Kosten sparen: Mittelstand investiert verstärkt im Ausland

Im laufenden Jahr wollen so viele Industriebetriebe im Ausland investieren, wie nie zuvor. Grund sind die hohen Produktionskosten in Deutschland. Das Volumen der Investitionsbudgets nimmt infolge der zahlreichen internationalen Krisen jedoch ab.

Deutschland hat ein Investitionsproblem. Unternehmen investieren lieber jenseits der Grenzen, um Produktionskosten zu sparen. Die insgesamt niedrigeren Budgets der Unternehmen decken eine gestiegene Palette regionaler Zielmärkte ab. „Die deutsche Industrie – und hier zunehmend der Mittelstand – wappnet sich damit den Herausforderungen der Zukunft. Man rückt näher an Kunden in den Märkten heran, die höheres Wachstum versprechen, und verschafft sich Zugang zu Fachkräften und Rohstoffen“, sagt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier.

Geld zu sparen, ist einer Umfrage der DIHK zufolge mittlerweile für 23 Prozent der auslandsaktiven Unternehmen das Motiv ihres Engagements, 2014 galt das nur für 21 Prozent. Das führt zu einer Verminderung der Beschäftigung in Deutschland.

Bislang profitiert aber auch der Standort Deutschland von den Auslandinvestitionen. Die Investitionen im Ausland sollen auch hier zulande zu einer steigenden Auftragslage führen. Noch ist davon jedoch nichts zu sehen. Die Industrie ist langsam ins Jahr 2015 gestartet. Die Aufträge gehen zurück. Die Preise sinken.

Freilich reiche der Investitionsimpuls nicht aus, um die in der Gesamtwirtschaft bestehende Investitionslücke in Deutschland zu schließen. Wichtigste Zielregion deutscher Auslandsinvestitionen sind die EU-15-Länder. 47 Prozent der Betriebe investieren in diese Region (2014: 46 Prozent, 2013: 40 Prozent). China kann um 3 Prozentpunkte auf 45 Prozent zulegen und landet auf Rang zwei. Nordamerika hat der Umfrage zufolge mit 6 Prozentpunkten den höchsten Zugewinn erzielt und etabliere mit 36 Prozent seinen dritten Rang.

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  1. Rudolf Steinmetz sagt:

    Die Politik treibt den Mittelstand systematisch in den Bankrott. In Relation zu BMW bezahlt ein Münchner Schuhmacher das Tausendfache an Steuern. Die Stadt München holt sich das Geld für Asylanten, Hartz IV und Sonstiges beim Mittelstand mit ständig steigenden Hebesätzen bei der Gewerbesteuer etc. Irgendwann wird diese Milchkuh tot sein. Dann wird es sehr, sehr eng!