ThyssenKrupp verkauft VDM an Finanzinvestor Lindsay Goldberg Vogel

Das Edelstahlunternehmen VDM von ThyssenKrupp soll verkauft werde. Potenzieller Käufer ist Lindsay Goldberg Vogel. Der Deal könnte für 500 Millionen Euro über die Bühne gehen. Damit geht der Verkauft der Thyssensparten in die nächste Runde.

ThyssenKrupp verkauft seine Edelstahltochter VDM an den Finanzinvestor Lindsay Goldberg Vogel. Beide Seiten hätten einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet, teilte ThyssenKrupp am Freitag mit. Mit dem Abschluss der Transaktion werde der Konzern einen positiven Effekt bei den Netto-Finanzschulden und Pensionsverpfichtungen in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrages erzielen. Der Deal werde aber auch zu einer Buchwertabschreibung von 100 Millionen Euro führen.

Das Handelsblatt hatte zuvor berichtet, dass ThyssenKrupp sich mit dem Privat Equity Fonds Lindsay Goldberg Vogel über einen Verkauf von VDM für rund 500 Millionen Euro einig sei.

Arbeitnehmervertreter hatten nach eigenen Angaben vom ThyssenKrupp-Vorstand ein Mitspracherecht bei der Auswahl des Käufers zugesagt bekommen. Sie wollen alle deutschen Standorte sichern und betriebsbedingte Kündigungen ausschließen. Der Spezialanbieter beschäftigt mehr als 2.000 Mitarbeiter.

Im Rennen um VDM waren neben Lindsay Goldberg Vogel Insidern zufolge auch die US-Investmentfirma The Gores Group in einem Bündnis mit dem ehemaligen Chef des Stahlkonzerns Schmolz + Bickenbach, Benedikt Niemeyer. Auch der Luxemburger Wettbewerber Aperam hatte die Firma ins Visier genommen. Auch bei Lindsay Goldberg Vogel ist mit Dieter Vogel als geschäftsführender Gesellschafter ein ehemaliger Stahlmanager aktiv. Vogel war Vorstandschef von Thyssen und ist Aufsichtsratschef des Stahlhändlers Klöckner & Co.

ThyssenKrupp hatte VDM wie auch die verlustreiche italienische Edelstahltochter AST ursprünglich an den finnischen Outokumpu -Konzern verkauft. Nachdem die Nordeuropäer in Schwierigkeiten geraten waren, musste der größte deutsche Stahlkonzern AST und den Spezialanbieter VDM zurücknehmen. ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger hat mehrfach deutlich gemacht, dass die beiden Töchter auf Dauer wieder abgestoßen werden. ThyssenKrupp hat die beiden Unternehmen mit einem Buchwert von insgesamt 950 Millionen Euro in den Büchern stehen. VDM stellt unter anderem Werkstoffe für die Luftfahrt- und Chemieindustrie her und hatte zuletzt einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro erzielt.

Am Dienstag wurde bekannt, dass ThyssenKrupp auch die Trennung der Sparte für Achsen-Fertigung vorbereitet. Als mögliche Käufer können wie Benteler, ZF Friedrichshafen, American Axle und Dana in Frage kommen.

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