Andritz stellt Standort Österreich infrage

Sollte Österreich die Belastungen für Unternehmen verschärfen, könnte es zu Standortverlegungen kommen. Maschinenbauer Andritz kritisierte vor allem die geplante Steuererhöhung für Stiftungen.

Der Maschinen- und Anlagenbauer Andritz kann sich bei einer höheren Steuerbelastung für Unternehmen auch eine Abwanderung aus Österreich vorstellen. „Es gibt Belastungsgrenzen“, sagte Konzernchef und Hauptaktionär Wolfgang Leitner am Donnerstag. Der Konzern mit seinem Hauptsitz in Graz in der Steiermark sei „nicht angebunden“ an Österreich. Von den weltweit 25.000 Mitarbeitern arbeiteten weniger als ein Siebtel in Österreich.

Als Drohung will der Andritz-Chef seine Worte aber nicht verstanden wissen: „Das ist keine Drohung, ich gehe weg, aber es heißt auch nicht, ich werde die nächsten 100 Jahre in Österreich bleiben“. Die österreichischen Regierungsparteien arbeiten derzeit an einer Steuerreform.

Kritisch sieht Leitner, der zu den reichsten Österreichern zählt, vor allem die Diskussion über eine höhere Besteuerung von Stiftungen. Die Bedingungen für die Eigentümer von Stiftungen drohen sich seiner Ansicht nach zu verschlechtern. Damit würde man die Firmen vergrämen. „Die Politik ist hier ungeschickt und hat zum Teil falsche Ziele“, sagte Leitner. Als Reaktion drohe ein Verkauf von Unternehmen an ausländische Finanzinvestoren, sagte er. Das hätte wiederum negative Auswirkungen auf die Industrie und die Arbeitsplätze in der Alpenrepublik.

Leitner und seine Familie halten über Stiftungen insgesamt knapp unter 30 Prozent an Andritz. „Wenn es die Stiftungen nicht gäbe, wären viele Unternehmen nicht mehr österreichisch“, sagte Leitner.

Der Andritz-Chef schlägt mit seiner Kritik in dieselbe Kerbe wie Voestalpine -Chef Wolfgang Eder. Der Stahl- und Verarbeitungskonzern erwägt, Kapazitäten aus Österreich abzuziehen. Neben steuerlichen Aspekten spielen für oberösterreichischen Konzern dabei auch Umweltauflagen eine Rolle.

Kommentare

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  1. Ogolius sagt:

    Kritisch sieht Leitner, der zu den reichsten Österreichern zählt, …….. JE REICHER DESTO GIER ….und genau diese Sinneshaltung erzeugt diese Ungleichheit, unter der die gesamte globale Ökonomie leidet. Solange nicht hier ein rasantes Umdenken erfolgt, ist der Weg in die soziale Explosion vorgezeichnet. Keiner dieser Sorte von Unternehmern führt seine Betriebe aufgrund eigener persönicher existenzieller Bedürfnisse (dieser Status ist ihnen fremd), vielmehr ist daraus ein großes DKT – Spiel geworden, mit der Zielsetzung Gier und Profit. Sie werden an keinem Futtertrog der Welt den Hals vollkriegen! Hervorragende Zukunftsaussichten….

  2. Rolf Weichert sagt:

    Das gleiche droht auch Deutschland wegen Mietrechtsreform, Bürokratisierung, Erbschaftssteuer auf Unternehmererben u.s.w.. Manche böse Zungen behaupten Europa, USA wird durch andere Wirtschaftsräume ersetzt.