Jeder fünfte Industriebetrieb beteiligt sich an Startups

Jeder fünfte große Industriebetrieb investiert in Startups, um Innovationen zu fördern und für das eigene Geschäft nutzbar zu machen. Industriebetriebe scheuen das Risiko, eigene Innovationen zu entwickeln. Startups hingegen wollen ihr Geschäftsmodell am Markt durchsetzen und sind auf Investoren angewiesen.

Die deutsche Großindustrie beteiligt sich vermehrt an Startups, um von deren Kreativität zu profitieren. Jedes fünfte Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern kauft sich in Gründerfirmen ein, um Innovationen zu fördern. Bei kleineren Unternehmen sind derartige Beteiligungsmodelle deutlich seltener anzutreffen. Nur jede zehnte Firma mit weniger als 1.000 Mitarbeitern verfolgt diese Strategie.

Zwei von fünf Industriemanagern geben an, dass in ihrem Unternehmen nur eine geringe oder gar keine Risikobereitschaft vorhanden ist. Sehr stark ausgeprägt ist Unternehmermut nur in 14 Prozent der Firmen. Zu diesen Ergebnissen kommt der „Industrie-Innovationsindex 2015″. Dabei handelt es sich um Studie des Forsa-Instituts im Auftrag des Spezialchemiekonzerns Altana. 250 Entscheider sowie 250 Berufseinsteiger wurden in deutschen Industrieunternehmen befragt.

Startups sind hingegen auf der Suche nach Risikokapital, um ihre Ideen zu verwirklichen. Dies war bisher ein Problem, da Startups  ab einer bestimmten Größe in die USA abwandern mussten, um die Millioneninvestitionen zu bekommen, die für ein globales Wachstum benötigt werden. Doch noch immer bekommen Startups in Europa nicht die Summen, die große erfolgversprechende Millionenprojekte brauchen. Ein Problem, mit dem auch die deutsche Startup-Szene konfrontiert ist. Innovative Gründer in Deutschland haben meist keine Chance gegen die Konkurrenz aus Silicon Valley. Während die deutsche Politik versucht, mit Programmen eine breite Förderung von digitalen Unternehmen zu gewährleisten, bleiben die Summen, die nötig sind, um ein europäisches Google oder Apple zu schaffen, bisher in weiter Ferne.

Über finanzielle Beteiligungen hinaus nutzen deutsche Industrieunternehmen auch andere Formen der Vernetzung, um Innovationen zu fördern. 92 Prozent setzen dabei auf die Kooperation mit Kunden, etwa bei der gemeinsamen Produktentwicklung. 87 Prozent arbeiten mit Dienstleistern zusammen, 86 Prozent pflegen den Austausch in Verbänden. Dahinter folgen mit 77 Prozent wissenschaftliche Partnerschaften. 72 Prozent schließen sich Netzwerken beziehungsweise Think-Tanks an. Auf Partnerschaften mit anderen Industrieunternehmen setzen 63 Prozent. Auch diese Vernetzungsformen werden überdurchschnittlich häufig von Großunternehmen genutzt und weniger von mittelgroßen.

In über 40 Prozent der Industrieunternehmen wird das extern erworbene Wissen jedoch nicht konsequent genutzt. Nur in elf Prozent der Firmen wird dieses Know-how gezielt eingesetzt, in weiteren 45 Prozent trifft das zumindest zum Teil zu. Dieses Bild zeigt sich sowohl bei großen als auch mittelgroßen Industrieunternehmen.

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