Vattenfall will deutsches Braunkohle-Geschäft so schnell wie möglich loswerden

Auch der schwedische Energie-Konzern Vattenfall will sich aus dem Geschäft mit Braunkohle zurückziehen. Alle deutschen Braunkohle-Aktivitäten sollen so schnelle wie möglich verkauft werden. Vattenfall muss infolge der Energiewende 1.000 Stellen streichen.

Der Energiekonzern Vattenfall hofft trotz der Klimaschutzpläne der Bundesregierung weiter auf einen raschen Verkauf der deutschen Braunkohleaktivitäten. Der Versorger wolle den Eigentümern bis Ende des Jahres etwas dazu präsentieren, sagte Vorstandschef Magnus Hall am Dienstag während einer Telefonkonferenz. Es gebe genügend Interessenten, um mit dem Prozess fortzufahren. Hall räumte ein, dass in Sachen Klimaschutzauflagen noch einiges geklärt werden müsse.

Vattenfall muss 1.000 Stellen streichen. Die Hälfte der 30.000 Angestellten arbeitet in Deutschland. Dem schwedischen Energiekonzern machen wie auch E.ON und RWE die gefallenen Großhandelspreise zu schaffen. Diese sind wegen des Ausbaus des Ökostroms und der Überkapazitäten an Kraftwerken auf den tiefsten Stand seit Jahren gesunken.

Wegen der schwindenden Profitabilität werde Vattenfall womöglich die Meiler 1 und 2 des schwedischen Atomkraftwerk Ringhals bereits zwischen 2018 und 2020 und nicht erst 2025 stilllegen, hieß es. An den Anlagen ist E.ON mit knapp 30 Prozent beteiligt.Die Schweden hatten angekündigt, den Tagebau in Ostdeutschland und die Braunkohle-Kraftwerke zu veräußern. Dort sind über 8000 Mitarbeiter beschäftigt.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel will ältere Kohlekraftwerke zusätzlich belasten. Die Pläne sind allerdings noch nicht beschlossen. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte von Insidern erfahren, dass sich der Verkauf der deutschen Braunkohleaktivitäten von Vattenfall deswegen verzögern könne.

Die CDU hingegen will die Steuerzahler belasten und einen neuen Aufschlag auf den Strompreis einführen, um die Kraftwerksbetreiber zu entlasten. Der Kauf von Kohlendioxid(CO2)-Verschmutzungsrechten aus dem europäischen System koste nur 150 Millionen, wohingegen Gabriels Strafabgaben für die Energie-Konzerne 5 Milliarden Euro kosten würden.

Energie aus Kohle steht in Deutschland vor dem Aus. Die Bundesregierung will daher den Marktzugang deutscher Energiekonzerne zu Polen verbessern. Polen setzte auf Kohle- und Atomenergie.

Kommentare

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  1. Schneidermeister Weber sagt:

    dem kann ich nur zustimmen, dass die braunkohle-verbrennung endlich ein ende findet, zukunft sieht anders aus – jedenfalls nicht so. und wenn ich an die folgekosten denke, dann wird einem schwindelig und man kann nur hoffen, dass vattenfall sich nicht vorher aus der verantwortung zieht – beim atomstrom kann man das mittlerweile schon nicht mehr ausschließen, vom konzern ausgegliedert in eine besondere „gesellschaft“, die ggf. auch in den konkurs geschickt werden kann, wenn die kosten in das „uferlose“ gehen.

    wie immer, die sahne wurde abgeschöpft, die molke dürfen die vattenfaller selber nuckeln und andere auch. das versteht man unter globalisierter wirtschaftspolitik, und hätten wir einen verantwortungsvollen „geschäftsführer“ in der brd, würde das anders aussehen…

  2. kollege sagt:

    Komische Energiewende!

    Atomkraft wollen sie nicht,
    Gas und Öl aus Russland wollen sie nicht,
    Kohle wollen sie nicht.
    Solar- / Wind- / Bioenerige wollen sie nur ein bisschen…

    Da kann man nur hoffen, unsere politische „Elite“ hat da noch ein unbekanntes Ass im Ärmel … O-o

  3. Schwedenhappen sagt:

    Wer Vattenfall-Chef Magnus Hall heute genau zugehört hat, kommt zu einer sehr anderen Überschrift. Dann müsste des heißen „Vattenfall verschiebt Braunkohle-Verkauf in ungewisse Zukunft“. Ende 2014 hieß es seitens Vattenfall, man werde das BK-Geschäft im ersten Halbjahr 2015 verkaufen, zuletzt lautetet die Formulierung dann im Laufe des Jahres. Heute sagte Hall dann, man hoffe dem Eigentümer noch in diesem Jahr einen Vorschlag für einen Verkauf vorlegen zu können. Unter dem Strich ist das eine Absage an eine schnellen Verkauf.