Conwert-Aktionäre lehnen Übernahme durch Deutsche Wohnen ab

Die Übernahme von Conwert durch Deutsche Wohnen findet nicht statt. Die Conwert-Aktionäre lehnten das Angebot ab. Der Übernahme-Preis werde dem Wertpotenzial des Immobilien-Konzerns nicht gerecht.

Die geplante Übernahme des österreichischen Immobilienkonzerns Conwert durch die Deutsche Wohnen ist geplatzt. Die Mindest-Annahmequote von 50 Prozent plus einer Aktie sei nicht erreicht worden, teilte die Deutsche Wohnen am Mittwochabend mit. Das Unternehmen hatte die Übernahmepläne im Volumen von rund einer Milliarde Euro Mitte Februar publik gemacht. Das Conwert-Management war davon überrascht worden und hatte später erklärt, der Preis spiegle nicht das Wertpotential des Unternehmens wider.

Bei einem Insider hieß es am Mittwochabend, die ohnehin niedrige Annahmequote sei recht deutlich verfehlt worden. Daher sei es unwahrscheinlich, dass die Deutsche Wohnen einen neuen Übernahme-Anlauf unternehme.

Durch den Zukauf sollte ein Unternehmen entstehen, das rund 175.000 Wohnungen verwaltet. Damit hätten die Berliner zum Branchenprimus Deutsche Annington aufschließen können, der gerade den Rivalen Gagfah geschluckt hat. Die Konsolidierung der Branche ist in vollem Gange.

Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn erklärte nach dem Scheitern, Conwert sei für sein Unternehmen eine Option gewesen, aber „kein strategisches Asset“. „Wir sind sehr gut aufgestellt und werden unsere Strategie auch weiterhin verantwortungsbewusst und nachhaltig umsetzen.“ Das Angebot sei von vielen Spekulationen begleitet gewesen, gerade mit Blick auf den Aktienkurs. „Wir müssen leider feststellen, dass diese Spekulationswelle unsere sachlichen Argumente verdrängt hat.“

Zahn hat eine lange Werbetour in Österreich hinter sich. Erst in der vergangenen Woche hatte er eingeräumt, dass es bei der Übernahme eng werden dürfte. Zwar hatte sich der Konzern rund 30 Prozent schon im Vorfeld von einigen Großaktionären gesichert, die am Conwert-Management vorbei kontaktiert worden waren. Doch andere Conwert-Anleger monierten bis zuletzt, der Angebotspreis von 11,50 Euro je Aktie sei zu niedrig. Deutsche Wohnen schloss eine Erhöhung wiederholt mit der Begründung aus, Conwert sei ein Restrukturierungsfall.

Conwert hat seinen Sitz in Österreich – das Portfolio besteht aber vornehmlich aus 25.000 deutschen Wohnungen mit einem Immobilienvermögen von zuletzt 1,4 Milliarden Euro. Sie befinden sich vor allem in Berlin, Potsdam, Dresden, Leipzig und Nordrhein-Westfalen und wären damit weitgehend deckungsgleich zum Deutsche-Wohnen-Bestand gewesen.

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