Chinesische Exporte brechen um 15 Prozent ein

Die Warenausfuhren aus China sind im März um 15 Prozent eingebrochen. Einen so starken Einbruch gab es zuletzt während der Finanzkrise 2009. Börsenteilnehmer rechnen damit, dass die Regierung in Peking bald ein neues Konjunkturprogramm auflegen wird.

Die chinesischen Exporte sind überraschend eingebrochen und nähren die Konjunktursorgen in der Volksrepublik. Die Ausfuhren fielen im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15 Prozent, wie die Zollverwaltung am Montag mitteilte. Experten hatten mit einer Zunahme von zwölf Prozent gerechnet. Analysten sagten, der Rückgang der Exporte könnte den Blick auf den gestiegenen Yuan lenken, der chinesische Produkte im Ausland verteuert.

Der Volkswirt Louis Kuijs von der Royal Bank of Scotland in Hongkong erklärte, die Exportstatistik sei ein Warnsignal für weltweite Nachfrage und die Wettbewerbsfähigkeit der chinesischen Wirtschaft. „Es ist eine schwache Zahl, die weit hinter den Erwartungen zurückblieb.“

Auch im zweiten Quartal könne man nicht von stabilen Exporten ausgehen, sagte ein Sprecher der Regierung der FT zufolge. Der Handelsüberschuss betrug nur noch 3,1 Milliarden US-Dollar, im Vergleich zu 60,6 Milliarden Dollar im Vormonat.

Die wirtschaftliche Entwicklung wird von der Führung in Peking mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, weil eine Schwäche in der Exportwirtschaft auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben könnte. Die kommunistische Regierung fürchtet, dass es bei einem Anstieg der Erwerbslosigkeit zu Unruhen kommen könnte. Der Arbeitsmarkt hat sich bislang aber überraschend stabil gezeigt.

Auch Investoren an den Börsen zeigten sich am Montag von den Zahlen unbeeindruckt. Die Aktienkurse stiegen auf den höchsten Stand seit sieben Jahren. Anleger setzen offenbar darauf, dass die Regierung das Wachstum bald ankurbeln wird. Ministerpräsident Li Keqiang sprach am vergangenen Freitag von einem „wachsenden Abwärtsdruck“ der chinesischen Wirtschaft.

Die Zentralbank könnte wieder mehr Geld in den Markt pumpen. Doch die Zinsen wurden seit November bereits zwei Mal gesenkt. Eine weitere Geldschwemme (Quantitative Easing, QE) könnte zudem die Kapitalflucht aus dem Land beschleunigen.

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  1. Hans von Atzigen sagt:

    So überraschend ist die Entwicklung nicht.
    Die aus einer längst massiv aus der ,,Notenpresse,, geschöpften Konsumkraft
    insbesondere in USA und EU verliert an Wirkung.
    Da ist die Politik des Westens gegenüber Russland, für China ein Geschenk
    das substanziell so einiges an Entlastung bringt.
    Ein willkommener Teilersatz.
    Daraus ergibt sich eine veränderte geostrategische Konstellation.
    Zwei ,,Giganten,, die sich entsprechend ergänzen und sich gegenseitig
    den Rücken frei halten.
    China die Produktionsmaschine.
    Russland das Rohstofflager.
    Da hat der Westen absehbar das Nachsehen.
    Gewiss hat der Westen die Chance der Reaktivierung des
    Produktionspotenzials.
    Der Haken die Rohstoffbasis liegt in hohem Masse,
    in Wirtschaftlich und Politisch extrem instabilen Regionen.
    Zum Beispiel die Ölversorgung im explosiven nahen Osten.