Unternehmen vergrößern IT-Teams um 30 Prozent

Bis 2020 wird die Zahl der IT-Spezialisten in deutschen Unternehmen um 30 Prozent steigen. Die Zahl der IT-Projekte wächst. Ebenso will die EU den digitalen Binnenmarkt vorantreiben. Für den Ausbau des Breitbandnetzes veranschlagt Verkehrsminister Alexander Dobrindt rund 10 Milliarden Euro.

Die Konkurrenz um die besten IT-Mitarbeiter wird sich in den nächsten fünf Jahren noch verstärken. Einer Studie zufolge gehen zwei Drittel der deutschen Technik-Chefs (66 %) von einem Wachstum ihrer IT-Teams bis zum Jahr 2020 um bis zu 30 Prozent aus. Gleichzeitig glaubt ein Großteil der IT-Verantwortlichen, dass es in fünf Jahren schwieriger sein wird als heute, Fachkräfte im Unternehmen zu halten (47%) und neue Mitarbeiter zu finden (51%).

Der BDI warnt davor, dass der digitale Rückstand in Deutschland der Industrie Milliarden kosten könnte. Der digitale Markt in der EU soll stärker zusammenwachsen. Bei der Eröffnung der Computermesse CeBIT in Hannover kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntagabend an, Deutschland werde den Druck auf rasche Entscheidungen über ein ganzes Bündel von Maßnahmen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien erhöhen. So müsse die EU endlich die geplante Datenschutzverordnung verabschieden, um für den Markt mit 500 Millionen Menschen gleiche Datenschutzstandards festzuschreiben. Wenn die EU kluge Regelungen für den Umgang mit Big Data aufstelle, könne Europa zudem im globalen Wettlauf ganz vorne mit dabei sein. „Wir müssen alles daran setzen, mit der EU-Kommission eine gemeinsame Lösung zu finden“, sagte Merkel mit Blick auf die steuerliche Abschreibung für Start-Up-Firmen.

Mit dem deutschen IT-Sicherheitsgesetz wolle die Bundesregierung zudem Vorreiter beim sicheren Umgang mit Daten der Firmen in Europa sein, kündigte Merkel an. „Das ist die Blaupause dafür, wie wir uns in Brüssel aufstellen“, sagte sie. Bis zur Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt im September werde die Bundesregierung außerdem Eckpunkte zum automatisierten Fahren vorlegen.

Diese Trends erhöhen die Nachfrage nach IT-Profis. Diese können sich den Arbeitgeber aussuchen. Bei der Neueinstellung von IT-Mitarbeitern sehen 45 Prozent der Chefs die hohen Ansprüche an Gehälter und Zusatzleistungen besonders der Generation Y als größte Hürde, heißt es in der Studie des Personaldienstleisters Robert Half. Fast ebenso viele (43%) sind der Meinung, die Ausbildung der IT-Profis spiegle nicht die Anforderungen des Marktes wider.

IT-Systeme werden zunehmend unternehmensspezifischer, externe Kandidaten haben daher nur selten die Kompetenzen, die gebraucht werden, glauben 36 Prozent. Nur ein Viertel gibt an (26%), dass die Anzahl der verfügbaren Kandidaten aufgrund des demographischen Wandels geringer ist.

Trotz der Herausforderungen bei der Mitarbeiterfindung und -bindung sind IT-Chefs für die anstehenden Aufgaben der nächsten fünf Jahre auf größere IT-Teams angewiesen. Hauptgründe für den Bedarf an neuen IT-Mitarbeitern sind eine steigende Anzahl an IT-Projekten (60 %) oder Projekte mit einem größeren Umfang als bisher (59 %).

Ganz oben auf der Prioritätenliste der Projekte, die bis zum Jahr 2020 umgesetzt sein sollten, steht für IT-Verantwortliche die Implementierung der richtigen IT-Infrastruktur, um die Geschäftsführung beim Erreichen ihrer Ziele zu unterstützen (30%). Darüber hinaus stehen die Garantie der Datenqualität (21 %) und die Sicherstellung der täglichen Unterstützung durch die IT (14%) auf der To-Do-Liste der IT-Chefs. Einer Studie des IT-Verbands Bitkom zufolge gibt es in Deutschland 41.000 unbesetzte IT-Stellen.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat einer Zeitung zufolge für dieses Jahr Investitionen von mehr als zehn Milliarden Euro in den Breitbandausbau angekündigt. Acht Milliarden kämen von den Telekommunikationsunternehmen, eine Milliarde aus dem Investitionspaket der Regierung und mindestens eine weitere Milliarde aus der Frequenzversteigerungen für mobiles Breitband, sagte Dobrindt der Rheinischen Post einem Vorabbericht zufolge. Die digitale Infrastruktur sei die Triebfeder für neue Ideen, Arbeitsplätze, Wachstum und Wohlstand. In Deutschland haben nach Angaben des Verkehrsministeriums zwei Drittel aller Haushalte einen Internet-Zugang mit mehr als 50 Megabit pro Sekunde.

Kommentare

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  1. Papperlapapp sagt:

    Hallo,
    ich versteh hier garnix. Was ist eine digitale „was auch immer“ Revolution? Weiss das jemand?

    Was genau ist es, was die Firmen an IT-Arbeit brauchen? Auch das steht hier nirgends. Wosoll ich jetzt als IT-ler anrufen, um einen Auftrag für „was auch immer“ zu bekommen? Ausser Bürger-Überwachung sehe ich keine neuen Ideen.

    Kann mich jemand aufklären was ich da übersehen habe?

    • cui bono sagt:

      Wenn sie für 2,50 € / Std. Knöpfchen drücken und bereit sind
      so einen Mist wie den SAP-Kram Unternehmen aufs Auge zu drücken,
      haben Sie gute Aussichten.
      Andernfalls gibt es in Indien sicherlich hundertausende top-ausgebildeter
      IT-Spezis, die allerdings, wenn sie denn ihr Metier beherrschen, nicht nach Schland kommen. Die wären schön blöd.
      Was ich in vielen Berufsjahren an selbsternannten IT-Spezialisten kennen
      gelernt habe, waren eben Knöpfchendrücker und Comjuder An-und
      Ausmacher.