Länderbeschäftigte gehen für mehr Lohn auf die Straße

Beschäftigte des öffentlichen Dienstes sind am Mittwoch für höhere Löhne auf die Straße gegangen. Nach Gewerkschaftsangaben nahmen 56.000 Arbeitnehmer an den Warnstreiks teil. Lehrer, Erzieher sowie Mitarbeiter aus allen Bereichen der Länderverwaltung ließen die Arbeit ruhen.

Zehntausende Beschäftigte des öffentlichen Dienstes der Länder haben am Mittwoch für höhere Löhne demonstriert. Wenige Tage vor der dritten Verhandlungsrunde beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben 56.000 Arbeitnehmer an Warnstreiks und erhöhten damit den Druck auf die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Neben Tausenden angestellter Lehrer und Erzieher ließen Mitarbeiter von Unikliniken, Universitäten, Straßenmeistereien, Landesverwaltungen und der Polizei die Arbeit ruhen. Betroffen waren unter anderem Berlin, Schleswig-Holstein, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Die nächste Verhandlungsrunde findet ab Montag in Potsdam statt.

Schwerpunkt der Proteste war die Bundeshauptstadt. Streikende aus unterschiedlichen Berufsgruppen trafen sich hier zu einer gemeinsamen Kundgebung auf dem Alexanderplatz. Durch die Lehrerstreiks fiel der Unterricht in vielen Schulen ganz oder teilweise aus, auch für die Betreuung der Kinder in Kitas war nicht immer gesorgt. Auf Transparenten forderten die mit Fahnen, Trommeln, Rasseln und roten Schals ausgerüsteten Pädagogen „gutes Geld für gute Arbeit“. In Anlehnung an die Olympia-Bewerbung der Stadt hieß es auf einem anderen Plakat: „Wir wollen Schule, statt Spiele.“

Die Streikenden folgten Aufrufen der Gewerkschaften Verdi und GEW, des Beamtenbundes dbb und der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Sie verlangen ein Lohnplus von 5,5 Prozent, mindestens aber 175 Euro mehr pro Monat. Zu den Forderungen gehört auch eine Erhöhung der Vergütung für Auszubildende um monatlich 100 Euro. Zudem sollen sie nach erfolgreicher Ausbildung garantiert übernommen werden. Für die 200.000 angestellten Lehrer streben die Gewerkschaften einen eigenen Tarifvertrag und eine Kopplung an die Gehälter der Beamten an.

In Hessen gingen rund 4000 Bedienstete auf die Straße. Dort verhandeln die Gewerkschaften eigenständig mit der Landesregierung und nicht mit der TdL.

Für Donnerstag sind Proteste in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen sowie Rheinland-Pfalz und dem Saarland geplant, am Freitag schwerpunktmäßig in Bayern und Baden-Württemberg.

Verdi-Chef Frank Bsirske warf den Arbeitgebern vor, sie mauerten sich ein, anstatt ein Angebot vorzulegen. Diese Mauer müsse jetzt fallen.

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