Österreich findet Käufer für Kommunalkredit

Österreich verkauft einen Teil des notverstaatlichten Gemeindefinanzierers Kommunalkredit an den Investor Bettscheider. Dessen Konsortium übernehme 3,5 Milliarden Euro an Darlehen und Wertpapieren der Bank. Die restlichen Bankteile mit einer Bilanzsumme von sieben Milliarden Euro würden mit der Bad-Bank KA Finanz verschmolzen.

Österreich hat einen Käufer für Teile des notverstaatlichten Gemeindefinanzierers Kommunalkredit gefunden. Ein Konsortium aus dem deutschen Investor Patrick Bettscheider und dem Londoner Vermögensverwalter Attestor übernehme Darlehen und Wertpapiere mit einem Volumen von 3,5 Milliarden Euro. Der Vertrag sei bereits unterzeichnet, teilte Kommunalkredit am Freitag ohne Angaben zum Kaufpreis mit.

Österreich hatte die Kommunalkredit im Zuge der Finanzkrise verstaatlicht. Die EU schrieb der Alpenrepublik einen Verkauf bis Mitte 2013 vor – was jedoch scheiterte. Daraufhin musste das Institut sein Neugeschäft einstellen und Österreich durfte nur noch einen Teil der Bank zum weiteren Verkauf stellen.

Der nunmehrige Käufer Bettscheider ist Gründer der Frankfurter Investmentbank MainFirst. Er hatte das Haus jedoch Anfang 2014 verlassen, um über „neue unternehmerische Herausforderungen“ nachzudenken. Wenig später kündigte er im Sommer 2014 die Übernahme der in der Finanzkrise ebenfalls in Schwierigkeiten geratenen Düsseldorfer Hypothekenbank vom Finanzinvestor Lone Star an. Auch hier agierte er gemeinsam mit der britischen Gesellschaft Attestor Capital. Finanzkreisen zufolge ist der Deal jedoch noch nicht abgeschlossen. Die DüsselHyp braucht nach Einschätzung der Ratingagentur Fitch dringend Unterstützung. Das Institut zählt zu den Gläubigern der vor einem Schuldenschnitt stehenden Krisenbank Hypo Alpe Adria und hatte Ende 2013 Hypo-Papiere mit einem Volumen von 348 Millionen Euro im Bestand.

Läuft alles nach Plan, will Bettscheider den Teilkauf der Kommunalkredit zum Ende des zweiten Quartals über die Bühne bringen – und im Zuge dessen auch einen Teil der Schulden der Kommunalkredit übernehmen.

Die restlichen Bankteile mit einer Bilanzsumme von sieben Milliarden Euro will Österreich in die bereits bestehende staatliche Kommunalkredit-Bad Bank KA Finanz auslagern. Deren Rating stufte die Agentur Standard & Poor’s am Freitag auf „A-“ von „A“ zurück und begründete das mit der sinkenden Wahrscheinlichkeit weiterer staatlicher Hilfen. Hintergrund dafür sei das Vorgehen Österreichs bei der Hypo-Bad-Bank Heta: Weil der Staat kein weiteres Geld mehr in das Kriseninstitut pumpt, droht den Gläubigern ein Schuldenschnitt. Dennoch geht S&P davon aus, dass Österreich die KA Finanz zumindest mittelfristig weiter stützen wird.

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