Belastbarkeits-Index: Lieferketten in der Ukraine brechen zusammen

Unternehmen in der Ukraine können die Lieferketten kaum noch aufrechterhalten. Der Konflikt mit den prorussischen Rebellen verhindert eine stetige Produktion. Im Ländervergleich verliert die Ukraine 31 Plätze. Länder wie Taiwan und Norwegen werden für den Mittelstand hingegen attraktiver.

Die Ukraine ist bei der Sicherheit der Lieferketten im internationalen Vergleich 31 Plätze zurückgefallen. Deutsche Unternehmen vor Ort bekommen keine Waren mehr nachgeliefert und können nur schwer die Produktion aufrechterhalten. Dies ist der größte Rückgang im Vorjahresvergleich und unmittelbar auf die militärische Intervention Russlands in der Ukraine zurückzuführen. Das zunehmende politische Risiko und die geschwächte Infrastruktur sind die Hauptfaktoren, die sich negativ auf die Platzierung der Ukraine auswirken.

Norwegen, die Schweiz und die Niederlande finden sich an der Spitze des diesjährigen Lieferkennten-Rankings, das den Deutschen Mittelstands Nachrichten vorliegt. Mauretanien, Kirgisistan und Venezuela bilden die Schlusslichter. Deutschland belegt unverändert Platz 6 im Ranking, mit 91,1 von insgesamt 100 Punkten. Die beste Platzierung erhält Deutschland in der Kategorie Lieferkette und erlangt hier den 5. Rang hinter der Schweiz, Japan, den Niederlanden und Finnland. Dennoch herrscht in Bezug auf Feuerrisiken noch Optimierungspotenzial, hier belegt Deutschland nur Platz 40.

Der Resilience-Index des Kreditversicherers FM Global vergleicht 130 Länder anhand ihrer Anfälligkeit für Lieferkettenunterbrechungen. Aktuelle Entwicklungen spiegeln sich im Ranking wider: Unternehmen, die eine Ausweitung ihrer Lieferketten beispielsweise in der Ukraine in Betracht ziehen, stehen aufgrund des Konflikts mit dem Nachbarland Russland großen Herausforderungen gegenüber. Ähnliches trifft auch auf Thailand zu, obwohl die verheerenden Überschwemmungen, von denen der beliebte Produktionsstandort betroffen war, bereits einige Jahre zurückliegen.

Thailand, eine der weltweit führenden Exportnationen, verschlechtert sich um 20 Plätze auf Platz 82 der insgesamt 130 bewerteten Länder und Gebiete. Grund dafür ist die Verschlechterung der Infrastruktur des Landes sowie eine Abnahme der politischen Stabilität und der Qualität des Risikomanagements. Die Folge sind Überschwemmungen, von denen Thailand 2011 betroffen war. Sie verursachten weltweit Sach- und Betriebsunterbrechungsschäden in Höhe von geschätzten 45 Milliarden US-Dollar.

Für Taiwan sind dagegen gute Nachrichten zu vermelden. Das Land stieg von Platz 52 auf Rang 37. Dies ist insbesondere auf eine erhebliche Verbesserung des Risikomanagements des Landes zurückzuführen. Auch Rumänien – eine für deutsche Unternehmen beliebte Outsourcing-Nation – verbessert sich im diesjährigen Ranking erheblich um 25 Plätze und belegt nun Platz 86.

Kommentare

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  1. Jupp Hirsenkoetter sagt:

    War die hochverschuldete UKRAINE mit Ihren „BODENSCHAETZEN“, wie z.B.
    KONTMINATION durch CHERNOBYL, jeh ein interessanter Standort, ausserhalb des Donezk Beckens, fuer den Mittelstand?

    Ueberproduktion von Landwirtschaftsguetern haben wir in der EU jetzt schon satt!

    Die Ukraine mit seinen 40 MIo Leuten ist ein weitaus schwererer Brocken fuer die EU!

    und::

    WENN GRIECHENLAND nun 250 MRD-TEuro AN GUTMACHUNG fordert, was wird Kiew fordern, wenn wir einmal dort offene Forderungen haben???

    die Russischen Forderungen fuer Gaslieferungen sollen schon insgeheim durch Deutschland teilweise beglichen worden sein, dank der Einflussnahme von Gas-Gerd @ der Alternaiv-losen!