Niedrige Faserpreise schwächen Textilindustrie

Der österreichische Faserhersteller Lenzing erwartet ein schwieriges Jahr 2015. Sinkende Faserpreise und die hohen Baumwollbestände senken die Rendite. Das Unternehmen will 800 Stellen streichen.

Der österreichische Textilfaser-Hersteller Lenzing stimmt seine Aktionäre auf ein weiteres schwieriges Jahr ein. Grund dafür seien die weiter sinkenden Preise für Viskosefasern, die Lenzing für den Einsatz in hochwertiger Bettwäsche, Unterwäsche und Sportbekleidung herstellt. Hier sei mittelfristig keine nachhaltige Besserung zu erwarten, erklärte das Unternehmen. Zwar wolle Lenzing im laufenden Jahr wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Eine konkrete Prognose sei jedoch nicht möglich. An der Börse gab die Lenzing-Aktie daraufhin bis zu knapp sechs Prozent nach.

Die niedrigen Faserpreise machen dem Unternehmen bereits seit Jahren zu schaffen: Grund dafür sind zum einen hohe Baumwolllager-Bestände, die den Preis für Baumwolle und damit auch jenen für Viskose drücken. Hinzu kam im vergangenen Jahr der deutliche Rückgang des Ölpreises, der auch die Polyesterfaserpreise purzeln lässt.

Um gegenzusteuern, hatte Lenzing das laufende Sparprogramm vor wenigen Monaten verschärft und will konzernweit über 800 Stellen streichen. Bis 2016 sollen die Kosten um jährlich 160 Millionen Euro unter dem Niveau von 2013 liegen. Auch weitere Stellenstreichungen seien nicht auszuschließen, sagte der scheidende Firmenchef Peter Untersperger. „Wenn man sparen muss, dann ist es richtig, ordentlich zuzulangen“, sagte er. Er räumt seinen Stuhl Ende Mai und überlässt das Ruder dem promovierten Chemiker Stefan Doboczky.

Das unter Untersperger Ägide entworfene Sparprogramm trug im vergangenen Jahr erste Früchte. Das operative Ergebnis (Ebitda) stieg um 24 Prozent auf 240 Millionen Euro. Unter dem Strich führten allerdings Firmenwertabschreibungen zu einem Verlust von 14,2 Millionen Euro nach einem Gewinn von 31 Millionen Euro im Jahr davor. Die Aktionäre sollen dennoch eine Dividende von einem Euro nach 1,75 Euro im Jahr davor erhalten.

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