Investitionen kosten Geld: Google muss Einnahmen mit Werbung steigern

Der Gewinn von Google steigt dank eines wachsenden Werbegeschäfts auf Smartphones um vier Prozent an. Der Umsatz erhöhte sich um 12 Prozent auf 17,3 Milliarden Dollar. Finanzchef Patrick Pichette räumt im Mai seinen Posten für Ruth Porat, die von der Investmentbank Morgan Stanley kommt. Google muss seine Einnahmen stetig steigern, um die wachsende Anzahl an Projekten im Konzern finanzieren zu können.

Google wird auch mit Werbung auf Smartphones und Tablets mehr und mehr zum Maß aller Dinge. „Wir erleben eine wirkliche Stärke bei der Suche auf mobilen Geräten“, sagte der scheidende Finanzchef Patrick Pichette. Das muss auch so sein, denn der Konzern wächst stetig. Die hohen Kosten für Investitionen in der Vergangenheit müssen durch Werbeeinnahmen kompensiert werden.

Neben Verbesserungen bei Smartphone-Anzeigen, die aufgrund ihrer Größe und schwierigeren Darstellung günstiger verkauft werden, verdiente Google weiter glänzend mit Online-Werbung auf herkömmlichen Computern. Der Gewinn stieg insgesamt um vier Prozent auf 3,59 Milliarden Dollar an, wie das US-Unternehmen am Donnerstagabend mitteilte. Der Umsatz zog trotz der Dollar-Stärke um zwölf Prozent auf knapp 17,3 Milliarden Dollar an.

Konkurrenz machte Google im Werbegeschäft zuletzt vor allem Facebook. Um auf mobilen Geräten noch präsenter zu sein, stellte Google in dieser Woche seinen Such-Algorithmus um. Demnach werden nun die Internetseiten in der Trefferliste bevorzugt, die für Smartphones und Tablets optimiert worden sind. Dies soll die Nutzerfreundlichkeit erhöhen.

Der Aufbau der Suche von Google steht allerdings in der Kritik. Die EU-Kommission wirft dem Branchenprimus Missbrauch seiner Marktmacht vor und droht mit einer Milliardenstrafe. Google soll systematisch den eigenen Preisvergleichsdienst in der Suchmaschine bevorzugt haben. Die Amerikaner weisen die Vorwürfe zurück.

Google ist längst nicht mehr nur in der klassischen Online-Suche tätig. Der Konzern stellt mit der Nexus-Reihe Tablets her, hat das Betriebssystem Android hervorgebracht, bietet mit Wallet ein Bezahlsystem an und seit dem Kauf der Firma Nest Labs auch Thermostate. Zusammen mit anderen Partnern wird am ersten fahrerlosen Auto gearbeitet, und es laufen Projekte mit Heizluftballons, die an entlegenen Orten der Erde für einen Internetzugang sorgen sollen. All dies kostet zunächst viel, weswegen das Kerngeschäft mit Werbung rund laufen muss.

Zu Jahresbeginn erhöhte sich die Zahl der bezahlten Anzeigen bei Google um 13 Prozent. Der Durchschnittspreis sank jedoch um sieben Prozent. Dies war dem Anstieg der margenschwächeren Werbung auf Smartphones und Tablets geschuldet. Laut Pichette wuchs die Videoplattform YouTube weiter stark. Zum Gesamtgeschäft sagte der Finanzchef: „Ohne negative Wechselkurseffekte kletterte der Umsatz um gesunde 17 Prozent im Jahresvergleich.“

Pichette verlässt Google zum 26. Mai. Ihm folgt die Investmentbankerin Ruth Porat von Morgan Stanley nach.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.