Betreiber wollen modernes E.ON-Gaskraftwerk 2016 stilllegen

E.ON muss ein weiteres hochmodernes Gaskraftwerk schließen. Nur wenige Jahre nach Betriebsbeginn soll das Gaskraftwerk Irsching in Bayern vom Netz. Die Energiewende macht Gaskraftwerke unrentabel und stellt Energiekonzerne vor große Herausforderungen. Die Bundesnetzagentur könnte die Stilllegung noch ablehnen, sollte das Kraftwerk für das Stromnetz als unverzichtbar gelten.

Die Betreiber des hochmodernen Gaskraftwerks Irsching wollen nur wenige Jahre nach der Inbetriebnahme die Verluste schreibende Anlage in Bayern notfalls stilllegen. „Um keine roten Zahlen schreiben zu müssen, sehen die Eigentümer keine Alternative zu einer Stilllegungsanzeige“, erklärten am Montag die Betreiber von Block 5 E.ON, Mainova, die Nürnberger N-Ergie und die Darmstädter HSE. Sowohl der von E.ON alleine gehaltene Block 4 als auch der mit Partnern betriebene Block 5 sollten am 1. April 2016 abgeschaltet werden. Die Firmen hoffen allerdings noch auf eine kostendeckende Regelung mit Hilfe der Bundesnetzagentur.

Die Behörde kann die Stilllegung ablehnen. Wegen der durch den Atomausstieg ohnehin angespannten Versorgungslage in Süddeutschland wäre dies auch sehr gut möglich. Von der Bundesnetzagentur war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die Blöcke 4 und 5 in Irsching laufen noch bis Ende März 2016 mit einer Sonderregelung, durch die ihr Betrieb von den Stromkunden subventioniert wird. Die Eigentümer bekommen je Block pro Jahr insgesamt einen zweistelligen Millionenbetrag. Die Blöcke 4 und 5 seien im vergangenen Jahr ausschließlich zum Einsatz gekommen, wenn diese zur Stabilisierung des Stromsystems gebraucht worden seien, erklärten die Betreiber.

Nach Auslaufen des Vertrags müssten die Anlagen ihre Kosten vollständig am Markt verdienen. Dies sei jedoch wegen der gefallenen Strom-Großhandelspreise nicht möglich. Würde die Netzagentur eine Stilllegung untersagen, ohne zugleich für eine Kostenabdeckung zu sorgen, wollen die Betreiber rechtliche Schritte einleiten.

Die beiden Blöcke in der Nähe von Ingolstadt mit einer Leistung von 1.400 Megawatt sind zum Symbol für Fehlentwicklungen in der Zeit der Energiewende geworden. Eigentlich sollten moderne Gaskraftwerke ein Stütze des Systems werden, da sie weniger klimaschädliches Kohlendioxid ausstoßen als Kohlekraftwerke.

Der Betrieb der Gaskraftwerke lohnt sich aber kaum noch, da wegen des Ausbaus des Ökostroms und der Überkapazitäten die Strom-Großhandelspreise auf den tiefsten Stand seit Jahren gefallen sind. Da Gas als Brennstoff teurer ist als Kohle, fahren viele Versorger ihre Anlagen zurück, während Kohlekraftwerke gut ausgelastet sind.

Kommentare

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  1. Pandora0611 sagt:

    Die Segnungen der „Energiewende“
    —————-
    Hochmoderne Gaskraftwerke – nein Danke!
    Windmühlen und Solarpanele – ja Bitte! Diese werden ja hoch Subventioniert.
    Gaskraftwerke rechnen sich eben nicht.
    Und deshalb sind wir auch für die Stromtrassen – außer „König Kurt“!