Deutsche wollen für Ostern weniger einkaufen

Die Konsumlaune hält sich vor Ostern in Grenzen. Aufgrund der hohen Ausgaben zu Weihnachten will jeder zweite Bürger Ostern weniger einkaufen. Im Vergleich zum Vormonat konnte der Einzelhandel seinen Umsatz steigern.

Die Einzelhändler steigerten ihren Umsatz im Februar preisbereinigt (real) um 3,6 Prozent zum Vorjahresmonat. „Der Einzelhandel erzielte damit die höchsten realen Umsätze in einem Februar seit dem Jahr 2000″, gab das Statistische Bundesamt am Dienstag bekannt. Im Januar hatte es sogar ein reales Plus von 5,0 Prozent gegeben.

Doch die Kauflaune der Deutschen hält sich in Grenzen. Fast jeder zweite Deutsche (47 Prozent) will für Ostern weniger Geld ausgeben, da das zurückliegende Weihnachtsfest besonders hohe Ausgaben mit sich brachte. Bei den unter 30-Jährigen liegt dieser Prozentsatz sogar bei 56 Prozent, ergab eine Umfrage im Auftrag von deals.com, der Suchmaschine für digitale Gutscheine und Marke von RetailMeNot, Inc. Ein Fünftel der Deutschen (22 Prozent) verwehrt sich Ostergeschenken und -traditionen gleich gänzlich.

Zudem können sich Osterprodukte, die bereits Monate vor den Feiertagen die Auslagen füllen, kontraproduktiv für die Händler auswirken: Drei Viertel der Kunden (73 Prozent) reagieren nämlich genervt auf dieses vorzeitige Warenangebot. Ist das Lager nach den Feiertagen noch prall gefüllt mit Osterartikeln, sollten die Händler die Gunst der Stunde nutzen: Jeder Zweite (55 Prozent) plant, genau zu diesem Zeitpunkt bei reduzierten Süßigkeiten zuzuschlagen.Die beliebtesten Ostergeschenke der Deutschen sind Süßigkeiten (62%), kleinere Geschenke, wie Plüschtiere, Bücher, CDs/DVDs (45%), Eier (38%) oder Blumen (22%).

Über das Jahr verteilt könnten sich die höheren Löhne positiv auf das Kaufverhalten der Bürger auswirken. So zählten die Statistiker im Februar fast 400.000 Erwerbstätige mehr als ein Jahr zuvor. Millionen Beschäftige können sich zudem über einen Lohnaufschlag von mehr als drei Prozent freuen. Bei einer Inflationsrate von aktuell 0,3 Prozent bedeutet das kräftige Kaufkraftgewinne. Niedrige Zinsen machen das Sparen darüber hinaus fast unmöglich.

Der Branchenverband der Einzelhändler (HDE) peilt für das laufende Jahr ein Plus von 1,5 Prozent an, nach einem Anstieg von knapp zwei Prozent 2014. Besonders gut liefen die Geschäfte im Internet- und Versandhandel. Er nahm 11,0 Prozent mehr ein als im Februar 2014. Der Umsatz in Apotheken sowie mit kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten stieg 6,8 Prozent. Dagegen gab es Einbußen in Waren- und Kaufhäusern. Nur leichte Umsatzsteigerungen schafften die Lebensmittelfachgeschäfte.

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