Mittelstand schafft seit 2010 in Deutschland 468.000 neue Jobs

Im europäischen Vergleich ist der deutsche Mittelstand auf Platz 1. In nur fünf Jahren haben die Unternehmen 468.000 neue Mitarbeiter eingestellt. Außerdem wächst der Mittelstand deutlich schneller als die Gesamtwirtschaft Deutschlands.

Im vergangenen Jahr hat der Mittelstand in Deutschland eine Bruttowertschöpfung (BWS) von 298 Milliarden Euro generiert. Mit 5,5 Millionen Beschäftigten umfasst der heimische Mittelstand im europäischen Vergleich mit Abstand die meisten Mitarbeiter. Allein in den vergangenen fünf Jahren sind 468.000 neue Angestellte dazugekommen.

Das Wachstum ist überdurchschnittlich: Die BWS ist in den vergangenen zehn Jahren um fast 40 Prozent gewachsen, die der Gesamtwirtschaft nur um 30 Prozent. Auch die Zahl der Firmen stieg von 2005 bis 2014 um 36 Prozent auf 57.400 Unternehmen. Im selben Zeitraum ist die Zahl kleiner und großer Firmen lediglich um 26 Prozent bzw. 23 Prozent gestiegen. Fast drei Viertel (74 Prozent) der mittelständischen Firmen in Deutschland führten 2012 Innovationen ein, so viel wie nirgendwo sonst in Europa.

Europas Mittelständler stellen nur ein Prozent aller Firmen, erwirtschaften aber 20 Prozent des volkswirtschaftlichen Umsatzes und 18 Prozent der Bruttowertschöpfung. Der Beitrag mittelständischer Unternehmen zur europäischen Wirtschaft belief sich im Jahr 2014 auf 1,03 Billiarden Euro. Der Betrag wird 2015 um drei Prozent auf 1,06 Billiarden Euro anwachsen, bis 2019 sogar auf 1,2 Billiarden Euro. so das Ergebnis einer Studie des Software-Anbieters Sage. Der Bericht „Die wirtschaftlichen Bedeutung des Mittelstands für Europa“, der den Deutschen Mittelstands Nachrichten vorliegt, untersucht den Beitrag mittelständischer Unternehmen zu den Volkswirtschaften der EU. Die größte Datenquelle, die für diese Analyse herangezogen wurde, ist Eurostats Datenbank für strukturelle Unternehmensstatistiken.

Mittelständische Firmen beschäftigen 17 Prozent aller Angestellten. Im Jahr 2014 waren dies 18,7 Millionen Menschen. Bis 2019 sollen jährlich etwa 124.000 neue Stellen dazu kommen, sodass dann 19,3 Millionen Arbeitnehmer im Mittelstand tätig sein werden.

Im Durchschnitt zählen fast zwei Drittel der Mittelständler zu den Innovatoren (63 Prozent), das heißt sie entwickeln neue Produkte sowie Geschäftsansätze und setzen diese bei sich um. In jedem der untersuchten Länder ist der Anteil von Innovationstreibern im Mittelstand höher als in der Gesamtwirtschaft. In neun der zwölf Länder trugen mittelständische Unternehmen mehr zur Bruttowertschöpfung bei als der Durchschnitt aller Firmen.

Trotz anhaltender Unsicherheit in Europa zeigen sich die Mittelständler optimistisch. Drei Viertel der befragten Entscheidungsträger erwarten, dass ihr Umsatz 2015 gleich bleibt oder wächst. Über ein Drittel (39 Prozent) erhofft sich sogar ein Umsatzwachstum von bis zu zehn Prozent. Diese Zuversicht überträgt sich auch auf die Personalpolitik: 55 Prozent der mittelständischen Unternehmen möchte in diesem Jahr zusätzliche Mitarbeiter einstellen. 93 Prozent der mittelständischen Unternehmen planen für 2015 Investitionen in ihre IT, und fast ein Drittel (29 Prozent) will dafür mehr als 50.000 Euro ausgeben.

Voraussetzung für Innovationen ist es, dass ein Unternehmen die besten Talente anziehen – und halten – kann. Doch genau dies scheint eine ständige Sorge der Mittelständler zu sein: 60 Prozent der befragten Entscheider sehen die Bindung der besten Mitarbeiter an ihre Firma als ihre größte Herausforderung. 62 Prozent halten dabei flexible Arbeitszeiten für ein besonderes Attraktivitätskriterium bei einem zukünftigen Arbeitgeber.

Mittelgroße Firmen profitieren traditionell davon, lokal ansässig und zugleich global aktiv zu sein. So können sie mit lokalen Zulieferern und Standorten breitere Märkte bedienen. Die Studie zeigt, dass der europäische Markt für diejenigen befragten Unternehmen, die ins Ausland exportieren, der wichtigste ist: 71 Prozent von ihnen setzt für zukünftiges Exportwachstum auf Europa. Insgesamt betreibt ein Viertel der Mittelständler noch gar keinen Vertrieb im Ausland. Bei fast einem Drittel derjenigen, die es tun, belaufen sich die Exporteinnahmen jedoch auf über 20 Prozent ihres Gesamtumsatzes.

Kommentare

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  1. Loewe2101 sagt:

    Ok, das waren früher 234000 Vollzeitjobs, die jetzt gesplittet wurden. Eventuell sogar noch weniger, da der Trend zur Zweit-Dritt-oder 4. Besetzung einer Stelle geht. Selbstverständlich wird auch der Lohn auf die Anzahl der AN dieser einen Stelle aufgeteilt….

    Statistiken sind was für Statisten….das Jobwunder in DE ist keines, wird aber in der Politik als solches verkauft. Wir haben ja schließlich Volksvertreter in der Regierung….die verkaufen das Volk ebenso wie Versicherungsvertreter Versicherungen verkaufen….

  2. Einfach gestrickt sagt:

    Toll.
    Nur dumm dass davon 85 % Billigjobs sind, die nur durch Aufstocken mit
    Steuergeldern den Unternehmen Gewinne sichern.
    Et ceterum censeo, jedes Unternhmen, das sich nicht aus eigener Kraft im
    Markt behaupten kann, gehört weg.