Ökonomen: Deutschland lebt auf der Sonnenseite der Konjunktur

Ökonomen sagen Deutschland für die nahe Zukunft einen kräftigen Aufschwung voraus. Die Dynamik der Binnennachfrage bleibe weiter hoch, die Investitonen der Unternehmen zögen an. Trotzdem dürften die Überschüsse im Staatshaushalt merklich sinken.

Deutschland ist nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) auf dem Weg in die Hochkonjunktur. Die Fachleute prognostizieren ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent in diesem Jahr und von 2,0 Prozent 2016.

Die Experten des IWH-Instituts in Halle trauen der Wirtschaft sogar schon für dieses Jahr ein Plus von 2,0 Prozent zu und begründen dies mit der guten Inlandskonjunktur: „Alles in allem bleibt vor allem die Dynamik der Binnennachfrage auch aufgrund der gesunkenen Energiekosten weiter hoch.“ Zudem sorgten die niedrigen Zinsen für anziehende Investitionen der Unternehmen und steigende Einkommen der Verbraucher für mehr privaten Konsum.

2012 und 2013 hatte die Wirtschaft kaum zugelegt. Im vorigen Jahr ging es dann mit 1,6 Prozent bergauf. „Deutschland lebt derzeit auf der Sonnenseite der Konjunktur“, resümierte das IfW. Trotzdem dürften die Überschüsse im Staatshaushalt merklich sinken. „Die Ausgaben des Staates legen im laufenden Jahr kräftig zu“, sagen die Experten voraus und verweisen auf zusätzliche Leistungen wie die Mütterrente und die Rente mit 63 Jahren.

Gleichzeitig würden Sondereffekte wegfallen: So habe der Staat 2014 von vielen Selbstanzeigen wegen Steuerhinterziehung ebenso profitiert wie vom hohen Bundesbankgewinn, der nach Berlin überwiesen wurde. Das IfW rechnet daher für 2015 nur noch mit einem Haushaltsüberschuss von 10,4 Milliarden Euro, der 2016 auf 8,6 Milliarden Euro fallen soll. Im Vorjahr waren es noch 18 Milliarden 2Euro.

Die Hallenser Forscher sehen trotz rosiger Aussichten auch Gefahren. „Der jähe Ölpreisfall und die erheblichen Verschiebungen wichtiger Währungsrelationen bergen neben Chancen auch Risiken für die internationale und die deutsche Konjunktur.“ Auch die unsichere politische Lage in Griechenland bleibe ein Risikofaktor. Denn selbst bei einer Einigung zwischen dem Land und seinen Euro-Partnern über die Auszahlung der letzten Tranche des zweiten Hilfspakets, werde Griechenland seinen Zahlungsverpflichtungen ohne neue Hilfen nicht nachkommen können, sagen die Forscher voraus.

Kommentare

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  1. Gregor sagt:

    Wenn man „harte Arbeit“ gegen virtuelles Geld tauscht, das man seit Jahren wegen Überschuldung nicht zurück erhält,

    arbeitet letztlich eben gratis.

    Sonnenseite? 🙂

    Hauptsache – man glaubt daran.

    Los ab an die Arbeit, „ihr faulen s…“ 😉

  2. Matthes sagt:

    Deutschland auf der Sonnenseite?
    Nein! Nicht ganz Deutschland! Nur die Exportwirtschaft. Die normalen Bürger stehen im Regen und bezahlen dafür!