Österreichs Mittelstand gibt zu wenig für Talentförderung aus

Interne Talentsuche ist wichtig. Doch Österreichs Mittelständler geben zu wenig Geld für die Entwicklung und Förderung von Talent in den eigenen Reihen aus. Neben dem Fachkräftemangel gibt es auch einen Führungskräftemangel. Jede zweite Führungsstelle im Mittelstand kommt aus den eigenen Reihen.

Über die Hälfte der mittelständischen Unternehmen in Österreich finden keine Talente in den eigenen Reihen (59%). Die Entwicklung und Motivation der internen Hoffnungsträger bleibt auch bei den meisten auf der Strecke, ergibt die Studie „Talent Management im Mittelstand“ der Unternehmensberatung ROC. Dafür wurden 144 Betriebe Mittelstands in Österreich und Deutschland befragt.

Mehr als drei Viertel aller Unternehmen in Österreich (77%) finden entsprechende Aufgabenfelder wie die Identifikation, Entwicklung sowie Bindung und Motivation interner Talente wichtig. Das Gewinnen externer Talente hingegen rangiert mit etwa 62 Prozent weiter hinten. Durchschnittlich jede zweite in Österreichs Mittelstand neu geschaffene oder vakante Führungsposition wurde in den vergangenen zwei bis drei Jahren mit einem internen Kandidaten besetzt.

„Der demografische Wandel und ein dadurch zwangsläufig schärfer werdender Wettbewerb zwingt Unternehmen dazu, die Talente in ihren eigenen Reihen endlich gezielt zu entdecken und professionell auf Führungsaufgaben vorzubereiten“, sagt Daniela Eisele, unter deren wissenschaftlicher Begleitung die Studie durchgeführt wurde.

Österreichs Mittelstand braucht nicht nur Fachkräfte, sondern auch Führungskräfte: 21 Prozent der mittelständischen Unternehmen brauchen nämlich bis zu einem Jahr, um vakante oder neu geschaffene Positionen im Top-Management zu besetzen. Knapp 39 Prozent suchen immerhin bis zu sechs Monate nach einem geeigneten Kandidaten für den Posten. Auch eine Neubesetzung für das mittlere Management gestaltet sich für den Großteil der Firmen zu einem Langzeitprojekt: Die Hälfte sucht bis zu sechs Monate, fast ein Viertel bis zu einem Jahr.

Mehr Geld wollen die Österreicher für die Verbesserung des Talent Managements nicht ausgeben. „Um wirklich erfolgreich zu sein, muss Talent Management zur echten Chefsache werden“, sagt ROC-Geschäftsführer Oliver Back.

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