Gesetz: Versicherungen müssen mehr Kapital vorhalten

Die Krise in der Versicherungsbranche ruft den Gesetzgeber auf den Plan. Versicherungsunternehmen in Deutschland müssen ab 2016 größere Kapitalpolster vorweisen. Die langanhaltende Niedrigzinsphase bringt Versicherungen in Bedrängnis.

Nach den Banken sollen sich die Versicherungen mit dickeren Kapitalpolstern gegen Krisen wappnen und einer schärferen Aufsicht unterziehen. Der Bundesrat stimmte am Freitag einem entsprechenden „Gesetz zur Modernisierung der Finanzaufsicht über Versicherungen“ zu. Damit wird eine EU-Richtlinie umgesetzt. Das Gesetz soll zu Jahresbeginn 2016 in Kraft treten.

Die Bundesregierung hatte sich seit der letzten Finanzkrise auch im internationalen Rahmen dafür eingesetzt, dass künftig im Finanzwesen kein Markt, kein Akteur und kein Produkt unbeaufsichtigt bleiben soll. In der Finanzkrise mussten nicht nur Banken von der öffentlichen Hand gerettet werden. In den USA mussten die Steuerzahler auch für Versicherungen, konkret den Branchenriesen AIG, einstehen.

Das jetzt verabschiedete Gesetz sieht vor, dass Versicherungen in Deutschland künftig mehr Kapital vorhalten müssen, um Probleme abfedern zu können. Dabei spielen die speziellen Risiken der einzelnen Unternehmen eine größere Rolle. Den Versicherungsfirmen wird aufgegeben, sich unabhängiger zu machen von den externen Risikoanalysen der Ratingagenturen und stärker eigene Bewertungen vorzunehmen. Insgesamt werden die Bewertungs- und Aufsichtsregeln für die Unternehmen in diesem Markt modernisiert und verschärft. Dabei müssen die Versicherer künftig der Aufsicht bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mehr Informationen zukommen lassen. Die Zusammenarbeit der EU-Versicherungsaufseher soll enger werden, was die europäische Harmonisierung weiter vorantreibt.

Kommentare

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  1. Schneebalsystem sagt:

    Wer heute noch ein Kapitallebensversicherung abschließt,
    hat den Knall noch immer nicht gehört.
    Vorschlag: margin calls bei LV einführen.
    Steigen die Negativzinsen werden einfach margin calls fällig.
    So bekommt der geneigte Kunde auch seine unverbindlich
    in Aussicht gestellte Ablaufsumme.
    Zitat Einstein über Unendlichkeit passt.

    • Dieter von Haag sagt:

      Das was demnächst fallen wird sind die Bausparverträge und die Lebensversicherungen. Unabhängig von den Zinsen, die derzeit nicht das Problem sind, weil die längerfristigen Verträge der Versicherungen die noch laufen Zinsen von ca. 4 bis 6% bringen gibt es ein anderes Problem. Auch wenn die nur ca. 2 bis 5% der Gesamtsumme ausmachen.
      Es gibt demnächst nur noch Altverträge, neue Verträge werden nur noch nicht nennenswert von Dummen geschlossen, während 99% aller Verträge in den nächsten Jahren zur Auszahlung stehen. Es ist so als rennen alle Deutschen zur Bank und wollen ihr Buchgeld als Bargeld abholen. Hier ist auch bei 2 bis 5% des Geldes Schluss.
      Wie mein Uropa schon vor der Erfindung der Lebensversicherungen und Bausparverträge immer sagte, nur Gold ist Goldwert. Und das was schon in den 20er Jahren bestand, hat ihren Wert bis heute gemessen am Papiergeld vervielfacht.