Kraftwerk-Krise belastet Geschäft der Großanlagenbauer

Das schwache Kraftwerksgeschäft belastet Großanlagenbauer. Die Branche verzeichnet einen Rückgang der Bestellungen um sieben Prozent. Der Markt für fossile Brennkraftwerke ist infolge der Energiewende zusammengebrochen. In den kommenden Jahren wird daher keine Belebung des Geschäfts stattfinden.

Die Hersteller von Großanlagen wie Kraftwerke und Chemiefabriken erwarten nach einen Rückgang der Bestellungen 2014 keine rasch anziehenden Geschäfte. Die überwiegende Zahl der Mitglieder rechne 2015 bestenfalls mit einer stabilen Nachfrage oder sogar mit einem Rückgang, erklärte der Maschinenbauverband VDMA am Montag. „Hauptgrund für diesen vorsichtigen Ausblick sind die gedämpften Wachstumsaussichten in Ländern wie Brasilien, China und Russland sowie die Vielzahl lokaler Krisenherde.“ Vor 2016 oder 2017 werde es wohl keine spürbare Belebung geben.

Die Branche, zu der neben vielen Mittelständlern etwa auch ThyssenKrupp Industrial Solutions gehört, verbuchte im vergangen Jahr einen Rückgang der Bestellungen um sieben Prozent auf 19,6 Milliarden Euro. Die exportorientierten Hersteller mussten im Auslandsgeschäft ein Minus von fünf Prozent hinnehmen. Zu den wichtigsten Märkten gehören Russland, die USA und China.

Im Inlandsgeschäft schrumpften die Orders um 18 Prozent. Das Inlandsgeschäft schwächele vor allem, weil der Markt für fossile Kraftwerke zusammengebrochen sei. Kohle- und Gaskraftwerke stehen wegen des boomenden Ökostroms und des Verfalls der Strom-Großhandelspreise immer häufiger still, was auch Energieriesen wie E.ON und RWE zu schaffen macht.

Die Unternehmen wollen dem Verband zufolge in den kommenden Jahren ihr Servicegeschäft ausbauen und sich dadurch unter anderem von der Konkurrenz in Asien abheben. Im Schnitt soll der Serviceanteil am Umsatz bis 2018 auf 20 Prozent von zuletzt 15 Prozent steigen. „Das kann in Einzelfällen dazu führen, dass Anlagenbauer zusätzlich zum Bau der Anlage auch deren Betrieb anbieten.“ In Deutschland sind im Großanlagenbau 61.000 Mitarbeiter beschäftigt, an ausländischen Standorten rund 100.000 weitere.

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  1. karl sagt:

    Innovation ist gefragt, aber die Politik hinkt hinterher.
    Als ich vor 40 Jahren den 5MW-Windkonverter in einer privaten STudie im Verein für Kleinkraftwerke beschrieben hatte, wurde das belächelt und wieder in die Mappe gelegt, heute aber lebt eine ganze Industrie davon. Vieles ist aber nach Fernost abgewanderrt, weil es von der Politik nicht geschätzt war. Der Vielpolige Bürstenlose Permanentmagn. Nabenmotor zB. welchen wir heute aus China beziehen müssen, weil hier die Produktionsstätten von der Poltik filetiert wurden. Superlative Politik eben!