Trotz schwachem Euro: Exporte sinken im Januar

Der schwache Euro macht sich noch nicht in den Absatzzahlen der deutschen Exporteure bemerkbar. Die Warenausfuhren sinken deutlich. Der schwache Absatz innerhalb der Euro-Zone ist dafür verantwortlich. Auch die Importe gingen leicht zurück.

Die deutschen Exporteure haben wegen der sinkenden Nachfrage aus den Euro-Ländern einen schwachen Jahresauftakt erwischt. Sie setzten im Januar 2,1 Prozent weniger um als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Das war der kräftigste Rückgang seit August 2014, nachdem es im Dezember noch ein kräftiges Wachstum von 2,8 Prozent gegeben hatte.

„Das war kein guter Jahresstart“, sagt Stefan Kipar von der BayernLB. „Ich würde den Rückgang unter kurzfristigen Schwankungen verbuchen, die immer mal wieder möglich sind. Die Aussichten sind unverändert gut. Der schwache Euro sollte die Exporte anschieben. Der niedrige Ölpreis stützt zudem die Konjunktur bei vielen Handelspartnern, was den deutschen Exporteuren am Ende ebenfalls zugutekommen sollte“, so Kipar.

Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 89,9 Milliarden Euro ins Ausland – das waren 0,6 Prozent weniger als im Januar 2014. Das schwache Abschneiden ist vor allem auf das nachlassende Geschäft mit der Euro-Zone zurückzuführen, dem wichtigsten Absatzmarkt für Waren aus Deutschland. Die Ausfuhren dorthin lagen um 2,8 Prozent niedriger als im Januar 2014. Die Exporte in die nicht zur Euro-Zone gehörenden EU-Länder, zu denen etwa Polen und Großbritannien gehören, zogen hingegen um 3,0 Prozent an. Der Umsatz mit Ländern außerhalb der Europäischen Union – dazu zählen auch die beiden weltgrößten Volkswirtschaften USA und China – gab um 0,5 Prozent nach.

Der Branchenverband BGA geht davon aus, dass die Ausfuhren in diesem Jahr um vier Prozent auf 1172 Milliarden Euro zulegen. Das wäre eine neue Bestmarke. Impulse werden vor allem vom schwachen Euro erwartet, der deutsche Waren in anderen Währungsgebieten preislich attraktiver macht. Die Reederei Hamburg Süd hat trotz der schwierigen Lage in der Container-Schifffahrt 2014 einen Gewinn geschrieben.

Die Importe schrumpften im Januar um 0,3 Prozent zum Vormonat. Hier hatten Ökonomen ein Plus von 0,5 Prozent vorausgesagt. Der Außenhandelsüberschuss – die Differenz zwischen Aus- und Einfuhren – lag bei bereinigt 19,7 Milliarden Euro. Er ist damit gut eine Milliarde Euro kleiner als erwartet.

Kommentare

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  1. kantterhans sagt:

    exporte sinken… Das ist doch mal eine gute nachricht.
    Dann verschenken wir wenigstens nicht ganz soviel ware.

  2. Bernhard sagt:

    Nach meinem Wissen scheint bei dem Titel „Trotz schwachem Euro: Exporte sinken im Januar“ ein substanzieller Fehler zu sein; die Prozesskette (grob)

    1. Lieferanten- Vorauswahl Kunde -> u.a. f(Währungsparität)
    2. Projektgespräche Kunde – Lieferant
    3. Preisverhandlung -> u.a. f(Währungsparität)
    4. Projekterstellung Lieferant
    5. Abnahme
    6. Lieferung
    7. Aufbau/Inbetriebnahme

    Zwischen 1 und 6 liegen oft Monate, wenn nicht gar Jahre (Großprojekte), wobei Schritt 4 in der Prozesskette oft der längste ist. Das heißt: zu dem Zeitpunkt, als der Euro in die Knie ging, und dem heutigen Exportdatum liegt je nach Projekt ein längerer Zeitraum, so dass das Risiko einer Paritätenveränderung durch Währungsabsicherungen aufgefangen wird (zusätzliche Kosten).

    Das bedeutet, es gibt zum derzeitigen Zeitpunkt keinen Zusammenhang zwischen Europarität und Export. Das aber unterstellt die Headline.

  3. karl sagt:

    Die Verbraucherpreise im Inland steigenbereits gewaltig!
    Da geht der Werteverfall des EURO eindeutig zulasten des Konsumenten.

  4. Josef Schreiber sagt:

    Der Rückgang ist Folge der steigenden Schulden der schwachen Südländer, deren Volkwirtschaften keine teuren Importe mehr tätigen können und auch keine Chance besitzen, ohne EZB-Geld-Spritzen ihrer ramschigen Staatspapiere loszuwerden! Den Rest des Minus haben die Sanktionen gegen Russland eingefahren! Die EU-Schuldenunion richtet sich selbst zugrunde! Auf diesem Wege werden die reichen Nordländer von den Bankrotteuren ausgeplündert und der Euro verkommt zur Ramschwährung. Wohl Sinn&Zweck des EURO-Wahnsinns! Erste Adresse ist natürlich die BRD! Die Schweizer haben zur rechten Zeit die Notbremse gezogen, die BRD darf dies als Dukatenesel natürlich nicht!