Deutschland: Chemie-Gewerkschaft droht mit Arbeitskampf

Die Chemie-Gewerkschaft IG BCE schließt einen Streik nicht mehr aus. Gewerkschaft und Arbeitgeber konnten sich am Donnerstag auch in der zweiten Verhandlungsrunde nicht einigen. Die Chemiebranche ist Deutschlands drittgrößter Industriezweig.

Im Tarifkonflikt der Chemieindustrie schließt die Gewerkschaft IG BCE nach ergebnislosen Verhandlungen einen Arbeitskampf nicht mehr aus. Gewerkschaft und Arbeitgeber gingen am Donnerstag nach der zweiten Verhandlungsrunde ohne Annäherung auseinander, wie beide Seiten am Donnerstagabend mitteilten. Die IG BCE wies ein Angebot der Arbeitgeber als Provokation zurück und rief ihre Mitglieder zu Großdemonstrationen auf. Die Verhandlungen für die rund 550.000 Beschäftigten waren ursprünglich für Donnerstag und Freitag angesetzt und sollen am 26. und 27. März in Stuttgart weitergeführt werden.

Die Arbeitgeber haben nach eigenen Angaben ein Angebot vorgelegt, das nach zwei Leermonaten eine dauerhafte Einkommenserhöhung von 1,6 Prozent bei einer Laufzeit von insgesamt 15 Monaten vorsieht. Außerdem wollen die Arbeitgeber für das Jahr 2016 pro Beschäftigten 200 Euro zusätzlich in den betrieblichen Demografiefonds einzahlen. Die IG BCE fordert eine Anhebung der Entgelte um 4,8 Prozent. Außerdem will die Gewerkschaft den Tarifvertrag „Demografie und Lebensarbeitszeit“ weiter entwickeln und den Demografiefonds ausbauen. „1,6 Prozent – das ist komplett neben der Spur. Das Gesamtvolumen passt hinten und vorne nicht“, sagte Peter Hausmann, Verhandlungsführer der IG BCE.

In der zurückliegenden Tarifrunde waren Lohnerhöhungen von 3,7 Prozent ausgehandelt worden. Die Chemiebranche ist Deutschlands drittgrößter Industriezweig nach der Automobilindustrie und dem Maschinenbau. In der Metall- und Elektroindustrie hatten sich die Tarifparteien Ende Februar für die 3,7 Millionen Beschäftigten auf eine Tariferhöhung von 3,4 Prozent und eine Einmalzahlung von 150 Euro verständigt.

Kommentare

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  1. kay sagt:

    Wird mal auch Zeit das in Deutschland verstärkt gestreikt wird. Das muss die nächsten 10 Jahre so weiter gehen.