräfte müssten bessere Jobmodelle angeboten bekommen, dann würden auch Fachkräfte aus dem Ausland angezogen.

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. karl sagt:

    In Österreich haben Ärmelschoner und beamtete Wichtigmacher die Nase vorne und es wird krampfhaft für diese Fachkategorie nach wichtigen Aufgaben gesucht.
    So wird derzeit das Wasserleitungsnetz erneuert, obwohl dazu kein anderer Anlass besteht, als dass es dazu von der EU gewisse Zuschüsse zu erhaschen gibt.. Dieses erneuerte Wasserleitungsnetz wird sodann als „erneuert“ an USAmerikanische Heuschrecken im cross border leasing versilbert, um wiederum an etwas Bares zu kommen und um so der Rotgrünen Behäbigkeit wieder Auftrieb zu verschaffen.
    Jeder selbständige Neuanfänger ist binnen 6 Monaten von seiner Krankheit geheilt.
    Auch werden jetzt alle KleinLKWs, die älter als 10 Jahre sind, per Gesetz auf der Strasse mittels Strafzahlung gejagd, damit mit Neuanschaffung das PIB gesteigert wird.