Russland-Sanktionen verhindern stärkeres Wachstum der deutschen Wirtschaft

Der deutsche Geschäftsklima-Index steigt weiter, die Unternehmen in Deutschland beurteilen ihre Lage als stabil. Doch die Sanktionen gegen Russland dämpfen das Wachstum in Deutschland. Die Bundesregierung nimmt die nachhaltige Schädigung der Geschäftsbeziehungen mit Russland in Kauf.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im März den fünften Monat in Folge aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte überraschend deutlich um 1,1 auf 107,9 Punkte und erreichte den höchsten Stand seit Juli 2014, wie das Münchner Ifo-Institut am Mittwoch unter Berufung auf seine monatliche Umfrage unter 7000 Managern mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur einen Anstieg auf 107,3 Zähler erwartet. „Die deutsche Wirtschaft expandiert weiter“, erklärte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Unternehmenschefs beurteilten sowohl ihre Lage als auch ihre Geschäftsaussichten günstiger als im Vormonat.

Europas größte Volkswirtschaft profitiert derzeit von einer Art zusätzlichem Konjunkturpaket. Denn der niedrige Ölpreis drückt die Kosten vieler Firmen und sorgt für mehr Kaufkraft bei den Verbrauchern. Zudem schiebt der niedrige Euro die Exporte nach Übersee an. Viele Ökonomen trauen der Wirtschaft in diesem Jahr bis zu zwei Prozent Wachstum zu, nach 1,6 Prozent 2014. „Ich sehe derzeit nicht, dass es zu einer Überhitzung der deutschen Wirtschaft kommen könnte“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe der Nachrichtenagentur Reuters.

Einen stärkeren Anstieg des Barometers verhindern nach Ansicht von Ökonomen aber die Sanktionen gegen Russland sowie das gedrosselte Tempo in einigen Schwellenländern wie China. „Wermutstropfen bleibt die insgesamt schwache Weltkonjunktur“, erläuterte Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank. Ähnlich äußerte sich KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Denn die Unsicherheit in Europa sei weiter hoch. „Es ist bezeichnend, dass die Unternehmen abwarten und bis zuletzt wenig investiert haben.“

Die Industriefirmen spüren laut Ifo allerdings klaren Aufwind und blicken deutlich optimistischer nach vorne. „Die Produktionspläne stiegen auf den höchsten Stand seit Mai 2014.“ Auch beim Einzel- und Großhandel hellte sich die Stimmung auf, einzig am Bau trübte sie sich leicht ein. „Der Bauboom ist noch vorhanden, schwächt sich aber ab“, betonte Sinn.

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Josef Schreiber sagt:

    Der Wirtschaftskrieg des Westens gegen Russland ist ein Teilkomplex im Kampf der USA um die Vorherrschaft des US-Dollar, der sich Russland und auch China nicht beugen wird. Die Deutschen sind ein Opfer ihrer Vasallentreue und werden noch mehr bluten müssen. ( Euro-Armee) Das Auseinanderdriften der BRD und Russlands ist wichtigstes US-Kalkül zur Beherrschung des Westens! Der Weg in den großen Krieg um die Vormachtstellung in der Welt hat begonnen!