Jobsicherheit für Arbeitnehmer wichtiger als Work-Life-Balance

Für Arbeitnehmer ist Jobsicherheit das wichtigste Karriereziel. Dafür sind sie bereit, mehr und länger zu arbeiten. Die sinkenden Arbeitslosenzahlen haben offenbar keinen Einfluss auf das Sicherheitsbedürfnis der Angestellten. Automobilhersteller gehören zu den beliebtesten Arbeitgebern.

Jobsicherheit ist für Fachkräfte das wichtigste langfristige Karriereziel, noch vor einer ausgewogenen Work-Life-Balance. Einer Studie zufolge sollte der ideale Arbeitgeber ein attraktives Grundgehalt und ein hohes Einkommen in der Zukunft bieten. Anerkennung von Leistung und ein sicherer Arbeitsplatz sind ebenfalls wichtige Faktoren, die ein Unternehmen aus Sicht der Fachkräfte attraktiv machen. Die sinkenden Arbeitslosenzahlen haben keinen Einfluss auf das Sicherheitsbedürfnis der Arbeitnehmer.

Automobilhersteller Audi, BMW und Porsche liegen auf den ersten Plätzen im Arbeitgeberranking. Für die Universum-Fachkräfte-Studie 2014 Studie wurden von Mai bis Oktober 2014 deutschlandweit mehr als 5.000 Fachkräfte ohne Hochschulabschluss befragt.

Wie in den Rankings der Studierenden und der Berufstätigen mit akademischem Hintergrund liegen die Unternehmen der Automobilindustrie auch bei den Fachkräften ohne Hochschulabschluss vorn in den Rankings. Sowohl bei den kaufmännischen als auch bei den technischen Berufen machen die Autobauer das Spitzentrio aus. Bei den Berufstätigen im kaufmännischen Bereich liegen Audi, BMW und Volkswagen vorn, gefolgt von Google auf dem vierten Platz, ProSiebenSat1.Media auf Platz fünf und Porsche auf Platz sechs. Die Bundeswehr nimmt Platz sieben ein, gefolgt von Siemens, Deutsche Lufthansa und IKEA Deutschland. Bei den Berufstätigen im technischen Bereich liegen Audi, Porsche und BMW vorn, gefolgt von Volkswagen, Google, Siemens, Daimler/Mercedes-Benz, Lufthansa Technik, BASF und der Bundeswehr.

Während eine ausgewogene Work-Life-Balance für Studierende und junge Arbeitnehmer mit akademischem Hintergrund seit Jahren das wichtigste Karriereziel ist, liegt bei den jungen Berufstätigen ohne akademischen Hintergrund das Ziel, einem sicheren und beständigen Job nachzugehen, auf dem ersten Platz. Etwa drei Viertel der Fachkräfte gaben in der Umfrage an, dass ihnen die Jobsicherheit besonders wichtig ist. Auf Platz zwei bei den langfristigen Karrierezielen liegt eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Sie wird von etwas mehr als der Hälfte der Befragten als besonders wichtiges Karriereziel gesehen. Eine Führungskraft mit leitender Funktion zu sein, ist für zwei Fünftel der Befragten ein wichtiges Karriereziel. Weniger gefragt sind eine internationale Laufbahn und Gemeinwohlorientierung.

Überraschend ist, dass die Jobsicherheit angesichts der sinkenden Arbeitslosenzahlen derart hoch eingeschätzt wird. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im März erstmals seit Dezember vorigen Jahres wieder unter die Marke vor drei Millionen gesunken. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) registrierte 2,932 Millionen Erwerbslose, wie die Behörde am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Das waren 85.000 weniger als im Februar und 123.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ging leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent zurück. Das ist die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem März seit 24 Jahren. „Die günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt hält an“, erklärte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. „Das liegt an der guten Konjunktur und der einsetzenden Frühjahrsbelebung.“

Ein Rückgang der registrierten Arbeitslosigkeit ist im März üblich, weil in der Regel mit dem Nachlassen des Winterwetters die Beschäftigung in den Außenberufen wie am Bau zunimmt. In diesem Jahr fiel die Abnahme etwas höher aus. Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen ging die Arbeitslosenzahl laut BA um 15.000 im Vergleich zum Februar zurück. Experten hatten eine Abnahme um 12.000 erwartet.

Wenn man Fachkräfte fragt, was für sie einen attraktiven Arbeitgeber ausmacht, stehen ein attraktives Grundgehalt, ein hohes Einkommen in der Zukunft und Anerkennung von Leistung ganz oben auf der Wunschliste. Auch eine sichere Anstellung, ein freundliches Arbeitsumfeld und Respekt für die Mitarbeiter sind wichtige Treiber der Arbeitgeberattraktivität. Ein inspirierender Manager ist für die Fachkräfte jemand, der sie in ihrer Persönlichkeit entwickelt und fördert, einen guten Führungsstil hat, offen kommuniziert und klare Ziele vorgibt. Besonders gefragte Zusatzleistungen sind die Beteiligung am Unternehmensgewinn, Unterstützung bei der Altersvorsorge und Bonuszahlungen.

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  1. Heike sagt:

    Hab mir den Artikel nicht durchgelesen. Kam mir so verhöhnt vor mit der Aussage von sinkenden Arbeitslosenzahlen. Gerade in meinem Umfeld werden noch weniger Leute im saisonalen Bereich eingestellt, da sie dort durchgängig unter Mindestlohn entlohnt wurden und die Arbeitgeber jetzt erst recht Zeitarbeitsfirmen aus Polen beauftragen. Von den im vorigen Jahr 9 deutschen Saisonarbeitern sind dieses Jahr nur noch 2 in dem Betrieb beschäftigt, in dem ich auch dieses Jahr keine Beschäftigung mehr finde. Und ich kann den Arbeitgeber verstehen, es ist keiner mit ner teuren Limousine und ner riesen Villa.