Steuerentlastung führt zu Bürokratie-Aufwand beim Mittelstand

Arbeitgeberverbände brauchen mehr Zeit für die Weitergabe einer vom Bund beschlossenen Steuerentlastung. Demnach soll der steuerfreie Beitrag für das Existenzminimum um 118 Euro auf 8.472 Euro angehoben werden. Die Änderung erfordert eine Neuberechnung der Lohnsteuer für 30 Millionen Beschäftigte.

Die von der Bundesregierung geplante Mini-Steuerentlastung für Arbeitnehmer soll sich nach dem Willen der Arbeitgeber nur mit mehrmonatiger Verzögerung auf dem Gehaltszettel niederschlagen. Sie wollen die rückwirkende Anhebung des steuerfreien Existenzminimums um 118 Euro auf 8472 Euro erst im Verlauf des Jahres bei den Lohnabrechnungen berücksichtigen, um „zusätzliche und unnötige Bürokratie“ zu vermeiden. In einem Reuters am Freitag vorliegenden Schreiben an das Bundesfinanzministerium bitten acht Spitzenverbände der Wirtschaft um eine entsprechende Option für die Arbeitgeber. Andernfalls müsse die Lohnsteuer für etwa 30 Millionen Beschäftigte nachträglich neu berechnet werden.

Für Arbeitnehmer hieße dies laut dem Schreiben, dass Unternehmen die Erhöhung des Grundfreibetrages beispielsweise erst ab September beim Lohnsteuerabzug berücksichtigen. Die Entlastungswirkung würde demnach in den verbleibenden Monaten von September bis Dezember 2015 zu je einem Viertel nachgeholt.

Der Grundfreibetrag soll rückwirkend ab Jahresanfang 2015 steigen. Die Gesetzesvorlage, die auch eine Kindergelderhöhung beinhaltet, ist aber noch nicht vom Kabinett gebilligt. Die SPD fordert noch Änderungen, um Alleinerziehende besserzustellen.

Kommentare

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  1. Markus Ziekau sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Was genau ist der Aufwand für den Mittelstand?

    Mein Wissenstand ist, die Eingabe des Freibetrages in der Abrechnungssoftware, kein bürokratischer Aufwand. Die zeitliche Verzögerung würde bedeuten, dass Unternehmer ein Guthaben erhalten welches dem AN vorenthalten wird. Was hat der AN davon?

    Vielen Dank

    Markus Ziekau