Neue Laser-Sparte: Jenoptik baut Konzern um

Jenoptik will die Laser-Sparte umbauen. Der Technologiekonzern geht damit stärker auf die Bedürfnisse des Automobilmarktes ein. Die Entwicklung von Lasern für Armaturen und Airbags gewinnt an Bedeutung. Arbeitsplätze seien durch den Konzernumbau und den Ausstieg des Großaktionärs ECE jedoch nicht in Gefahr.

Der Technologiekonzern Jenoptik baut seine Lasersparte um. Die Bereiche sollten sich stärker an ihren Zielmärkten wie etwa der Autobranche orientieren, sagte eine Sprecherin am Donnerstag in Jena. Ein Arbeitsplatzabbau in diesem Zusammenhang sei nicht geplant.

In Unternehmenskreisen hieß es, Teile der Laser-Sektion, die bisher der Optik-Sparte angegliedert sind, sollten beispielsweise der Industriellen Messtechnik zugeordnet werden. Die Messtechnik arbeitet vor allem für die Autoindustrie. Für diese werden auch Laser entwickelt, die damit etwa Armaturenbretter für den Einbau von Airbags bearbeiten. Andere, in verschiedenen Gesellschaften aufgeteilte Laser-Sektionen sollten gebündelt werden, sagte ein Unternehmensvertreter weiter. Die „Ostthüringer Zeitung“ hatte über Unruhe in der Belegschaft deswegen berichtet. Weltweit beschäftigt Jenoptik gut 3.500 Mitarbeiter.

Die österreichische Immobilien-Gruppe ECE hat ihren Anteil am Technologiekonzern Jenoptik versilbert. Durch den Verkauf der 10,5-prozentigen Beteiligung sammelten die Österreicher gut 70 Millionen Euro ein. Die sechs Millionen Aktien der ECE seien über Nacht zu 11,90 Euro an institutionelle Investoren vor allem aus dem europäischen Ausland gekauft worden, teilte Jenoptik am Mittwoch mit. Durch den Ausstieg von ECE steige der Streubesitz auf 89 Prozent.

Die 935.000 Jenoptik-Aktien im Besitz von Mitgliedern der Familie Humer würden weiter gehalten, teilte Jenoptik mit. Rudolf Humer ist Aufsichtratsvorsitzender der Jenoptik. Er und die übrigen der ECE nahestehenden Aufsichtsratsmitglieder sollen laut ECE-Angaben ihre Funktionen bis zu Hauptversammlung im Juni ausüben.

DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp zeigte sich von dem Abschied des Großaktionärs überrascht. Dieser Schritt sei aber nicht als negatives Signal im Hinblick auf die Geschäftslage bei Jenoptik zu werten. „Die fundamentale Situation bleibt hiervon unberührt.“ Allerdings könnte nun der Einfluss des Landes Thüringen auf den Konzern steigen. Denn das Bundesland ist mit elf Prozent über die Thüringer Industriebeteiligungs GmbH & Co. KG an Jenoptik beteiligt. Thüringen wolle an seinem Engagement festhalten, teilte Jenoptik mit. Der Konzern ist 1991 aus dem damaligen Kombinat VEB Carl Zeiss Jena hervorgegangen.

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Wohlwollend, aber... sagt:

    Die Baustelle besteht seit 25 Jahren. Jenoptik hatte immer höchstentwickelte Technologie, die sich aber zu wenig am Markt orientierte. Es wurde wild entwickelt und sich dann gewundert, wenn der Markterfolg ausblieb.
    Dazu kam, dass jahrzehntelang für viel Geld (teilweise Westgeld..) Westfirmen gekauft wurden (Meissner+Wurst, Robot, ESW, Hommel…), die wenig bis nichts mit dem Thema Optik und Laser zu tun haben. Es braucht große Fantasie, um z.B. Synergieeffekte zwischen Ampelblitzern und hochentwickelter Lasertechnik zu finden.
    Es ist keinem der überbezahlten Manager gelungen, einen schlagkräftigen Vertrieb aufzubauen, der sich am Markt orientiert und der Technik die richtigen Ziele aufzeigt. Viele große Trends wurden trotz vorhandenem Know-how verschlafen, das Geschäft machten andere.
    Fazit: Auch diese „Reorganisation“ wird nichts ändern. Das wilde Konglomerat gehört entflochten und teilweise verkauft. Dann Konzentration auf Photonik/Laser und den Aufbau von Marketing und Vertrieb. Seit 25 Jahren das Gleiche.