Bundesregierung will Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit

Frauen erhalten in Deutschland 22 Prozent weniger Lohn als Männer. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig will daher ein neues Gesetz auf den Weg bringen. Es soll die Lohnunterschiede bei gleichem Job und Qualifikation ausgleichen.

Das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen ist auch 2014 nicht kleiner geworden. Weibliche Beschäftigte erhielten für ihre Arbeit durchschnittlich 22 Prozent weniger Geld als ihre männlichen Kollegen, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Ihr durchschnittlicher Bruttolohn pro Stunde lag bei 15,83 Euro, während Männer 20,20 Euro bekamen. Die Differenz blieb damit das fünfte Jahr in Folge unverändert.

Im Westen ist die Lohnlücke besonders groß: Hier erhielten Frauen 23 Prozent weniger, im Osten waren es neun Prozent. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig mahnte, die Politik dürfe bei diesen Unterschieden „nicht länger nur zuschauen“.

Die erheblichen Lohndifferenzen führen die Statistiker auf die unterschiedliche Branchen- und Berufswahl zurück sowie auf die Tatsache, dass Frauen seltener Führungspositionen bekleiden. Sie arbeiten zudem häufiger in Teilzeit und sind weniger lang in ihren Berufen beschäftigt – vor allem wegen Auszeiten nach der Geburt von Kindern. Bei ähnlicher Qualifikation und ähnlichem Job sinke der Verdienstunterschied auf sieben Prozent.

Schwesig hat bereits angekündigt, dass sie nach Einführung der Frauenquote ein Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit auf den Weg bringen wird. Die Ministerin erwägt dazu einen individuellen Auskunftsanspruch zur Gehaltsstruktur in den Unternehmen. Ihren Worten zufolge sind faire Löhne Teil eines nachhaltigen Personalmanagements und helfen dabei, weibliche Fachkräfte zu binden und Mitarbeiter zu motivieren.

Laut Elke Holst vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sind die wichtigsten Gründe für den als „Gender Pay Gap“ bezeichneten Lohnunterschied die Diskriminierung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt und ihre höhere Belastung im Familien- und Berufsleben. Die DIW-Forschungsdirektorin plädierte daher für mehr Transparenz über Verdienste, Boni oder andere Prämien.

Während die Lohnkluft in Westdeutschland in den vergangenen Jahren um einen Prozentpunkt geringer geworden ist, nahm sie im Osten seit 2009 um drei Punkte zu. Experten führen das auf die Entwicklung in der männerdominierten Industrie zurück, wo die Löhne von 2009 bis 2013 um fast zwölf Prozent zulegten.

Kommentare

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  1. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig sagt:

    Ich hätte da auch schon einen Namen für das Gesetz, wie wäre es mit „Lohnungerechtigkeitsbremse“. Als Mann darf man dann nur 10% über dem durchschnittlichen Lohnniveau der Frauen (Qualifikation, unterschiedliche Branchen- und Berufswahl, Teilzeit, weniger lang im Beruf beschäftigt) nicht mit eingerechnet, verdienen.

  2. Mann aus Wien sagt:

    Dafür zahlen Männer mehr Steuern. Wird Zeit das sich die Genderbeauftragtinnen mal darüber aufregen!

    Ach, hatte ich vergessen, die leben ja von diesen Steuern!