Bauernverband warnt Griechenland: Sanktionen gegen Russland müssen eingehalten werden

Griechenland will enger mit Russland zusammenarbeiten. Ministerpräsident Alexis Tsipras könnte die Russland-Sanktion umgehen und die gemeinsame Außenpolitik der EU aufgeben. Das wäre ein großer Affront gegen europäische und deutsche Landwirte. Die Bauern leiden deutlich unter den Sanktionen gegen Russland.

Der Deutsche Bauernverband warnt Griechenland vor einem Ausscheren aus der EU-Politik gegenüber Russland, um grünes Licht für Agrar-Exporte zu bekommen. „Ich erwarte schon von einem EU-Mitgliedsstaat, dass er die außenpolitische Linie der EU zu hundert Prozent mitträgt“, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Das russische Agrar-Embargo wurde als Gegenmaßnahme nach europäischen Wirtschaftssanktionen im Zuge der Ukraine-Krise verhängt. „Insofern trifft es alle EU-Mitgliedsstaaten und es wäre fatal, wenn da jemand ausscheren würde“, sagte Rukwied.

Kremlchef Wladimir Putin hat dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras in Moskau eine Wiederbelebung des Handels ihrer Länder angeboten. Es gehe darum, das frühere Wachstumstempo wiederherzustellen, sagte Putin nach Angaben der Agentur Interfax am Mittwoch zum Auftakt eines Treffens mit Tsipras.

In der EU sind Befürchtungen laut geworden, die linke Syriza-Regierung in Athen könne einen Sonderweg in der Russland-Politik einschlagen, um finanzielle und wirtschaftliche Vorteile zu erreichen. Griechenland leidet unter akuten Finanznöten und versucht bislang erfolglos, seine europäischen Partner mit Reformversprechungen zur Freigabe von weiteren Hilfsgeldern zu bewegen.

„Die deutsche Landwirtschaft leidet massiv unter dem Embargo“, sagte Rukwied. „Für das vergangene Jahr rechnen wir mit Ausfällen von rund 600 Millionen Euro.“ Griechenland ist aus Sicht des Bauernpräsidenten zur Solidarität verpflichtet: „Ich möchte ganz bescheiden anmerken, dass die EU-Gemeinschaft Griechenland seit Jahren massiv unterstützt und auch insofern wäre hier ein Alleingang Griechenlands eine doppelte Provokation der anderen Mitgliedsstaaten.“

Kommentare

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  1. wolfgang sagt:

    Wenn sich die deutsche Regierung nicht um die Belange der deutschen Landwirtschaft kümmert, ist das kein Grund, dass die griechische Regierung das gleiche mit iher Landwirtschaft tut.

  2. so-ist-es sagt:

    Deutsche Bauernverband – dieser Verein ist an der Misere der deutschen Bauern mitschuldig. Er trägt die beschlossenen Sanktionen gegen Russland vollinhaltlich mit.

    Dieser, dem System verfallenen Verein, hat keinen Hintern in der Hose. Die Bauern sollten sich von diesen „Herrschaften“ ihre Verluste bezahlen lassen und zwar mit Zinsen.

    Hallo Bauern!
    Schließt euch zusammen und richtet euere berechtigten Forderungen an sie.

  3. Jürgen S. sagt:

    Der deutsche Bauernverband sollte froh sein, wenn ein
    Land endlich mal anfängt, diese blödsinnigen Sanktionen
    aufzuweichen. Was haben die Sanktionen denn gebracht ?
    Ehemals gute deutsche Geschäftsbezihungen mit Rußland
    angeschlagen, Vertrauen für lange Zeit zerstört, Rußland
    orientiert sich um. und wir sind einen guten Kunden im Osten los. Eine dämlichere Politik im Sinne der USA kann von Deutschland
    kaum gemacht werden. Es ist unfassbar ! Merkel sei Dank für
    eine kluge und weitsichtige Politik im Interesse Deutschlands.

  4. Volker K. sagt:

    „Insofern trifft es alle EU-Mitgliedsstaaten und es wäre fatal, wenn da jemand ausscheren würde”

    Jawoll, allen soll es gleich schlecht ergehen, wenn die Verbandsoberen denn schon
    nicht die Interessen der Mitglieder vertreten. Wenn schon, dann sollen alle gemeinsam
    sterben – denn: Geteiltes Leid ist halbes Leid!

  5. Wolfram sagt:

    Offenbar fühlt sich inzwischen jeder zum Griechenland-Bashing aufgerufen.

    Nun warnt also der Deutsche Bauernverband die griechische Regierung vor dem vermuteten verlassen der außenpolitischen Linie der EU. Er sollte besser vor der katastrophal falschen EU-Russlandpolitik warnen und sich für Dialog und Kooperation einsetzen, wenn er denn schon Außenpolitik macht.

    Griechenlands größter Außenhandlespartner ist Russland. Andere nennenswerte Exportindustrie (außer Tourismus natürlich) haben die Griechen nicht. Wenn sie nun im Innern seit fünf Jahren Austeritätspolitik machen müssen, ihnen zunehmend aus ideologischen Gründen von den EU-Partnern und der EZB der Geldhahn zugedreht wird und sie auch an ihren Hauptaußenhandelspartner nicht mehr exportieren dürfen, wo sollen sie dann eigentlich das Geld für den Schuldendienst verdienen?

    Der Bauernverband sollte besser die Interessen der deutschen Bauern vertreten.

  6. Delta120 sagt:

    Bei der Kassenlagen wird Griechenland fragen:

    Was ist es Dir denn Wert, dass ich bei den Sanktionen mitmache?

    • Margot sagt:

      Griechenland hat vor den Sanktionen Früchte im Wert von 450 Millionen € nach Russland exportiert.