VW in den USA: Weniger Absatz, geringere Rendite

Die Marken BMW, Mercedes und Audi können ihren Absatz in den USA steigern. VW hingegen verkauft dort weniger Fahrzeuge. Das ist doppelt bitter für die Wolfsburger, denn die Rendite für Mittelklassewagen ist fast fünf Mal niedriger als die von Premiumfahrzeugen.

Die deutschen Autobauer haben mit Ausnahme von Volkswagen ihren US-Absatz im März deutlich gesteigert. BMW schaffte ein Verkaufsplus von 6,9 Prozent verglichen mit dem Vorjahresmonat, die Daimler-Tochter Mercedes-Benz von 9,2 Prozent und der Sportwagenbauer Porsche von sogar 12,7 Prozent. Die Volkswagen Tochter Audi brachte stolze 20 Prozent mehr Fahrzeuge an die Kunden. Bei VW fiel der Absatz dagegen um 18,2 Prozent.

Die beiden größten US-Autobauer verkauften dagegen auf ihrem Heimatmarkt weniger Fahrzeuge. Die amerikanische Opel-Mutter General Motors (GM) verbuchte ein Minus von 2,4 Prozent auf 249.875 Fahrzeuge. Konkurrent Ford veräußerte mit 235.929 Wagen 3,4 Prozent weniger. Der März hatte einen Verkaufstag weniger als im vergangenen Jahr. Die Preise für die Neuwagen verteuerten sich laut Onlineportalen im Berichtsmonat im Durchschnitt um 2,1 Prozent auf 32.201 Dollar.

Beim japanischen Autobauer Toyota Motors belief sich das Absatzplus auf 4,9 Prozent. Rivale Nissan Motor setzte dagegen 2,7 Prozent weniger ab. Fiat Chrysler schlug zwei Prozent mehr Autos auf dem US-Markt los. Im Februar hatte der harte Winter den US-Automarkt gebremst. Die Absatzzuwächse lagen unter den Analystenerwartungen.

Vor allem Hersteller von Premiummodellen profitieren einer Studie zufolge von hohen Renditen in China und Nordamerika. Premiumfahrzeuge werfen fast fünfmal so viel Gewinn ab wie Mittelklasseautos, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Branchenstudie der Beraterfirma McKinsey hervorgeht. Die Experten analysierten die 21 größten Autohersteller.

Hersteller von Premiumfahrzeugen konnten demnach knapp 40 Prozent der weltweit erzielten Gewinne für sich verbuchen – mit einem Anteil von nur zwölf Prozent an den verkauften Autos. Der wichtigste Markt für dieses Segment ist China: Dort verdienten die Premiumhersteller im vergangenen Jahr fast genauso viel wie in Nordamerika und Europa zusammen. Durchschnittlich erzielen Unternehmen im Premiumsegment eine Rendite von zehn Prozent. Hersteller von Mittelklasseautos liegen dagegen mit fünf Prozent unter der Rendite im Einstiegssegment (sieben Prozent). Pro Fahrzeug verdienen Premiumhersteller rund 5.700 Dollar, Mittelklassehersteller kommen auf 1.300 Dollar und die Produzenten von einfacheren Fahrzeugen auf 800 Dollar.

Der Gesamtgewinn der weltweiten Automobilindustrie lag der Studie zufolge mit 127 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr so hoch wie noch nie. Die Branche erwirtschaftete eine durchschnittliche Rendite von 6,6 Prozent und liegt damit deutlich über dem langjährigen Mittelwert von vier Prozent. China mit 50 Milliarden Dollar und Nordamerika mit 38 Milliarden Dollar trugen mehr als zwei Drittel zum Gesamtgewinn der Automobilindustrie bei, Europa fällt mit 14 Milliarden Dollar dagegen deutlich zurück. „Der chinesische Markt ist weiterhin attraktiv –auch wenn das Wachstumstempo etwas abnehmen wird“, erklärte McKinsey-Experte Detlev Mohr. „Europa bleibt trotz etwas verbesserter Aussichten ein herausfordernder Markt.“

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