Aktionäre unbeeindruckt: IBM-Umsatz sinkt seit drei Jahren

Im ersten Quartal 2015 macht IBM einen Umsatz von 19,6 Milliarden US-Dollar. Das sind 12 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Nettogewinn brach im Jahresvergleich um zwei Prozent ein. Der Konzern wird seit Jahren umgestaltet, IBM will sich wie – andere Software-Anbieter auch – auf das Cloud-Computing und Sicherheits-Software konzentrieren.

Beim weltgrößten IT-Dienstleister IBM setzt sich der Umsatzrückgang inmitten des Konzernumbaus in Richtung Cloud-Computing weiter fort. Die Erlöse sanken zum Jahresauftakt um zwölf Prozent auf 19,6 Milliarden Dollar und damit das zwölfte Quartal in Folge, wie IBM am Montag nach US-Börsenschluss mitteilte. Neben hausgemachten Faktoren belastet auch die Dollar-Stärke die Bilanz und wird im Gesamtjahr noch deutlicher als bislang schon befürchtet durchschlagen.

IBM-Aktien notierten nachbörslich kaum verändert, nachdem sie im regulären Handel 3,4 Prozent zugelegt hatten. Der Kurs der Aktie steigt nach einem Einbruch im Januar rasant an (siehe Grafik). Die Aktionäre stehen hinter dem Konzern-Umbau und der neuen Spezialisierung.

Die Steigerung des operativen Gewinns hat IBM-Rivale SAP am Dienstag an die Dax-Spitze getrieben. Die Aktien legten um bis zu 2,9 Prozent auf 69,35 Euro zu. Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis stieg von Januar bis März um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,06 Milliarden Euro. „SAP ist klar auf Wachstumskurs und der schwache Euro hilft zusätzlich“, schreibt LBBW-Analyst Mirko Maier in einem Kommentar. Allerdings lasteten die Investitionen in das Cloudbusiness schwer auf der operativen Margenentwicklung.

Der Nettogewinn von IBM sank im Auftaktquartal ebenfalls – um zwei Prozent auf 2,33 Milliarden Dollar. Pro Aktie verdiente IBM ohne Sonderkosten aber 2,91 Dollar und damit elf Cent mehr als von Analysten erwartet. Auch der Umsatz fiel nicht stärker als vorhergesagt. Gegenwind bekommt IBM weiter vom starken Dollar, der US-Produkte im Ausland verteuert und damit die Nachfrage schwächt. Im zweiten Quartal würden die negativen Währungs-Einflüsse auf den Umsatz wohl neun Prozentpunkte betragen, hieß es. Im Gesamtjahr 2015 würden sieben Prozentpunkte erwartet nach bislang geschätzten fünf bis sechs. IBM erwirtschaftet mehr als die Hälfte seines Umsatzes im Ausland.

Firmenchefin Virginia Rometty treibt den Wandel vom weniger lukrativen Hardware-Geschäft zu mutmaßlich gewinnträchtigeren Bereichen wie Sicherheitssoftware oder Cloud-Diensten voran. Sie will ab 2018 mit der Datenverarbeitung im Internet sowie anderer Bereiche wie etwa der Erfassung und Verwertung von Datenmengen (Big Data) jährlich 40 Milliarden Dollar umsetzen – 60 Prozent mehr als 2014. Der Umbau geht aber langsam voran und verlangt von den Aktionären Geduld: Der IBM-Aktienkurs ist in den vergangenen zwölf Monaten um 13 Prozent gefallen, während die US-Börsen von Rekord zu Rekord geeilt waren.

Auch Hewlett-Packard, Oracle und Cisco setzen auf Cloud-Computing, bei dem Kunden Speicher- und Softwaredienstleistungen von eigenen Rechenzentren ins Netz verlagern. Der deutsche Firmensoftware-Weltmarktführer SAP steckt ebenfalls im Umbruch. Kunden wollen Software zunehmend nach Bedarf über das Internet nutzen, statt teure Lizenzen zu kaufen und die Programme fest zu installieren. SAP baut das Cloud-Geschäft mit milliardenschweren Zukäufen seit 2012 massiv aus. 2014 setzte SAP mit Cloud-Programmen 1,1 Milliarden Euro um – das Lizenzgeschäft war aber noch vier Mal so groß.

 

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  1. Jürgen Kunz sagt:

    Die Aktien, auch der IBM, steigen doch nicht deswegen, weil die Aktien das „wert“
    wären. Diese steigen, weil die Leute zunehmend ihr Geld in Sicherheit bringen wollen und deshalb Sachwerte, wie Aktien, kaufen.