Österreich als Blaupause für Europa: Sparen wird zum Risiko

In Österreich wird die staatliche Einlagensicherung abgeschafft: Damit haften künftig nur noch die Banken für die Guthaben der Sparer. Die EU hat dieses Vorgehen in einer Richtlinie beschlossen. Daher werden sich bald alle Staaten als Garanten der Sparguthaben verabschieden – auch Deutschland. Für den Bürger wird Sparen somit zum Risikogeschäft.

Mit der Abschaffung der staatlichen Einlagensicherung abgeschafft haften künftig nur noch die Banken für die Guthaben der Sparer. Österreich agiert wegen des Banken-Krachs als EU-Vorreiter. Die EU hat dieses Vorgehen in einer Richtlinie beschlossen. Daher werden sich über kurz oder lang alle Staaten als Garanten der Sparguthaben verabschieden. Für den Bürger wird Sparen somit zum Risikogeschäft.

Das Gesetz sieht vor, dass die Banken eine eigene Einlagensicherung in der Höhe von 1,5 Milliarden Euro einrichten. Im Fall einer Bankenpleite müssen die Banken den Sparern Einlagen bis zu 100.000 Euro ersetzen. Bisher hatten die Banken 50.000 Euro garantiert, weitere 50.000 Euro kamen von der staatlichen Einlagensicherung.

Österreich ist mit seinem Banken-Krach um die Hypo Alpe Adria (HGAA) unter Handlungsdruck geraten. Die Österreicher gehen angesichts der Milliardenverluste nicht zimperlich mit den Gläubigern um: Die FMA hat ein Schuldenmoratorium angeordnet und will einen Schuldenschnitt verfügen. Dieser soll nicht, wie international üblich, mit den Gläubigern verhandelt, sondern als Dekret verordnet werden.

Ob der Abschied der Republik Österreich aus der Einlagensicherung mit der teilweise bedrohlichen Finanzlage einzelner Institute zusammenhängt, ist unklar. Die österreichischen Banken sind überproportional in Ost-Europa engagiert. So hatte erst kürzlich die Raffeisen International bekanntgegeben, ihre Exposure in Osteuropa drastisch verringern zu wollen. Die Primärbanken von Raiffeisen und Volksbanken kämpfen gegen die Holdings, die sich vom Zusammenschluss den Zugriff auf die Einlagen der kleinen Institute versprechen. Wie ernst die Lage ist, zeigt die Wahl der Mittel, die die Holding bei diesem Zwangs-Zusammenschluss an den Tag legt.

Für die Sparer bedeutet dies, dass sie sich über den Zustand ihrer Bank kundig machen müssen. Angesichts der unübersichtlichen Bilanzen und komplexen Verflechtungen ist dies eine kaum zu leistende Aufgabe. Politiker der Regierungsparteien wollen die Verantwortung der Aufklärung an die Konsumentenschützer delegieren. Schützen können sich Bankkunden nur selbst durch umfassende Information und die Bereitschaft zum Handeln.

Kommentare

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  1. Rene K sagt:

    Finde ich nur richtig! Wie komme ich als Steuerzahler der kaum Geld anlegt oder wenn dann auf den Konto liegen lässt dazu. Die fehlinvestitionen der. Braven Sparer und Banken zocker zu begleichen…

  2. Hans von Atzigen sagt:

    Das Globale Finanzsystem ist vergleichbar mit einer gigantischen Bombe.
    Sprengstoffbomben haben bekanntlich jeweils einen Zünder mit dem man
    solche Dinger im Griff hat. Die Finanzbombe jedoch hat eine Besonderheit, diese hat eine Vielzahl von Zündern. Keiner weiss wo diese sind, keiner weiss wie sicher und beherrschbar die noch sind.
    Die Notenbanken führen der Bombe laufend neuen Sprengstoff hinzu.
    Der Deregulierte Finanzmarkt generiert aus sich heraus unkontrollierbar weiteren
    Sprengstoff hinzu. Gleichzeitig steigt die Zahl potenzieller Zünder.
    Die Wahrscheinlichkeit, das wann und wo auch immer, die Bombe zur
    Detonation gebracht wird, steigt rasend schnell.
    Einfach Irre absolut und total Irre.
    Schützen??? Lachhaft, der Sprengstoff ist Flächendeckend Global bis in alle Verästelungen Verteilt. Direkt und das sind sich die wenigsten bewusst, auf vielfältige weise auch indirekt über die Realwirtschaft die mit der Detonation unvermeidlich mit in die Luft fliegt.
    Freundliche Grüsse

  3. Delta120 sagt:

    Scheint so als sei nur noch Gold im Safe sicher.