Deutschland: Bau-Branche profitiert von steigenden öffentlichen Aufträgen

Bund, Länder und Gemeinden investieren ihre hohen Steuereinnahmen in den Wohnungsbau. Die deutsche Bauindustrie profitiert von dieser Entwicklung. „Wir machen und keine Sorgen“, sagt der Chef-Volkswirt des Verbands der Bauindustrie, Heiko Stiepelmann.

Die öffentliche Hand sorgt mit ihren Ausgaben für Schwung bei den deutschen Baufirmen. „Bund, Länder und Gemeinden haben anscheinend ihre Zurückhaltung aufgegeben und nutzen die sprudelnden Steuereinnahmen für mehr Investitionen“, teilte der Verband der Bauindustrie (HDB) am Freitag mit. So seien die Aufträge der Behörden im Januar und Februar zusammen um gut neun Prozent gestiegen.

In den ersten beiden Monaten sank der gesamte Umsatz dem Statistischen Bundesamtes zufolge zwar um mehr als fünf Prozent binnen Jahresfrist. Der HDB begründete dies aber mit dem ungewöhnlich warmen Winter 2014, als in der Branche mehr gearbeitet werden konnte. „Es läuft besser als es die Zahlen ausdrücken“, sagte HDB-Chefvolkswirt Heiko Stiepelmann zu Reuters. „Wir machen uns keine Sorgen.“

So habe es etwa im Wohnungsbau, seit der Finanzkrise Wachstumsmotor der Branche, zwar ein Umsatzminus von 2,4 Prozent im Februar gegeben. Dennoch meldeten die Firmen mit mindestens 20 Beschäftigten den zweithöchsten Umsatz in einem Februar seit 14 Jahren. Zudem hatten sie zum Jahreswechsel fast 15 Prozent mehr Aufträge in ihren Büchern als Anfang 2014.

Auch Daten des Ifo-Instituts signalisieren eine bessere Stimmung in der Branche. Im April sei der Geschäftsklimaindex im Bauhauptgewerbe nach sechs Rückgängen wieder gestiegen. „Die Baufirmen sind merklich zufriedener mit ihrer aktuellen Lage“, teilten die Münchner Forscher mit. Zudem habe sich der Ausblick leicht aufgehellt. Der HDB peilt für 2015 ein Umsatzplus von zwei Prozent an, nach rund vier Prozent im Vorjahr.

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