Audi: Vorstand-Bonus steigt, Mitarbeiter bekommen weniger

Der Ingolstädter Autobauer Audi verkauft mehr Fahrzeuge und steigert seinen Gewinn. Der Vorstand belohnt sich dafür mit einem höheren Bonus. Die Mitarbeiter von Audi müssen Einschränkungen hinnehmen: Ihre Gewinnbeteiligung sinkt im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 360 Euro.

Trotz eines höheren Gewinns bekommen die Mitarbeiter von Audi weniger Bonus. Die Tarifbeschäftigten an den Standorten Ingolstadt und Neckarsulm bekommen für das vergangene Jahr im Schnitt 6.540 Euro, wie die VW-Tochter am Dienstag mitteilte. Schon im Jahr zuvor war die Ergebnisbeteiligung gesunken, für 2013 erhielten die Mitarbeiter im Schnitt 6.900 Euro. Die Audi-Führungsriege bekam dagegen 2014 einen weiteren Aufschlag: Insgesamt erhielt das siebenköpfige Gremium 24,9 Millionen Euro, das sind 6,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Während das fixe Gehalt etwas sank, legte die variable Vergütung kräftig zu. Die Bezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder rund um Vorstandschef Rupert Stadler legt Audi nicht offen.

Die Senkung der Ergebnisbeteiligung begründete der Autobauer damit, dass die Zahl der Anspruchsberechtigten um rund 4000 gestiegen sei. Audi beschäftigt in Deutschland circa 58.000 Menschen, weltweit sind es mehr als 80.000. In diesem Jahr will der Konzern mehr als 6.000 neue Mitarbeiter einstellen, davon rund 4000 in Deutschland. Trotz Bonus-Kürzung lag Audi bei der Erfolgsbeteiligung vor Konkurrent Daimler, der seinen Tarifbeschäftigten für 2014 je 4350 Euro auszahlt. BMW hat noch keine Zahlen für das vergangene Jahr vorgelegt.

Dank Verkaufszahlen in Rekordhöhe hat Audi 2014 den Gewinn gesteigert. Das operative Ergebnis legte um 2,4 Prozent auf 5,15 Milliarden Euro zu, wie die Ingolstädter VW-Tochter mitteilte. Audi hatte das ganze Jahr über offen gelassen, ob der Gewinn angesichts hoher Kosten für neue Modelle, Werke und Technologien und anhaltender Rabattschlachten überhaupt zulegen werde. Zu Buche schlugen die vielen Ausgaben aber doch: Pro verkauftem Auto blieb weniger Geld hängen. Die operative Rendite sank 2014 auf 9,6 Prozent, im Vorjahr waren es noch 10,1 Prozent. Damit lag Audi vor Konkurrent Daimler, der im Pkw-Geschäft 2014 eine Gewinnspanne von 8,1 Prozent erzielte. BMW hat noch keine Zahlen vorgelegt.

Für 2015 kündigte Audi-Finanzchef Axel Strotbek erneut eine operative Rendite innerhalb des Zielkorridors von acht bis zehn Prozent an. Die hohen Ausgaben wirkten sich auf die Ergebnisentwicklung aus. Audi-Vorstandschef Rupert Stadler äußerte sich gewohnt optimistisch: „Wir zielen auf ein neues Rekordjahr. Wir wollen auch 2015 wachsen – stärker als der Weltmarkt und mit einem Plus in allen Regionen.“ Für 2015 rechnen die Ingolstädter nur mit einem leichten Plus in den weltweiten Pkw-Märkten. 2014 lieferte Audi 1,74 Millionen Autos weltweit aus. Das Ziel von zwei Millionen verkauften Fahrzeugen soll vor dem Jahr 2020 erreicht werden, bekräftigte Stadler.

Kommentare

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  1. kantterhans sagt:

    Wen juckts.

    Irgendwann werden die deutschen arbeiter essenmarken bekommen. Aber auch dann wird fussball wichtiger sein :-))