Investoren ziehen Geld aus Kraftwerks-Bau ab

Jedes zweite geplante Kraftwerk steht vor dem aus. Die Investitionsbereitschaft sinkt rapide, nachdem selbst hochmoderne Gaskraftwerke nicht rentabel betrieben werden können. 50 existierende Kraftwerke könnten noch dieses Jahr stillgelegt werden. Die Energiewende steht an einem kritischen Wendepunkt: Der Anteil der erneuerbaren Energie soll zur tragenden Säule im Energiemix Deutschlands werden.

Die Strom-Konzerne stellen den Bau neuer Kraftwerke wegen der Energiewende zunehmend in Frage. Bei gut der Hälfte der geplanten Neubauten fehle inzwischen eine konkrete Investitionszusage, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Stromlobbyverbandes BDEW, Hildegard Müller, am Montag auf der Hannover Messe. Insgesamt seien derzeit 74 Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 33.000 Megawatt geplant, genehmigt oder im Bau. Bei 39 Projekten sei die Umsetzung jedoch nicht sicher. Vor einem Jahr standen 32 Vorhaben auf der Kippe, 2013 sogar nur 22.

„Wenn es politisch so weiter geht wie bisher, dann wird es keine neuen, modernen Kraftwerke geben“, sagte Müller. „Es gibt einfach keine Investitionsanreize, auch wenn die Politik immer betont, dies ändern zu wollen.“ Das Gegenteil sei mit den bisher bekannt gewordenen Plänen der Fall.

Laut Müller liegen der Bundesnetzagentur Anträge auf die Stilllegung von rund 50 Kraftwerken vor. Es sei davon auszugehen, dass wegen der fehlenden Wirtschaftlichkeit weitere Anlagen abgeschaltet würden, erklärte sie. In einigen Jahren könne dies die Versorgungsicherheit gefährden, insbesondere wenn 2022 das letzte Atomkraftwerk in Deutschland vom Netz gehe.

Die Energiewirtschaft trifft mit ihrer Forderung nach Hilfen für die schwächelnden Gas- und Kohlekraftwerke auf wenig Gegenliebe bei der Bundesregierung. Die Versorger fordern, dass die Anlagen, die im Gegensatz zu Ökostromanlagen rund um die Uhr laufen können, zusätzlich in einem sogenannten Kapazitätsmarkt vergütet werden. Kritiker einer solchen Regelung weisen darauf hin, dass es derzeit Überkapazitäten bei den Kraftwerken gibt, die nicht künstlich am Leben gehalten werden sollten. Thesen von einer „Kraftwerkslücke“ seien übertrieben.

Den großen Versorgern wie E.ON und RWE, aber auch vielen Stadtwerken macht die Energiewende schwer zu schaffen. Durch den Ausbau des Ökostroms und der Überkapazitäten bei den Kraftwerken sind die Strom-Großhandelspreise auf den tiefsten Stand seit Jahren gefallen. Den Versorgern brechen deshalb die Gewinne weg. E.ON schrieb 2014 einen Rekordverlust von gut drei Milliarden Euro. RWE ächzt unter Milliardenschulden.

Die Energiewende in Deutschland steckt nach Darstellung von Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer kritischen Phase. Deutschland mache derzeit bei der schnellen Umstellung der Energieversorgung eine „Lernerfahrung“, sagte Merkel am Sonntagabend bei der Eröffnung der Hannover-Messe. „Wir sind im Augenblick in einer kritischen Phase, in der der Anteil der erneuerbaren Energien aus der Nische heraus zur Hauptsäule unserer Energieversorgung geworden ist“, sagte die Kanzlerin. Die Folgen der Umstellung würden das Land noch viele Jahre beschäftigen.

Es sei deshalb wichtig, die Rahmbedingungen so zu gestalten, dass die Energiekosten bezahlbar blieben und die Energieerzeugung zukunftsweisend sei. „Ohne berechenbare Energieversorgung keine Zukunft der Industrie“, sagte sie. Ausdrücklich forderte Merkel ein, dass Deutschland bei den erneuerbaren Energien seine Weltmarktführung behaupten müsse. „Es gibt 130, 140 Länder, die ihre Produktion erneuerbarer Energien fördern, die Schritt für Schritt umsteigen. Auch hier sollte Deutschland seine führende Position weiter ausbauen“, forderte Merkel.

Die große Koalition will im Juni nicht nur über den Bau neuer Stromtrassen entscheiden, sondern auch über den künftigen Mix der verschiedenen Energieträger nach dem beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie. In den vergangenen Monaten hatte es verstärkt Kritik daran gegeben, dass trotz der erklärten Klimaschutzziele wegen der billigen Kohlendioxid-Zertifikate verstärkt Kohle zur Stromerzeugung eingesetzt wird.

Kommentare

Dieser Artikel hat 20 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. karl sagt:

    Als ich vor 40 Jahren meine Studie zur Implementierung einer 5 MW-Windkraftanlage, im Rahmen des Vereines zur Förderung von Kleinkraftwerken geschrieben hatte, war mir dieser Boom noch nicht klar, denn es stand das Problem der Synchronisierung der Generatoren am Repeller davor. Ganz als Nebeneffekt hatte sich dieses Problem mit der Erfindung der so genannten „Taktung“ von Prof. Walter Toriser an der TU Wien ergeben, als er den von mir vorgeschlagenen Vielpoligen Bürstenlosen PM-Nabenmotor und dessen Steuerung entwickelt hatte. Heute erzeugen die Chinesen bald eine Milliarde von diesem Motor und auch diese zugehörige Steuerung, genannt „Controller“, aber die Windkraftanlagen können ihre Generatorleistung dank dieser Technik ans Netz synchron anpassen.

    • Erich Richter sagt:

      Interessant ist nur – das die Chinesen immer noch 2-3 Kohlekraftwerke pro Monat ans Netz bringen und man sich inzwischen der 700 Stückmarke
      nähert. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass über 70% des Eigenenergiebedarfs durch Kohle erzeugt wird und sich dies bis 2030 zumindest kaum ändern wird.. Eine deutsche Firma ist hier kräftigst dabei und „umweltfreundlichsten“ Bedingungen mit Ihren Fräsen für den reibungslosen Kohleabbau zu sorgen !
      Windkraft, Solar im Verhältnis dazu – alles nur Show !

  2. Dr. Peter Steinbock sagt:

    Was soll die „Lernerfahrung“ der Bundeskanzlerin für Deutschland eigentlich heißen?

    Daß Sie noch überlegen muß, ob der ungeglättete Zappelstrom aus Wind- und Sonnenkraftwerken wirklich für überhaupt keine Bedarfsdeckung von Stromverbrauchern geeignet ist? Weder für die Wirtschaft noch für Privatkunden? Obwohl der wertlose Zappelstrom aus Wind und Sonne laut EEG mit Vorrang gegenüber Kohle- Gas- und Kernkraftwerken angekauft und vergütet wird wie bedarfsgerechter Strom?

    Zappelstrom ist ein Rohprodukt, aus dem in Großanlagen wie zum Beispiel tausenden Pumpspeicherkraftwerken geglätteter Strom erzeugt werden könnte, wenn man sie denn hätte. Natürlich zu zusätzlichen horrenden Kosten, die den Wind- und Sonnenstrom verteuern müssten. Was gegenwärtig praktiziert wird, ist die faktische Vergatterung eines gleichgroßen Schattenkraftwerksparks an gesicherter Leistung, immer bereitzustehen, wenn und soweit Wind und Sonne fehlen. Was aber ist das für Unfug! Die neue „Hauptsäule unserer Energieversorgung“ ist auf die beständige „Gehhilfe“ derjenigen sicheren Kraftwerke angewiesen, die sie ablösen sollen?! Und was vergessen worden ist; ist die Anrechnung des Schattenkraftwerksparks auf die Kosten von EE.

  3. Dr. Wolfgang Rasim sagt:

    Die sog. „Erneuerbaren“, zusätzlich zur immer nötigen Grundlastversorgung durch konventionelle Kraftwerke installiert, führen zu einer Doppelstruktur der Elt- Versorgung, somit ist das keine Wende.
    Dies wäre den Schildbürgern peinlich und wurde u. a. als „Energiewende ins Nichts“, „solar existierender Sozialismus“, größte Kapitalvernichtung seit dem 2. Weltkrieg bezeichnet. Minister Gabriel ließ sich am 17.04. 2014 hinreißen und sagte öffentlich: „Die Wahrheit ist, dass die Energiewende kurz vor dem Scheitern steht … für die meisten anderen Länder in Europa sind wir sowieso Bekloppte“. Die Financial Times vom 26.11.2014 titelte: „The growing absurdity of German Energy policy“

    Sie erfüllt keines der drei Kriterien einer Nachhaltigkeit, sie ist weder ökonomisch (eine Billion Euro nach Min. Altmeier, Deindustrialisierung); noch ökologisch (negativ für Fauna und Flora, auch für die Gesundheit von Anwohnern durch Windräder, Monokulturen durch Bio- Energiepflanzen, keine CO2- Minderung) und ist durch die Umverteilung des Kapitals von unten nach oben (Geringverdiener bezahlen über die EEG- Umlage die Renditen der Wind- und Solartromerzeuger) äußerst unsozial! Armes Deutschland.

    • karl sagt:

      Entwicklung nennt man diesen Fortschritt und müsste jedem Akademiker eigentlich klar sein, dass sich eine solcher Umbau unserer Energiewirtschaft nur in solchen Schritten vollziehen lässt.

      • Dr. Gerhard Kramm sagt:

        Glauben Sie allen Ernstes, dass man eine Industrienation wie Deutschland auf der Grundlage von Zufallsenergien wie Wind- und Solarenergie versorgen kann? Das Konzept der Windmuehle stammt uebrigens aus dem Mittelalter. Von Fortschritt sollte man nun wirklich nicht schreiben.

        Welcher Umweltfrevel sog. Windparks darstellen, zeigt folgendes Rechenbeispiel auf:

        Die „offshore-wind farm“ Baltic I besteht aus 21 SWT 2.3-93, die auf einer Flaeche von 7 qkm angeordnet sind, was also bedeutet, das 3 Windturbinen auf einem qkm angeordnet sind. Die Nennleistung der SWT 2.3-93 betraegt 2.3 MW bei einer Windgeschwindigkeit von 14 m/s. Jenseits dieser Windgeschwindigkeit nimmt die Leistung nicht mehr zu. Bei Erreichen der „cut-out“-Geschwindigkeit von etwa 25 m/s muss die Windturbine gestoppt werden, weil sonst mit der Zerstoerung der Blaetter zu rechnen ist.

        Die durchschnittliche Leistung des KKW Brokdorf betraegt etwa 1250 WM. bei einem Kapazitaetsfaktor von 20 – 25 % sind also etwa 2200 – 2800 Windturbinen erforderlich, um die Leistung dieses KKW ersetzen zu koennen. Bei einer Flaechendichte von 3 WT pro qkm waere also eine Flaeche von etwa 730 – 930 qkm erforderlich. Zum Vergleich: Die Flaeche von Hamburg betraegt etwa 755 qkm. Das ist nicht verwunderlich, denn die maximale Leistungsdichte der SWT 2.3-93 betraegt nur etwa 340 W/m^2. Zum Vergleich: Eine Decke frisch gefallenen Schnees der Temperatur von 270 K emittiert eine Strahlung von etwa 300 W/m^2. Wer also von Fortschritt schreibt, der hat wohl ein Vorzeichenfehler in seinen Betrachtungen.

        Natuerlich muessen Windurbinen gewartet werden. Bei einer „offshore-wind farm“ sind also spezielle Schiffe erforderlich, um Wartungsarbeiten vornehmen zu koennen. Wo das hinfuehrt, solche Windparks auf dem Land zu erstellen, zeigt das Beispiel Palm Springs, CA. (siehe https://www.youtube.com/watch?v=aU9MHNL9AQk&feature=related). Ich empfehle Ihnen, darueber nachzudenken, was am Ende des You Tube-Videos eingeblendet wird:

        „Let’s not destroy the earth while trying to safe it.“

        Dass grosse Windparks auch das Wetter auf der lokalen bis regionalen Skala und folglich das Klima beeinflussen koennen, sollte mittlerweile auch in Deutschland bekannt sein.

        Aber das ist nur die eine Seite der Umweltmedaille. Was Windturbinen fuer Voegel und Fledermaeuse bedeuten, sollte ebenfalls in Deutschland bekannt sein. Wenn nicht, dann empfehle ich Ihnen sich folgendes Video anzuschauen:

        https://www.youtube.com/watch?v=8NAAzBArYdw

        Was da erschlagen wurde, ist ein Weisskopf-Seeadler, der Wappenvogel der Vereinigten Staaten. Folgt man dem Smithsonian Magazine, so werden mehrere hunderttausend Voegel pro Jahr erschlagen, was bei den Geschwindigkeiten an den Blattspitzen von bis zu 280 km/h im Falle der SWT 2.3-93 durchaus nachvollziehbar ist. Und das alles im Namen des Umweltschutzes. Selbst hohe Vertreter der Kirchen glauben offensichtlich, dass das der Rettung der Schoepfung dient.

        Faengt eine Windturbine an zu brennen, was haeufiger vorkommt, dann koennen die Feuerwehrleute nur zuschauen, denn geeignetes Equipment existiert nicht, was erforderlich waere, einen solchen Brand zu loeschen, insbesondere wenn sich der Rotor auch noch dreht. Was dabei an Luftverunreinigungen freigesetzt wird, scheint keinen zu interessieren.

        Da es sich aber um Zufallsenergie handelt, ist natuerlich eine „spinning reserve“ erforderlich, um bei Flaute die Stromerzeugung zu uebernehmen. Dazu eignen sich am besten gasbetriebene Kraftwerke, was fuer den russischen Praesidenten Putin sicherlich erfreulich ist. Dass solche „stand-by“-Kraftwerke im Leerlauf“ Gas, Kohle oder Oel verfeuern und zudem staendig gewartet werden muessen, scheint man offenbar vergessen zu haben.

        Flaute bedeutet allerdings nicht unbedingt, dass die Windgeschwindigkeit weniger als die „cut-in“-Geschwindigkeit von etwa 4 m/s betraegt. Es reicht schon die Abnahme der Windgeschwindigkeit von 9 m/s auf 6 m/s, denn damit ist nach der Leistungskurve der SWT 2.3-93 ein Rueckgang um mehr als 1 MW verbunden. Wer weiss, wie genau die Windgeschwindigkeit mit einem „state-of-the-art“-Wetterprognosemodell fuer 6 Stunden vorhergesagt werden kann, der kann sich ueber solche Lotteriespiele nur wundern.

        Aber vielleicht sollte man sich daran erinnern, dass „Don Quijote“ aus Servantes‘ Novelle bereits im spaeten Mittelalter vergeblich gegen Windmuehlen ankaempfte.

  4. Peter G. sagt:

    So sieht es aus, wenn eine Bischofskonferenz über die Energieversorgung eines Industrielandes entscheiden darf.

  5. Hans Meier sagt:

    „Den großen Versorgern wie E.ON und RWE, aber auch vielen Stadtwerken macht die Energiewende schwer zu schaffen“, weil sie ihren Strom im Wettbewerb selbst vermarkten müssen und durch den, zu Dumpingpreisen entsorgten privilegierten Wetterstrom, vorsätzlich ruiniert werden.
    Den Betreibern von Sonnen- und Windstrom-Anlagen werden hohe Vergütungen über zwei Jahrzehnte, unabhängig vom Marktwert und Bedarf dieses Stroms ausgezahlt, was bereits zu den hohen Kartellkosten (Umlage 6,24 Cent/kwh) in den Endverbraucherpreisen und einer Spekulationsblase in diese nicht bedarfsgerecht produzierenden Anlagen geführt hat.
    Die Energiewende beabsichtigt die Stromerzeugung und Verteilung wesentlich zu verteuern und vor jedem europäischen Binnenwettbewerb oder fairer Preis-Konkurrenz zu schützen, um im Interesse einer finanz-starken Lobby mit dem Slogan der „Klima-Hilfe“ Kartellgewinne auf Kosten der düpierten Verbraucher zu privatisieren.
    Warum und wofür arbeiten denn sonst die zahlreichen Lobby-Organisationen, die ihre Vertreter bis in den Fach-Ministerien etabliert haben, wie z. B. Herr Baake, oder Herr Flasbarth usw.
    Es geht einzig um eine Privatisierung von Kartellgewinnen und dabei die leicht gläubige Bevölkerung mit Klima-Helfer-Illusionen, wie einst beim Ablass-Handel, erneut zu beschummeln.

    • Dr. Gerhard Kramm sagt:

      Es geht nicht um Baake und Flasbarth. Es geht um Personen wie Schellnhuber und Co, die den WBGU dazu missbrauchen, um die Gesellschaft einer Grosse Transformation unterziehen zu wollen, wobei auch der demokratische Aufbau der Bundesrepublik Deutschland zur Debatte steht

      Nur bis heute fehlt jeglicher wissenschaftliche Beweis dafuer, dass CO2 aus physikalischen Gruenden ueberhaupt zum Klimawandel beitragen kann.

      • Hans Meier sagt:

        Herr Dr. Kramm, ich bin auf Ihrer Seite.
        Co2 ist nicht nur das Kohlendioxin was unsere Getränke sprudeln lässt, oder als Spurengas spezifisch so schwer ist, das es zum Boden der Pflanzen sinkt, wo es als Dünger wirkt.
        Wie ein spezifisch schwereres Gas, was den Sauerstoff per Dichte vertreiben und konzentriert am Boden hochkonzentriert eine Gefahr sein kann http://de.wikipedia.org/wiki/Nyos-See dann in großer Höhe als Spurengas im Promille-Anteil einen ungünstigen Effekt auf das durchschnittliche Wettergeschehen, also „das Klima“ verüben könnte, wie in einem „Treibhaus“, bleibt mir absolut rätselhaft.
        Genau so, wie die abenteuerlichen Einlassungen vom PIK, dass sich die angebliche „Meerwasser-Erwärmung“ in der kalten Tiefsee und gegen jeden Auftrieb vor Messungen „verstecken“ würde, weil offensichtlich alle Regeln der Physik und der Logik, politischen Karriereoptionen geopfert wurden, in einer Regentschaft, in der Rationalität keine konstruktive Rolle mehr hat, außer, sich weiter zu behaupten um politisch gewünschte „Klima-Helferei“ zu betreiben, unabhängig von allen Konsequenzen, die nur andere treffen, die in diesem Klima-Spiel Publikum bleiben und zum zahlen gezwungen werden.
        Wer wird in Deutschland noch investieren, wenn die Vertragstreue durch diese Kanzlerin aus egoistischen Macht-Motiven, zur Beliebigkeit wurde.
        Es geht der Kanzlerin nicht um Beweise, sondern darum, sich auf Kosten der Untertanen an der Spitze zu halten. Die Alternativen zu dieser Konstellation sind doch nur noch erschreckender in der Inkompetenz und das zeigt, wie weit wir von echter Demokratie entfernt sind.
        Nebenan in der Schweiz, werden seit fast fünf Jahrhunderten politische Themen diskutiert, anschließend stimmt die Bevölkerung ab und beauftragt ihre Politiker.
        Bei uns läuft`s vollkommen anders.

  6. Dr. Gerhard Kramm sagt:

    Im Energiepolitischen Appell der EVUs und der deutschen Industrie von 2010 hiess es:

    „Herausforderungen annehmen: Die Zukunft gehört den Erneuerbaren

    Die ökologische Ausrichtung unserer Energieversorgung ist richtig. Erneuerbaren und
    CO2-freien Energien gehört die Zukunft. Deutsche Unternehmen engagieren sich mit Knowhow und Investitionen, um ambitionierte Projekte voranzutreiben. Windkraft kommt aus der Nord- und Ostsee, Sonnenenergie aus Südeuropa und vielleicht irgendwann aus der Sahara. Wir sind in Europa und weltweit ein Vorreiter im Klimaschutz und in der Energieeffizienz. Das soll auch so bleiben.“

    In diesem Energiepolitischen Appell wurde der Stromerzeugung mit Hilfe der Kernenergie und der Kohleverstromung nur noch eine Uebergangsrolle zugebilligt. So heisst es:

    Realistisch bleiben: Deutschland braucht weiter Kernenergie und Kohle

    Die regenerative Energiewende ist nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen. Erneuerbare brauchen starke und flexible Partner. Dazu gehören modernste Kohlekraftwerke. Dazu gehört auch die Kernenergie, mit deren Hilfe wir unsere hohen CO2-Minderungsziele deutlich schneller und vor allem preiswerter erreichen können als bei einem vorzeitigen Abschalten der vorhandenen Anlagen. Ein vorzeitiger Ausstieg würde Kapital in Milliardenhöhe vernichten – zu Lasten der Umwelt, der Volkswirtschaft und der Menschen in unserem Land.“

    Das ist natuerlich alles unsinnig, Aber ich frage mich, warum nun das boese Erwachen bei den EVUs einsetzt. Die deutsche Bundesregierung folgt doch in substanzieller Art und Weise diesem Energiepolitischen Appell.

  7. Joachim illge sagt:

    Niemand scheint bisher zu begreifen, daß Windmühlen und Sonnenkollektoren die konventionellen Kraftwerke brauchen, weil tollen Erneuerbaren alleine das Netz nicht stabilisieren können. Leider hat die Politik hier nur polarisiert, zumindest eine Dämonisierung der konventionellen billigend zugelassen. Die Stabilisatoren werden nun aussteigen. Das wird spannend.
    Wenn man hier vom Lernen redet, klingt das recht hohl.

  8. Michael Löhr sagt:

    Die Aussage der Kanzlerin „Deutschland mache derzeit bei der schnellen Umstellung der Energieversorgung eine „Lernerfahrung“ durch“, spricht Bände. Die Energiewende widerspricht nicht nur allen Regeln der ökonomischen Vernunft, sie ist geradezu eine ökonomische Destruktion. Eine Kanzlerin, zumal als ausgebildete Physikerin, die nach einem Gau in Japan deutsche KKW abstellen lässt, ist schon eine Lachnummer. Dass die Energiewende allein an ihrer Unfinanzierbarkeit scheitern muss, hat die Dame bis zum heutigen Tage noch nicht kapiert.

    Hinsicht der grün schleimenden Verbände hat Herr Ermecke schon alles gesagt. Damit die Verbände allerdings richtig aufwachen, müsste wohl ein EEG für E-Autos her. Denn erst wenn das Rückgrat unserer Industrie, die Autoindustrie, in Gefahr gerät, dürfte dem deutschen Verbandsmichel klar werden, dass das letzte Stündlein für unseren Wirtschaftsstandort geschlagen hat. Und es gibt ja genug Grüne und Linke, die an solchen EEG-Modellen bzw. Subventionen für E-Autos basteln. So fing´s bei den Erneuerbaren auch mal an.

  9. Klaus Ermecke sagt:

    Deutschlands Energieversorgung wird zerstört. Die Erkenntnis ist allerdings nicht neu. Was aber neu ist, ist, daß sich plötzlich Verbände dazu deutlich kritisch äußern. Das ist auch ihre Aufgabe, nur hatten sie in dieser Rolle jahrelang versagt. „Sich grün anbiedern“ war die Devise.

    Aber jetzt liegt das Kind im Brunnen. Das liegt weniger darin, daß tatsächlich schon Kernkraftwerke abgerissen worden wären – die ließen sich alle mit mehr oder weniger Vorlaufszeit wieder ans Netz bringen.

    Das Problem ist vielmehr die inzwischen eingetretene Beseitigung der Freiheit. Die wurde in einer Vielzahl von Gesetzen vollzogen. Die Gewerbefreiheit, basierend auf Art 12 und 14 GG, läßt es z.B. gar nicht zu, voll funktionsfähige und viele Jahre lang störungsfrei betriebene Industrieanlagen (Kernkraftwerke) zwangsweise abzuschalten oder den verbleibenden Kern- und Kohlekraftwerken den Verkauf ihres Produktes zu verbieten, damit jemand anders für seinen unter normalen Umständen völlig unverkäuflichen Output (Zufallsleistung) einen „Einspeisevorrang“ erhalten kann.

    • Reiner Vogels sagt:

      Sehr geehrter Herr Ermecke,

      ich gebe Ihnen vollkommen recht.

      Das Verheerende an der „Energiewende“ ist nicht nur die selbstmörderische Zerstörung der zuverlässigen und bezahlbaren Energieversorgung durch die Politik selbst, sondern in Tateinheit damit die Zerstörung der verfassungsmäßigen Eigentumsgarantie durch die entschädigungslose Enteignung der Kraftwerksbetreiber.

      Schließlich ist die willkürliche, staalich verordnete Schließung von Kraftwerken, die eine rechtskräftige Betriebsgenehmigung haben, nichts anderes als eine willkürliche Enteignung – vulgo: Diebstahl. Damit sind Fundamente des Rechtsstaats ausgehebelt und ist Vertrauen zerstört worden.

      Wenn die Bundesregierung sich über die Investitionsschwäche in Deutschland Gedanken machen sollte, sollte sie sich einmal selbstkritisch die Frage stellen, ob sie durch ihre Abbrucharbeit an der Verfassung nicht selbst in erheblichem Maße zum Vertrauensverlust und damit zur Investitionsschwäche beigetragen hat.

    • Paul Korelis sagt:

      Also mir ist die Erkenntnis neu. Wieso wird Deutschlands Energieversorgung zerstört? Was für eine Energie bekommt man denn nicht? Und wieso? Und was hat die Farbe grün damit zu tun?

      Die Kernkraftwerke wurden noch nicht abgerissen, weil unklar ist wer und wie das finanziert werden soll. Die paar Milliarden Rückstellungen die es für Rückbau und Endlagerung gibt wurden ja noch nicht mal für das von den Betreibern zu verantwortende Asse-Desaster gezahlt, sondern von den Steuerzahlern.

      Und – welche Freiheit meinen Sie? Die Freiheit, meinen Kindern Ihren Atommüll zu hinterlassen? Die Freiheit, auch 60 Jahre nach Betriebsaufnahme noch kein Konzept für ein sicheres und atommüllfreies AKW zu haben und alle Folgekosten zu sozialisieren? Steht das echt in Art 12 und 14 GG drin?

      • Thomas Biemer sagt:

        Was haben die Betreiber denn in der Asse zu verantworten? Was dort an Strahlung gefunden wurde befindet sich auch in der Busladung einer Kaffeefahrt, hauptsächlich per Kalium und Kohlenstoff Istotopen. Asse war eine politische Entscheidung. Wer suchet der findet.
        Es gibt bereits Konzepte für kurzzeitig strahlende Abfälle. Eine Transmutationsanlage wird derzeit in Mol gebaut. Eine Verkürzung des Strahlungsabfalls auf 300 Jahre möchte wer aus welchen Gründen nicht?
        Die Menge an zu lagerndem Material kann durch Wiederaufbereitung auf ein Bruchteil reduziert werden. Weshalb möchte man das nicht? Komm mir jetzt niemand mit Plutonium und Bomben. Für eine Bombe braucht man eine kritische Masse. Die Hiroshimabombe war Uran, die übernächste vielleicht Iran?
        Wer behauptet dass Folgekosten sozialisiert werden? Die Endlagerung bezahlen die KKW Betreiber, die das Geld dafür durch Rückstellungen ansparen. Wer KKW vorzeitig vom Netz nimmt und Brennelemente zusätzlich besteuert ist der Finanzierungsgefährder. Wer eine Endlagersuche kurz vor Abschluss durchstartet hat welche Gründe? Wo werden die Kastoren jetzt gelagert?
        Was ist eigentlich mit den Giften im weltgrößten Chemielager in Herfa Neuroda: Welche Halbwertszeit hat Arsen und wieviel benötigt man um alle Menschen zu töten?
        Was ist eigentlich mit den ganzen Schwermetallen und Harzen bei PV und WEA? Wie bekommt man die Stahlbetonfundamente der WEA wieder aus dem Boden?

        • Gerhard Bleckmann sagt:

          Sehr gut, besser konnte man den Einwand von Herrn Korelis nicht beantworten. Es gibt eine von allen Medien unterstützte, leider Mehrheit, die unseren Staat und unseren Wohlstand vernichten wollen.

      • Frank Weyhers sagt:

        Das von Ihnen sogenannte ‚Asse-Desaster‘ wurde nicht von den Betreibern der Kernkraftwerke in Deutschland verursacht, sondern von den jeweiligen staatlichen Betreibergesellschaften.
        http://www.asse.bund.de/DE/2_WasIst/Geschichte/Geschichte.html
        Für die Kosten der Erkundung eines Endlagers und für die Einlagerung von radioaktivem Material werden von den Betreibern der Kernkraftwerke seit 1982 gemäß Atomgesetz (AtG) und der dazugehörigen Verordnungen (AtKostV) Gebühren bezahlt.

    • Peter G. sagt:

      Die Frage nach dem Warum führt zu der Erkenntnis, dass die Regierung Merkel einen klaren Kurs zur Schwächung der Wirtschaftskraft des eigenen Landes fährt.