Russland-Sanktionen: Deutsche Bahn-Industrie verliert Aufträge an China

Der deutschen Bahnindustrie entgehen wichtige Aufträge. Die Bestellungen sind in 2014 um über ein Drittel geschrumpft. Die wachsende Konkurrenz aus China schöpft die Aufträge ab, die der deutschen Industrie durch die Sanktionen gegen Russland entgehen.

Die Bahnindustrie sorgt sich angesichts der Russland-Sanktionen und der immer stärkeren chinesischen Konkurrenz um ihre Aufträge. Die Bestellungen seien 2014 um über ein Drittel auf rund 9,5 Milliarden Euro geschrumpft, beklagte der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) am Dienstag in Berlin. Diese Zahl liegt noch um zwei Milliarden unter der Prognose des Verbandes vom Herbst. „Das ist enttäuschend“, sagte VDB-Präsident Martin Lange. Dies trübe auch das Umsatzplus 2014 von rund einem Viertel auf den Rekordwert von 12,5 Milliarden Euro.

Lange macht die von der EU wegen des Ukraine-Konflikts verhängten Russland-Sanktionen für das Absacken der Aufträge verantwortlich. Dies treibe Russland wiederum in die Hände Chinas, das in der Bahntechnik immer stärker auf den Export setze. Die Zughersteller in Deutschland müssten sich daher auf verschärften internationalen Wettbewerb einstellen.

Die weltweite Bahnindustrie hat einen Schwerpunkt in Deutschland. Je etwa die Hälfte des Umsatzes wird im In- und Ausland erzielt. Die Zahl der Mitarbeiter stieg 2014 um vier Prozent auf gut 52.000.

Kommentare

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  1. Benjamin sagt:

    Mir tut es leid um die Opfer der Sanktionen. Aber wenn die betroffenen Menschen nicht auf die Straßen gehen, wegen fehlender Mündigkeit oder Desinteresse, haben sie es nicht anders verdient.

  2. Rudolf Steinmetz sagt:

    US-Konzerne werden diese Lücke rasch füllen. Und Merkel? Hat noch keine Zeitung gelesen?

  3. Urgewiss sagt:

    Übrigens sind soweit ich weiss sind die Wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und Russland trotz Ukraine-Sanktionen GEWACHSEN !!!

  4. KUNO sagt:

    Baut Russland denn überhaupt keine Eisenbahnen?
    Ich weiß, dass die frühere Sowjetunion jede Menge Eisenbahnen zumindest zu Stalins Zeiten selbst gefertigt hat. Anders wäre der Krieg auch nicht zu gewinnen gewesen.
    Vermutlich hat es finanzielle Gründe, in China die Loks einzukaufen.

  5. Leif.t.laumann sagt:

    Überraschung?

    Die Sanktionen sind eh für den Eimer, die Chinesen sind einzig die Profiteure…wie will die EU bitte verhindern, dass sanktionierte Güter nicht via China Import-Export nach Russland gelangen?

    Ist halt aufwendig, aber wenn es wirklich dringend ist, problemlos machbar. Diese EU-Politik ist total ineffizienter Blödsinn, in Brüssel sitzen wirklich schlechte Verlierer. Sollten die Niederlage besser anerkennen und es besser machen. Was sollte der Unsinn überhaupt, mit den Russen wie bei einer Brüsseler Korridorintrige anbandeln und glauben, dass das funktioniert, ohne dass die blankziehen?!? *kopfschüttel*

  6. Delta120 sagt:

    Da die Russen erst so ab Juni 2014 ihre Bestellung zurück fuhren dürfte jetzt ein richtiges Loch von über 50% vermutlich um über 2/3. Denn es scheint sich um ein Jahreswert zu handeln. Wer glaubt, dass selbst bei einem sofortigen aufheben der Sanktionen die Russen bei uns einkaufen irrt, der Kunde ist verärgert.