Studie: Zahl der Firmenpleiten in der Schweiz steigt um fünf Prozent

Infolge der Frankenaufwertung bleiben zahlreiche Schweizer Unternehmen auf ihren Rechnungen sitzen. Jedes zehnte Unternehmen kommt damit selbst in Finanznot. Der Schweizer Mittelstand versucht kosten zu sparen und bleibt optimistisch: Die Firmen rechnen damit, dass die Exporte in die USA, nach China und in die Golfstaaten zunehmen werden.

Die Zahl der Insolvenzen in der Schweiz wird 2015 um fünf Prozent steigen, in 2016 soll sich dieser Trend fortsetzen. Immer mehr Firmen können ihre Rechnungen nicht bezahlen. Der starke Franken und die schwachen Konjunkturaussichten machen Schweizer Unternehmen zu schaffen, ergibt eine Studie des Kreditversicherers Euler Hermes zusammen mit der Berner Fachhochschule

Die Euro-Zone ist der wichtigste Absatzmarkt der Schweiz. Seit der Frankenaufwertung sind die Exportfirmen auf dem Markt im Nachteil. „Selbst wenn sich Schweizer Produkte stark über Marke und Qualität verkaufen, stellt dieser Kosteneffekt ein Risiko dar. Zudem wächst die Gefahr, dass Abnehmer ihre Rechnungen nicht pünktlich oder womöglich gar nicht begleichen“, sagt Ludovic Subran, Chefökonom der Euler Hermes Gruppe. Bei einem Viertel der 357 befragten Unternehmen hätten ausländische Kunden Rechnungen nicht bezahlt.

Neben dem Währungsrisiko steigt auch das Risiko der Zahlungsunfähigkeit oder Zahlungsverweigerung von ausländischen Abnehmern. Mehr als die Hälfte der Unternehmen war mittelstark oder stark davon betroffen (55%). Zehn Prozent der befragten Firmen gerieten dadurch selbst in Liquiditätsengpässe.

Fast alle exportorientierten Schweizer Unternehmen (87%) sind mittelstark oder stark von dem starken Franken betroffen – mehr als die Hälfte hat dadurch sogar Aufträge verloren. Unternehmen bleibt nichts anderes übrig, als Kosten zu sparen und auf bessere Zeiten zu hoffen: Schweizerische Unternehmen gehen davon aus, dass Exporte in die USA, China und in die Golfstaaten zunehmen werden.

Die Schweizerische Nationalbank tut nach der Aufhebung der festen Kursgrenze zum Euro ihr bestes, um den Aufwertungsdruck des Franken zu bremsen. Die SNB meldete am Mittwoch eine Verschärfung der Straf-Zinsen für Banken, die Geld parken. Der Kurs des Franken ist nach der Mitteilung kurzzeitig eingebrochen.

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  1. Josef Schreiber sagt:

    Die Schweiz hat sich gegen eine Inflationierung des Franken durch den Euro entschieden und liegt mittelfristig richtig damit. Die Übergangsphase muss jetzt genutzt werden, um zu rationalisieren und neue Märkte zu erschließen! Der bessere Weg als die Stützkäufe für den Euro, die die Stabilität der Währung gefährdete!