Holcim und Lafarge einigen sich auf neue Fusions-Bedingungen

Bruno Lafont wird nicht Chef nach der Fusion von Holcim und Lafarge. Der neue Chef soll in den kommenden Wochen ernannt werden. Außerdem einigen sich beide Seiten auf einen neuen Aktientausch: Lafarge-Eigner erhalten für zehn eigene Aktien neun Titel von Holcim.

Die Zementkonzerne Holcim und Lafarge haben ihre auf der Kippe stehende Megafusion gerettet. In tagelangen Verhandlungen setzte Holcim Nachbesserungen beim Preis und einen neuen Konzernchef durch. Verschiedene bedeutende Aktionäre der beiden Unternehmen hätten der neuen Vereinbarung ihre Unterstützung zugesagt, teilte Holcim am Freitag mit. Damit stehen die Vorzeichen gut, dass der Deal bei den Aktionärsversammlungen der beiden Konzerne abgesegnet wird. Die Transaktion – der größte Zusammenschluss in der Geschichte der Branche – soll im Juli 2015 abgeschlossen vollzogen werden.

Nachdem der im April vorigen Jahres eingefädelte Deal über Monate unbestritten schien, trat die Schweizer Seite am vergangenen Sonntag auf die Bremse. Holcim forderte angesichts des zuletzt besseren Geschäfts Nachbesserungen beim Preis und stellte sich Insidern zufolge wegen seines Führungsstils gegen Lafarge-Lenker Bruno Lafont als Chef des fusionierten Konzerns. Die Franzosen hatten sich zuerst kategorisch gegen Änderungen beim Chefposten gewehrt, der Druck der eigenen Großaktionäre leitete dann aber Insidern zufolge ein Umdenken ein.

Die Unternehmen einigten sich nun darauf, dass Lafont nicht Konzernchef wird, sondern sich stattdessen den Aufsichtsrats-Chefposten mit Holcim-Präsident Wolfgang Reitzle teilen soll. Lafarge darf nun einen neuen Vorschlag für den Posten an der Spitze des Konzerns machen. Der neue Chef soll in den kommenden Wochen ernannt werden, sagte Lafont auf einer Telefonkonferenz.

Des weiteren wurde das Austauschverhältnis zugunsten der Holcim-Akionäre nachgebessert. Nun erhalten die Lafarge-Eigner für zehn eigene Aktien neun Titel von Holcim. Ursprünglich war ein Austauschverhältnis von eins zu eins vereinbart worden.

Ganz in trockenen Tüchern ist der Deal zwar noch nicht. Einige Holcim-Aktionäre sperren sich grundsätzlich gegen einen Zusammenschluss. Trotzdem dürfte die Transaktion mit der Unterstützung der Großaktionäre nun eine Mehrheit finden. An der Börse kletterten die Holcim-Aktien vorbörslich um drei Prozent.

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