Streik zeigt Wirkung: Bahn strebt Schlichtung mit Lokführern an

Die Deutsche Bahn bietet der Lokführergewerkschaft GDL eine Schlichtung an. Die Streiks der vergangenen Tage zeigen Wirkung: Personen- und Güterverkehr waren stark eingeschränkt. Die Konfliktparteien streiten bereits ein Jahr über den Abschluss eigener Tarifverträge für Lokführer, Rangierführer und Zugbegleiter.

Die Deutsche Bahn hat im festgefahrenen Tarifstreit mit der Lokführergewerkschaft GDL eine Schlichtung vorgeschlagen. „Wir müssen mit der GDL zurück an den Verhandlungstisch und eine objektive Bestandsaufnahme machen“, sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber der Bild-Zeitung. „Deswegen sind wir auch weiter offen für eine Schlichtung. Hier sollte die GDL ihr Nein überdenken.“ Die GDL war für eine Stellungnahme am Wochenende nicht zu erreichen. Im vergangenen Jahr hatte sie eine von der Bahn angebotene Schlichtung bereits abgelehnt. Weber warnte die GDL vor einer weiteren Verschärfung des Tarifkonflikts. „Was wir jetzt brauchen, sind keine neuen Drohungen, sondern Klarheit, was gemeinsam geht.“

Die bei der GDL organisierten Lokführer hatten das siebte Mal im laufenden Tarifkonflikt gestreikt. Die Gewerkschaft erklärte am Freitag, nun sei die Bahn am Zug, ein verbessertes Angebot vorzulegen und weitere Arbeitskämpfe zu vermeiden. Bisher habe der Staatskonzern auf Zeit gespielt, offenbar um auf das Tarifeinheitsgesetz der Bundesregierung zu warten, das im Sommer in Kraft treten soll. Es würde die Rechte von Spartengewerkschaften wie der GDL einschränken.

Hauptstreitpunkt im bald einjährigen Konflikt ist die Forderung der GDL, nicht nur für Lokführer, sondern auch Zugbegleiter und Rangierführer eigene Verträge abzuschließen. Dies strebt aber auch die größere, konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) an. Die Bahn wiederum will unterschiedliche Abschlüsse für dieselbe Berufsgruppe vermeiden.

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  1. wolfgang sagt:

    Das Spiel auf Zeit geht weiter, weil der Gsetzgeber ein Anti-GDL-Gesetz eingebracht hat.