Kein Kompromiss in Sicht: Verdi-Chef warnt Arbeitgeber vor Eskalation im Tarifstreit

Verdi-Chef Frank Bsirske droht mit einer Ausweitung der Streiks im öffentlichen Dienst. Blieben die Arbeitgeber bei ihrer Verhandlungstaktik des Hinhaltens, führe das zur Eskalation. Dann würden mehr als 100.000 Arbeitnehmer in der kommenden Woche ihre Arbeit niederlegen.

Verdi-Chef Frank Bsirske hat die Arbeitgeber vor einer Eskalation im Tarifstreit im öffentlichen Dienst gewarnt. „Bleiben die Arbeitgeber bei ihrer Verhandlungstaktik des Hinhaltens, führt dies zur Eskalation“, sagte Bsirske vor der nächsten Verhandlungsrunde „Bild am Sonntag“ laut Vorabbericht.

Ein Kompromiss sei bisher nicht in Sicht, ergänzte der Gewerkschaftschef. „Wir liegen in allen zentralen Punkten auseinander. Wir erwarten in den Verhandlungen am Montag ein Angebot für mehr Lohn, die Bereitschaft, die Bezahlung von angestellten und verbeamteten Lehrern anzugleichen und die Zusatzrente im öffentlichen Dienst nicht zu kürzen.“

Für die kommende Woche drohte Bsirske mit einer Ausweitung des Arbeitskampfs: „An den Arbeitsniederlegungen werden sich weit mehr als die 100.000 Arbeitnehmer in dieser Woche beteiligen. Es geht um Straßenwärter, Feuerwehrleute und Polizisten, um Schulen, Kitas, Unikliniken, Hochschulen sowie um Streiks im Küstenschutz und in der Landesverwaltung. Mein Eindruck ist: Die Arbeitgeber brauchen ein Signal von den Beschäftigten, was Sache ist.“

Kritik an der Höhe der Lohnforderung von 5,5 Prozent wies der Verdi-Chef zurück: „Der Zuwachs, den wir derzeit bei den Einnahmen aus Kapitalgewinnen erleben, toppt unsere Forderungen um ein Vielfaches. Im Vergleich zur durchschnittlichen Tarifentwicklung der Gesamtwirtschaft liegen wir um 2,5 Prozent zurück. Da haben wir Nachholbedarf.“

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