Verbraucherschützer wollen Obergrenze für Crowdfunding

Crowdfunding berge Gefahren für Kleinanleger, so Verbraucherschützer. Sie fordern daher die Deckelung auf maximal 1000 Euro pro Privatanleger. Diese sollen nicht mehr in Projekte stecken dürfen, für die die sogenannte Prospektpflicht nicht gelte.

Verbraucherschützer fürchten beim sogenannten Crowdfunding Gefahren für Kleinanleger und fordern die Deckelung der Investitionen. Maximal 1000 Euro sollten Privatanleger in Projekte stecken dürfen, für die die sogenannte Prospektpflicht nicht gelte, verlangte der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv). Dadurch werde das wirtschaftliche Risiko von Verbrauchern begrenzt, die in alternative Anlagen wie das Crowdfunding über Internetplattformen investierten.

Im Entwurf des Kleinanlegerschutzgesetzes, das am Montag im Finanzausschuss des Bundestages beraten werden soll, sind zwar Informationspflichten der Anbieter von Finanzanlagen vorgesehen. Dazu müssen sie Prospekt auflegen, in denen sie etwa das Konzernergebnis und ihre finanziellen Verpflichtungen und deren Fälligkeit angeben müssen. Aber der Entwurf sieht auch Ausnahmen vor: Demnach sollen die Prospektpflichten nicht gelten, wenn das Finanzierungsziel eine Million Euro nicht übersteigt. Zwar sollen Anleger eigentlich nicht mehr als 1000 Euro beisteuern dürfen. Aber diese Hürde können Anleger mit Selbstauskünften über Gehalt und Vermögen umschiffen und bis zu 10.000 Euro investieren.

Mit ihrer Forderung, bei dem Verzicht auf einen Prospekt die Anlagesumme generell auf 1000 Euro zu begrenzen, gehen die Verbraucherschützer über die Gesetzespläne hinaus. „Wer bei Kleinanlegern Gelder in erheblicher Größenordnung einsammeln will, muss ordentlich über die zu finanzierenden Projekte informieren“, fordert Dorothea Mohn, Finanz-Expertin beim vzbv. „Crowdfunding“ sei eine hochspekulative Anlage. Die Erfahrung zeige zudem, dass sich unseriöse Akteure am Kapitalmarkt Ausnahmen zunutze machen, erklärte sie mit Blick auf die Prospektpflicht.

Kommentare

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  1. Andy sagt:

    Ja klar! Nur ja kein Geld an kühne Unternehmer an den Bankstern vorbei! Wo kommen wir denn da hin, wenn jeder sein Geld investieren könnte, wo er will!
    Also kusch, sitz und platz!
    Und schreibe 100 Mal: „Das Recht Geld zu verleihen haben nur Bankster!“
    und dann 100 Mal: „Das Recht Zinbsen zu nehmen haben nur Bankster!“

    Die blöde Mehrheit wählt dann Politiker, die solche Gesetze beschließen. Die DDR 2.0 wird immer unerträglicher.

  2. Wolfgang Dewor sagt:

    Wieso glaubt in Deutschland immer irgendjemand, Verbraucher schützen zu müssen? Sind wir nicht alle gross genug, um selbst entscheiden zu können, ob wir Risiken tragen wollen oder nicht? Wir werden weit kommen, wenn Schutzregeln, wie hier formuliert, am dümmsten anzunehmenden Verbraucher orientiert sind. Wer keine Ahnung von einem Investment hat, soll ganz einfach die Finger davon lassen.

  3. Harry sagt:

    Was geht bitte selbsternannte „Verbraucherschützer“ an, wo ich oder andere Menschen ihr Geld investieren?