Mittelstand wird in Ukraine von Warenlieferungen abgeschnitten

Die Geschäfte deutscher Mittelständler in der Ukraine geraten durch Mobilisierung der ukrainischen Armee ins Stocken. Zahlreiche Firmen im Westen des Landes sind können Frachtlieferungen aus dem Ausland nicht mehr bezahlen. Das Geld wird knapp. Mutterfirmen kürzen die Budgets für ihre Tochtergesellschaften im Krisengebiet. Diese müssen ihre Geschäfte zurückführen oder ganz einstellen.

Noch immer sind zahlreiche deutsche Unternehmen in der Ukraine tätig. Obwohl die Situation angespannt ist, ziehen sich die Firmen noch nicht aus der Ukraine zurück. Die meisten Betriebe sind im Westen der Ukraine angesiedelt, der nicht von Kampfhandlungen erschüttert wird. Doch die Mobilisierung der ukrainischen Armee hat auch die Mittelständler vor Ort erschüttert. Die Einberufung der Mitarbeiter in den Wehrdienst bringe die Produktionsabläufe vieler Unternehmen durcheinander, sagt Marcus Felsner, Vorsitzender des Osteuropavereins der deutschen Wirtschaft.

Schätzungen des Vereins zufolge sind noch etwa 2.000 Unternehmen mit deutscher Beteiligung in der Ukraine tätig, darunter Tochtergesellschaften deutscher Firmen wie etwa der Autozulieferer Leoni, Großhändler Metro oder Elektronik-Konzern Siemens. Die Unternehmen vor Ort beschäftigen im Schnitt rund 1.100 Mitarbeiter.

Während die Produktion im Westen der Ukraine weitgehend aufrechterhalten werden kann, sind die meisten Produktionsstätten deutscher Unternehmen in der Ostukraine unzugänglich. Märkte und Geschäfte sind aufgrund der hohen Gefahr von Plünderungen geschlossen. Die Stilllegung der Produktion zieht auch deutsche Speditionen in Mitleidenschaft, die keine Waren mehr in das Krisengebiet liefern können.

Die Frachten, die noch in die Ukraine gelangen, können meist nicht bezahlt werden. Aufgrund der Wirtschaftskrise – die Ukraine wird nur noch durch Kredite aus dem Ausland vor der Staatspleite bewahrt – hat zu einem Verfall der Währung geführt. In der Folge werden sinkt die Verfügbarkeit von Devisen, was zu Liquiditätsengpässen führt.

Aufgrund der schwierigen Situation kürzen viele Unternehmen mit Sitz in Deutschland ihre Budgets für die Krisenregion. Damit schneiden sie ihre Tochterfirmen fast komplett vom Markt ab. „Es wird deswegen kein Unternehmen von deutscher Seite geschlossen, aber es ist eine stille Rückführung des Geschäfts“, sagt Felsner einem Bericht von N-TV zufolge.

Kommentare

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  1. cui bono sagt:

    Vielleicht beginnt dann der eine oder andere mal über den Sinn
    oder Unsinn der Sanktionen gegen Putin ( nicht Russland ) nachzudenken.
    Weil Putin die Unverfrorenheit besitzt, sich nicht den Massenmördern USA
    vor die Füsse zu werfen und einen Kotau nach dem anderen zu zelebrieren.
    Wer mit Nazis paktiert muss sich ebenfalls vorhalten lassen, keinen Deut
    besser als diese zu sein. Im Gegenteil. Das Nivellieren dieser Geisteshaltung
    ist nicht nur dumm. Das Paktieren aber kriminell.

  2. Hans von Atzigen sagt:

    All zu überraschend ist die Entwicklung nicht. Im Gegensatz zu Russland hat sich die Ukraine nicht vom Desaster das die UDSSR hinterliess auch nur moderat erholt.
    Für Medien und Politik wird ein Land erst ,,interessant,, wenn Barrikaden brennen und Projektile fliegen, dann ist es in aller Regel längst zu spät. Die sinnlose Konfrontation des Westens gegen Russland verpasst dem Land auch noch den Rest. Hilfe zur Selbsthilfe in Kooperation des Westens mit Russland ist die Verpasste Chance für das Land. Ein Blockfreies Osteuropa eine lockere Strategische Partnerschaft Russland und Europa, bot die Chance für eine Langfristige Entwicklung der Region. Tja ein innzwischen wohl verdorbene Chance. Jetzt kollidieren der Grossmachtwahn der EU mit USA mit dem streben Russlands nach dem Eigenen Weg der Wirtschaftlichen Entwicklung zum Respektierten Mitspieler. Die aktuelle Entwicklung verspricht nichts gutes Wirtschaftlich aber auch Geostrategisch. Mit den Russen kann man leben mit dem radikal Expansionistischen Islam können beide nicht. Ausser einer explodierenden Bevölkerung und etwas Öl hat der islamische Raum insbesondere Wirtschaftlich nichts zu bieten. Russland hat Rohstoffe und erhebliche Entwicklungsmöglichkeiten im Angebot.
    Nanu eine Historisch erhebliche Chance ist leichtfertig und sinnlos verbraten.
    Freundliche Grüsse